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"Es ist cool, wenn man sieht, dass es möglich ist"

Werbepreis-Flut für Linzer Designstudio OrtnerSchinko, das einen konsequenten Weg der Kreativität geht.


Reinhold Gruber
von den Oberösterreichischen Nachrichten hat Kira Schinko, Wolfgang Ortner und Marco Steiner zum Interview getroffen.


Zwei Mal Gold, ein Mal Silber, drei Mal Bronze – wären Kira Schinko (34) und Wolfgang Ortner (36) mit dieser „Medaillen-Ausbeute“ Skirennläufer, ganz Österreich würde sie kennen und entsprechend feiern.

Doch sie sind kreative Köpfe. Feiern können sie dennoch, denn mit den insgesamt sechs Auszeichnungen bei den diesjährigen Venus-Preisen des Creativ Clubs Austria dürfen sich die beiden Linzer darüber freuen, das aktuell beste Designstudio Österreichs zu führen. Und mit Marco Steiner (39) hat gleich noch ein weiterer Landsmann zwei Venus-Preise in Bronze gewonnen. Die OÖN haben die drei Kreativen in der Tabakfabrik zum Gespräch getroffen.

„Dieser Preis ist Ausdruck einer Wertschätzung und bringt österreichweit etwas, weil man damit auf dem Radar ist“, sagt Wolfgang Ortner, der OrtnerSchinko vor fünf Jahren zusammen mit Kira Schinko gegründet hat. Eine Agentur, die einen anderen Spezialisierungsgrad hat als eine Werbeagentur. „Dies ist auch das, was wir hier am Standort in der Tabakfabrik immer wieder missionieren müssen, nämlich dass es trotz gemeinsamer Schnittpunkte eine Werbeagentur für Werbung und eine Designagentur für Design gibt.“

"Kreativität ist ein Talent"

Bei aller Überraschung über die Preisflut tut ihnen die Aufmerksamkeit gut. Denn sie ist wichtig. „Was uns aber am meisten freut, ist, dass wir jetzt ein wenig angekommen sind im Kreis der arrivierten Agenturen“, sagt Schinko.

Für Werbeprofi Marco Steiner ist der Venus-Preis einer, der „substanziell Qualität transportiert“. Und jeder Preis habe aus seiner Erfahrung unmittelbar zu mehr Interesse geführt. Mit dem Mehrwert, dass Kreativität als etwas verstanden werde, das schöpferisch Neues hervorbringe. „Kreativität ist ein Talent. Das kann ich nicht bedingungslos lernen oder leisten“, so Steiner weiter.

In einer Welt, in der alle besonders und einzigartig sein wollen, gebe es nur ein Problem. Die allerwenigsten könnten es auch ertragen, eigenartig zu sein. Für Steiner stoße man einen Auftraggeber am meisten vor den Kopf, „wenn man konsequent umsetzt, was er eigentlich von einem möchte“. Der Wunsch nach keiner Veränderung sei demnach die größte Antriebskraft.

Vertrauensbasis mit Kunden

OrtnerSchinko haben sich in den vergangenen fünf Jahren in ihrer Eigenart entwickelt und eine Vertrauensbasis mit ihren Kunden gefunden. Das eint auch alle sechs ausgezeichneten Projekte, findet Schinko. „Wir sind nach fünf Jahren endlich so weit, dass wir viele Projekte so bekommen, wie wir sie wollen, weil die Menschen wissen, worauf sie sich einlassen. Es verirren sich nicht mehr so viele zu uns.“

Und wie hat eigentlich alles mit OrtnerSchinko begonnen? Beide waren in Werbeagenturen beschäftigt, lernten sich kennen, als Schinko aus Deutschland nach Linz zurückkehrte, und waren dann auch privat ein Paar. „Nach zwei, drei Jahren war der Wolfi wieder einmal unzufrieden“, erzählt die 34-Jährige, die sich daraufhin ihrer Rechenstärke erinnerte und meinte, dass sie es einfach einmal mit einer eigenen Agentur probieren sollten. 2015 wurde das Unternehmen gegründet. „Unser erster Kunde war Wolfgangs alter Chef. Es hat sich dann alles zueinander gefügt.“

Eines war den beiden von Anfang an wichtig – und ist es bis heute geblieben: „Wir wollen ökonomisch nie groß werden. Dieses Ziel haben wir am Anfang festgeschrieben, und daran halten wir uns“, sagt Schinko, die das Agentur- und Kundenmanagement über hat, während Ortner sich auf die Kreation konzentriert.

Es habe zwar einigermaßen lange gedauert und „wahnsinnig viel Arbeit“ gemacht, das zweite Ziel, viel im Kultur- und Kunstbereich zu machen, zu erreichen. „Aber es ist cool, wenn man sieht, dass es möglich ist.“

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