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Design Thinking und Co-Working als Innovationsmotor

Produktdesigner Sebastian Berger setzt bei seiner Arbeit auf sein nationales und internationales Netzwerk, das er sich unter anderem während seiner Zeit bei Wild Design in Gelsenkirchen im Rahmen von Erasmus for Young Entrepreneurs aufgebaut hat. Mit Design Thinking entwickelt er unkonventionelle Innovationslösungen und setzt sie für seine KundInnen um. Dabei arbeitet er mit kreativen Köpfen aus unterschiedlichsten Branchen zusammen und vernetzt sich regelmäßig mit anderen kreativen UnternehmerInnen. Das Ergebnis: funktionale Lösungen gepaart mit außerordentlicher Ästhetik. Was das mit Jamie Oliver zu tun hat, warum für Sebastian Berger Weiterbildung so wichtig ist und warum er ein überzeugter Co-Worker und aktiver Member des AXIS Linz – Coworking Lofts ist, erzählt er bei der Creative Coffee Break #8.

Creative Coffee Break #8 mit Sebastian Berger zum Nachlesen

CREATIVE REGION: Was macht Sebastian Berger?

Sebastian Berger: Ich bin Produkt- und Servicedesigner und ausgebildeter Design Thinker. Und entwickle als externes Forschungs- und Entwicklungslabor in Spitzenunternehmen Produkte, Serviceleistungen und Servicelösungen. Die Besonderheit dabei ist eigentlich, dass wir einen starken Fokus auf Kundenbedürfnisse haben, wo auch die User Experience dazu gehört. Wir legen auch einen großen Schwerpunkt auf Marken und Geschäftsmodelle.

CREATIVE REGION: Wer oder was hat euch besonders positiv beeinflusst und geprägt?

Sebastian Berger: Meine engeren Freunde auf jeden Fall, die allesamt ehemalige Studienkollegen sind. Die haben sich alle in eine ähnliche Richtung entwickelt. Sehr viele sind leider aus Linz und Österreich ausgewandert, muss man sagen. Aber auch ganz andere, aus einer anderen Branche: Jamie Oliver, der mich von klein auf, seit der Kindheit, begleitet hat. Die Art wie er kocht, das freie Kochen und das freie Denken und das Kreativsein habe ich von ihm mitbekommen – über den Fernseher.

CREATIVE REGION: Welchen Accounts oder Blogs sollte man unbedingt folgen?

Sebastian Berger: Unbedingt Fast Company – FastCoDesign. InVision macht einen sehr guten Blog, aber auch, unabhängig der Branche die TED Talks, Ted Folgen und 99percentinvisible, ein sehr super Blog.

CREATIVE REGION: Was sollten NachwuchsdesignerInnen unbedingt machen oder beachten?

Sebastian Berger: Unbedingt beachten sollt ihr: Geht raus aus eurem eigenen kreativen Sumpf, sprecht mit anderen Leuten, nicht nur im eigenen Kreativbereich, in der eigenen Branche. Netzwerkt, sprecht mit Leuten, sucht euch potentielle Kooperationspartner, geht raus in die Welt. Und als dritten Punkt: Dokumentiert alles und achtet vor allem auf die Zahlen.

CREATIVE REGION: Weiterbildung ist dir sehr wichtig. Nach welchen Kriterien wählst du Weiterbildungsangebote aus und welche kannst du empfehlen?

Sebastian Berger: Also einerseits sehe ich Weiterbildung auf jeden Fall als längerfristige Investition. Ich mache das nicht nur um mein Wissen zu erweitern, für mich ist das eine Investition ins Marketing, wo es wieder ums Netzwerken geht und darum Leute kennenzulernen. Und wie ich sie auswähle? Einerseits schaue ich in erster Linie, dass ich Fortbildungen für die persönliche Weiterentwicklung mache. „Ähm, ja also… ®“ habe ich gemacht mit Wojciech und Bettina, das war ein Rhetorikseminar, das war super. Zweitens ist unternehmerische Fortbildung ganz wichtig. Da mache ich aktuell zum Beispiel einen MBA für Innovationsmanagement auf der LIMAK, hier liegt auch wieder ein großer Schwerpunkt auf dem Netzwerken. Und das dritte Kriterium ist dann eigentlich erst der fachspezifische Inhalt, also Design Thinking Themen. Warum sind die an letzter Stelle? Das meiste ist Learning by Doing.

CREATIVE REGION: Stichwort Design Thinking: Was fasziniert dich daran und wie kannst du das deinen KundInnen vermitteln?

Sebastian Berger: Design Thinking finde ich spannend, weil es um das große Ganze geht. Es ist sehr holistisch. Man betrachtet sehr viele verschiedene Sichtweisen und integriert von Anfang an die unterschiedlichsten Menschen in einen Prozess, in einen Kreativprozess. Das finde ich extrem spannend. Darin sehe ich auch die ganz große Stärke.

CREATIVE REGION: Du warst im AXIS und hast dir ein Büro mit MOOI geteilt. Warum co-workst du so gerne?

Sebastian Berger: Ja, alleine geht es einfach nicht. Man kann nicht alleine im Kammerl sitzen oder zuhause in der Wohnung und arbeiten. Man muss – was heißt, „man muss“? Ich arbeite aus mehreren Gründen gerne mit Leuten aus verschiedenen Bereichen zusammen. Einerseits ist es gut für die eigene Motivation, die eigene Motivation steigt absolut. Die Qualität der Projekte vervielfacht sich auf jeden Fall und die Effizienz steigt auch enorm. Es macht einfach Spaß.

CREATIVE REGION: Was kann man von dir in nächster Zeit Neues erwarten?

Sebastian Berger: Ich muss mich ja auch ständig weiterentwickeln und fast neu erfinden, muss ich sagen. Das heißt, lasst euch überraschen, aber es folgt auf jeden Fall ein neues Serviceangebot von mir.

CREATIVE REGION: Mit wem sollten wir unbedingt demnächst eine Creative Coffee Break machen?

Sebastian Berger: Eine große Quelle für kreative Menschen ist die Tabakfabrik Linz oder auch das AXIS, wo ich auch Mitglied bin. Da fallen mir spontan Leute ein wie Christoph Möller oder Thomas Schorn, Patricia Plasser oder auch Phillipp Moser von Nutseo.

Über die Creative Coffee Breaks

In regelmäßigen Abständen macht sich das Team der CREATIVE REGION Linz & Upper Austria auf, um junge Start-ups und in der Kreativwirtschaft Tätige aus Linz und Oberösterreich bei einer Tasse Kaffee vor die Kamera zu bitten. Alle bisherigen Videos findest du auf YouTube: CREATIVE COFFEE BREAKS

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