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Fotografie zwischen Authentizität und Inszenierung

Karin Hackl ist Fotografin aus Attersee. In der mittlerweile 13. Ausgabe der Creative Coffee Breaks erzählt sie, wie sie von der Stylistin zur Fotografin wurde. Mit ihren Bildern will sie den reinsten Charakter ihrer Motive nachzeichnen und bewegt sich dabei immer zwischen Authentizität und Inszenierung. Woher sie ihre Inspiration nimmt und wie sie Soziale Medien für ihren Job nutzt, verrät sie ebenso wie ihr Rezept im Umgang mit schwierigen KundInnen.

Creative Coffee Break #13 mit Fotografin Karin Hackl zum Nachlesen

CREATIVE REGION: Was macht Karin Hackl?

Karin Hackl: Ich bin Fotografin und ich fotografiere am liebsten Menschen. Ich begleite sie sehr gerne bei dem, was sie machen. Meine Schwerpunkte liegen in der Charakter- und Konzeptfotografie und gleichzeitig auch in der Dokumentation. Ich arbeite für Privatkunden und für Businesskunden gleichermaßen.

CREATIVE REGION: Erzähl uns von deinem Werdegang. Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Karin Hackl: Ich komme eigentlich aus dem Styling-Bereich. Dort habe ich meine Augen recht gut geschult und meinen doch recht eigenen Sinn für Ästhetik weiterentwickelt. Ich war immer wieder bei Fotoproduktionen dabei. Das war eigentlich meine Hauptmotivation und meine Inspiration, selbst einmal eigene Kollektionen zu entwickeln und Kampagnen zu machen. Wichtig ist mir in meinem Job, dass ich immer den reinsten Charakter von Menschen, von Bildern, von Design herausfiltere und dokumentiere. Gleichzeitig bietet mir mein Job die Spielwiese zwischen dem 100% authentischen Arbeiten und dem inszenierten oder gestellten, was oft in der Modebranche oder im Design gefragt ist.

CREATIVE REGION: Du pendelst zwischen Wien und Attersee. Welche Vorteile ergeben sich dadurch?

 Karin Hackl: In erster Linie wird dadurch meine Stadtlust und meine Landlust befriedigt. Ich liebe beides gleichermaßen. Speziell wenn es um meine Kreativität geht, ist es mir wichtig, dass ich mir das holen kann, was ich es gerade brauche. Es bleibt immer spannend und abwechslungsreich.

CREATIVE REGION: Wie hast du als Fotografin Fuß gefasst?

Karin Hackl: Der Prozess war für mich eher schleichend, weil ich lange Zeit als Stylistin und Trainerin nebenher gearbeitet habe. Meine Fotoprojekte haben dadurch langsam wachsen können. Irgendwann haben mein Umfeld und meine Kunden mich immer mehr als „die mit der Kamera“ wahrgenommen haben, als „die mit der Schere“. Das war ein recht angenehmer Prozess für mich.

CREATIVE REGION: Wie wichtig sind Soziale Medien für deine Arbeit?

Karin Hackl: Ja, schon eher sehr wichtig. Ich nütze sie selbst als erweitertes Portfolio neben meiner Homepage. Heutzutage ist es so, dass die Menschen zuerst auf Instagram oder Facebook nachsehen, wenn sie neugierig sind und dann erst auf die individuelle Homepage gehen. Ich finde es einerseits etwas schade, aber ich mache es selbst auch nicht anders. Ich denke, das ist einfach die Entwicklung der Zeit und ich nütze es im positiven Sinn für mich.

CREATIVE REGION: Gibt’s konkrete Webseiten, Blogs oder Magazine, die du empfehlen kannst?

Karin Hackl: Ich lasse mich sehr gerne von Online-Agenturen inspirieren und schaue immer wieder bei streeters.com rein. Das ist eine Plattform, auf der verschiedene Künstler im Bereich Fotografie, Film, Make-up, Styling, ihre Sachen zeigen können. Das ist eine gute Inspirationsquelle für mich.

CREATIVE REGION: Wie kommst du zu neuen Aufträgen?

Karin Hackl: In 80% der Fälle eigentlich durch Weiterempfehlung von Leuten, für die ich schon gearbeitet habe, zu 20% vielleicht über Soziale Medien und über das eigene Netzwerk, das ich mir aufgebaut habe.

CREATIVE REGION: Was ist dein Geheimrezept für schwierige KundInnen?

Karin Hackl: Genau hinhören, genau hinschauen und herausfinden, was eigentlich die Problematik ist. Ich bin schon der Meinung, dass man durch gute Kommunikation jede Problematik oder Schwierigkeit lösen kann. Ich bin froh, dass ich nicht viele schwierige Kunden habe.

CREATIVE REGION: Wo holst du dir Inspiration für neue Projekte?

Karin Hackl: Die kommt eigentlich automatisch zu mir. Ich kann da gar nicht so viel beeinflussen, weil egal wo ich bin, wann ich dort bin oder wie ich bin, kommt das von alleine. Wenn ich es aber dann einmal forcieren möchte oder eine Idee brauche, dann schaue ich, dass ich mir „Langeweile-Momente“ schaffe. Oder etwas ganz Themenunabhängiges mache, wie in den Wald gehen, schwimmen gehen, damit ich eine gewisse Distanz bekomme und eine neue Perspektive auf die Dinge und auf die Idee, die ich jetzt gerade haben möchte.

CREATIVE REGION: Was kann man von dir in nächster Zeit erwarten?

Karin Hackl: Wie es im Moment aussieht, gibt es in Zukunft mehr emotional-bewegte Bilder zu sehen von karinhackphotos.com. Das ist gerade ein sehr spannendes Projekt. Ich freue mich sehr darauf. Es ist aber noch ein Prozess, in dem ich hier stecke.

CREATIVE REGION: Mit wem sollten wir unbedingt demnächst eine Creative Coffee Break machen?

Karin Hackl: Unbedingt bei Lena Göbel und Matthias Göttfert. Das sind zwei Künstler aus Oberösterreich, hinter denen ich selbst zu 100% stehe und die großartige Sachen machen.

Über die Creative Coffee Breaks

In regelmäßigen Abständen macht sich das Team der CREATIVE REGION Linz & Upper Austria auf, um junge Start-ups und in der Kreativwirtschaft Tätige aus Linz und Oberösterreich bei einer Tasse Kaffee vor die Kamera zu bitten. Alle bisherigen Videos findest du auf YouTube: CREATIVE COFFEE BREAKS

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