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Hoher Qualitätsanspruch und maximale Kreativität

In der aktuellen Creative Coffee Break erzählen Lux & Zebra von ihren Erfahrungen als Filmemacher und Motion Designer. Wer von den beiden Lux und wer das Zebra ist, verraten sie uns nicht. Das ist aber auch gar nicht so wichtig. Viel wesentlicher ist ihr Zugang zum Bewegtbild. Die Gründer Joachim Dieplinger und Clemens Gaisbauer meinen, der klassische Film schränkt ein. Für aufregende Erzählstränge setzen sie deshalb auf Animation, die Gestaltung von hybriden Bildwelten und auf richtig gute Ideen. Das ist ihr Erfolgsrezept, um auch als kleines Linzer Studio in der Branche bestehen zu können. Und das tun sie auf ganzer Linie, immerhin haben sie schon national und international den ein oder anderen Preis für ihre Produktionen abgeräumt.

Creative Coffee Break #25 mit Lux & Zebra zum Nachlesen

Intro von Julia Pohn: Hallo und herzlich willkommen zur heutigen Coffee Break. Mein Name ist Julia Pohn und wir sind heute zu Gast im Studio von Lux & Zebra. Lux & Zebra, das sind die beiden Gründer Joachim Dieplinger und Clemens Gaisbauer, welche sich vor fünf Jahren dazu entschlossen haben, gemeinsame Sache zu machen. Die beiden sind unter anderem spezialisiert auf Motion Design, Bewegtbild und 3D-Animation. Wie genau ihr tägliches Arbeiten so aussieht und was es sonst von Lux & Zebra zu hören gibt, das werden euch die beiden nun im Interview erzählen.

CREATIVE REGION: Was macht Lux & Zebra?

Clemens Gaisbauer: Lux & Zebra sind Joachim Dieplinger und Clemens Gaisbauer, das bin ich. Wir sind ein kleines Film- und Animationsstudio in Linz an Südbahnhofmarkt. In letzter Zeit fokussieren wir uns immer mehr auf 3D-Animation, 2D-Animation und visuelle Effekte.

Joachim Dieplinger: Motion Design.

Clemens Gaisbauer: Motion Design. Genau.

Joachim Dieplinger: Spannungsfeld Film, visuelle Effekte, Animation.

CREATIVE REGION: Wer oder was hat euch dazu motiviert, die Berufskarriere als Digital Artist einzuschlagen?

Joachim Dieplinger: Spannend. Ich glaube, es war aus dem Studium heraus – im Masterstudium. Dass wir wirklich den Weg einschlagen und Nägel mit Köpfen machen, das haben wir gegenseitig ein wenig „gepushed“, weil wir gesagt haben: Sollen wir? Weil es während des Studiums schon gut funktioniert hat. Dann waren erste Anfragen da, wo wir gesagt haben: Das könnte funktionieren. Probieren wir es gleich aus. Wir haben ein paar Agenturkontakte mitnehmen können, aus dem Praktikum heraus und erste Anfragen. Vorbild waren immer die großen Studios der Welt. Oder? Für mich zumindest.

Clemens Gaisbauer: Absolut. Wir wollten irgendwie ein bisschen Richtung Digital Content gehen, als wir gesagt haben, der klassische Film ist ein bisschen beschränkt im Erzählstrang. Und mit visuellen Effekten und Animation kann man ein bisschen ausschweifen und ein bisschen mehr erzählen, anders erzählen. Das haben wir spannend gefunden.

CREATIVE REGION: Welche Ansprüche stellt ihr an eure Produkte?

Joachim Dieplinger: Wir probieren, dass wir uns international vergleichen können. In unserer Branche ist es einfach so, dass es extrem viele coole Studios gibt. Und wir probieren immer wieder zu schauen, ob wir mithalten können als kleines Linzer Studio. Wobei die Möglichkeiten natürlich beschränkt sind. Aber ich glaube, wir holen das Maximum heraus und probieren die eigenen Ansprüche möglichst hoch zu setzen, wenn es um das Handwerk an sich geht.

Clemens Gaisbauer: Und gleichzeitig ist uns auch immer wichtig, dass Projekte möglichst langlebig sind, sodass der Kunde möglichst lange eine Freude damit hat. Das ist zwar oft aus unserer eigenen Businesssicht nicht das Schlaueste, denn die Nachfolgeprojekte brauchen Zeit, bis sie wiederkommen, aber der Kunde hat einfach eine Freude damit.

Joachim Dieplinger: Unser Anspruch ist auch, dass es zum Kunden passt. Dass wir es nicht komplett in unserem eigenen Stil aufziehen, es muss zum Kunden passen.

CREATIVE REGION: Eure Dienstleistungs- und Produktpalette ist unglaublich breit gefächert. Welche Vorteile ermöglicht dieses große Angebot für euch und eure Kunden?

Joachim Dieplinger: Wir sind wirklich breit aufgestellt. Das ist sowohl Segen als auch Fluch manchmal, weil wenn man viel anbietet, will und sollte man eine gewisse Tiefe erreichen. Ich glaube, dass wir überall einen guten Überblick hinbringen, das ist uns auch wichtig, denn das ist ein wesentlicher Vorteil für den Kunden – dass wir nicht nur die 3D-Animateure sind, sondern auch den Überblick haben und sagen können, vielleicht wäre dieses oder jenes für dich besser.

Wir haben bis zu einem gewissen Grad die Fertigkeiten und Fähigkeiten, gewisse Sachen umzusetzen in diesem Feld, in diesem breit gefächerten. Wenn es dann wirklich speziell wird, dann haben wir Leute um uns, die wir mit ins Boot holen können. Das ist auch ganz wichtig. Und da sehe ich den Haupt-Benefit für den Kunden, er kann zu uns kommen und sagen: „Bewegtbild“ Und in diesem Spektrum können wir relativ gut beraten, wo es hingehen soll und was Sinn macht.

CREATIVE REGION: Wie uneingeschränkt könnt ihr eure künstlerische Freiheit ausleben?

Clemens Gaisbauer: Das ist eigentlich immer eine Kombination aus Vorgaben, die der Kunde gibt. Er hat natürlich ein Spektrum an Anforderungen, denen man nachgehen muss, wie z. B. CI-Farben, die bei uns oft Ausgangspunkt sind in der visuellen Konzeption. Aber grundsätzlich lassen wir uns nicht arg beschränken, was die Bilderwelt betrifft.

Joachim Dieplinger: Ich glaube, wir sind nicht das Studio, über das man sagt, der Kunde kommt zu uns, weil wir diesen einen Stil perfektioniert haben, den er toll findet, sondern ich glaube, unsere künstlerische Freiheit prägt sich so aus, dass wir sagen können, wir arbeiten sehr stilflexibel, haben verschiedene Stile und Moods, die uns gefallen. Und wir können sagen, in welche Richtung wir gerne gehen würden. So leben wir uns dann eigentlich auch aus, weil wir oft sagen: Der Kunde, zu dem würde der eine Stil gut passen, den wollten wir schon lange einmal ausprobieren oder adaptieren. So arbeiten wir eigentlich oft und so taugt uns das auch.

CREATIVE REGION: Wie haltet ihr euch bei Animations-/Filmtrends am Laufenden?

Joachim Dieplinger: Verschiedene Quellen. Gerne bei Konferenzen. Wir haben das MOUVO in Prag für uns entdeckt, das ist echt cool. Das ist ein Motion Design Festival, relativ klein gehalten, und die haben Top-Speaker immer aus unserer Branche. Ebenfalls mindestens genauso top ist das Expanded Animation Festival in Linz, das von Jürgen Hagler und Alexander Wilhelm, glaube ich, vorrangig ins Leben gerufen wurde. Schon das 8. Jahr. Und die haben immer super Speaker und sind ihrer Zeit oftmals voraus. Die Speaker kommen danach dann zu anderen Festivals. Das ist immer im Zuge des Ars Electronica Festivals – Expanded Animation Symposium. Ganz super!

Clemens Gaisbauer: Und zusätzlich ist es für uns immer sehr wichtig, dass wir uns mehr oder weniger berieseln lassen mit dem Content, der auf der Welt produziert wird. Wir schauen wirklich täglich auf diversen Plattformen, was von den Studios Neues daherkommt und was die Designtrends sind, etc. Das ist voll wichtig für unsere eigene Entwicklung.

Joachim Dieplinger: Podcasts fallen mir spontan zwei ein, die ich gern beim Putzen höre. CG Garage, das gibt technische Ausblicke in der Welt der Computer Graphics von Industrienamen, die da Einblicke geben. Collective Podcast von Ash Thorp ist auch ganz spannend, weil er auch viele Kreative hat und auch immer Einblicke gibt und jeder ab und zu mit den gleichen Problemen „struggled“. Das ist immer ganz gut zu hören.

Clemens Gaisbauer: Für mich sind es auch oft Sharing-Plattformen, wie Behance, dribbbe, Pinterest, wo viel geshared wird in Richtung Animation und Design. Da wird man eigentlich ständig auf dem Laufenden gehalten, was ein bisschen die Trends sind und wie es sich entwickelt. Man kann sich dort extrem viel Inspiration holen.

CREATIVE REGION: Ihr habt zahlreiche Auszeichnungen für eure Filmproduktionen erhalten. Welche Bedeutung haben solche Preise für eure Arbeit und für euch?

Joachim Dieplinger: Das hat für mich überhaupt keinen Wert. [lacht] Nein, wir sind jetzt sicher nicht die, die konsequent einreichen und darauf schauen, viele Preise zu gewinnen. Aber…

Clemens Gaisbauer: Es war vor allem als junger Filmemacher für uns eine super Wertschätzung, dass es diese Plattformen gibt bzw. die Bühne gibt, wie z. B. das Filmforum in Linz, wo man einreichen kann, wo man im besten Fall nominiert wird und man den Abend mit den alten Hasen verbringen kann.

Joachim Dieplinger: Erste Berührungspunkte mit der Branche, sozusagen.

Clemens Gaisbauer: Man bekommt die erste Wertschätzung. Das war für uns schon eine wirkliche Bestätigung.

Joachim Dieplinger: Es passt, was wir machen.

Clemens Gaisbauer: Das war sicher auch ein Grund, warum wir uns selbstständig gemacht haben.

CREATIVE REGION: Welche beruflichen Tipps würdet ihr anderen Personen geben, die in dieser Branche arbeiten möchten?

Joachim Dieplinger: Mach dich nicht zu sehr vom Tooling abhängig. Das finde ich sehr wichtig, weil man sich selbst immer wieder dabei ertappt – die Branche ist so schnelllebig. Computer Graphics (CG) und 3D – und es gibt so viele Tools und die meisten Tools führen dann ohnehin zum Gleichen. Viel wichtiger ist, zu wissen wo man hinwill. Und dann gibt es verschiedenste Tools. Aber man verliert sich gleich mal in diesem Tooling-Wahnsinn. Man soll sich aber nicht auf ein Tool versteifen und schon schauen, was die Stärken sind und was ich brauchen könnte.

Clemens Gaisbauer: Ich glaube, es ist auch wichtig, dass man den Scope bei den Projekten am Anfang gut definiert. So, dass man möglichst kleine Projekte macht und schaut, dass die wirklich gut sind und passen und nicht gleich größenwahnsinnig wird und riesige 50-Minuten-Kurzfilme rausschießen will.

Joachim Dieplinger: Ich würde auch sagen: Klein, aber fein.

Clemens Gaisbauer: Auch kleine Projekte sind Aushängeschilder. Dann ist man gut gewappnet für die Branche.

CREATIVE REGION: Eure Prognose für die Zukunft der Animations- und Filmproduktionsszene?

Joachim Dieplinger: Bei den großen Studios – wenn ich es ganz groß sehe – merkt man, dass es in Richtung remote Virtual-Work-Station geht. Sie werden alle viel kleiner. Man holt sich viel lieber öfter Experten und Spezialisten ins Boot, weil es remote auch ganz gut funktioniert in diesem Feld. Man braucht nicht mehr den fetten Rechner im Studio.

Clemens Gaisbauer: Sonst, glaube ich, wird es immer mehr, dass es schneller, einfacher, immer mehr intern durch automatisierte Tools gemacht wird. Als kleines Studio kann man nur bestehen, wenn man gute Ideen hat, gute Visuals macht und für eigenständige Kunden.

CREATIVE REGION: Welche Projekte können wir von Lux & Zebra in naher Zukunft erwarten?

Joachim Dieplinger: Wir haben jetzt gerade etwas Cooles laufen, eine Kooperation mit den Jungs von Ahoi Kappt’n. Butleroy ist die App dazu. Wo wir etwas in das interaktive Gefilde vordringen. Webexperience in Kombination mit 3D-Visuals und interaktivem Content. Sie unterstützen uns da im Development. Das ist ganz cool und macht uns Spaß.

CREATIVE REGION: Bei wem sollten wir unbedingt auf eine Creative Coffee Break vorbeikommen?

Joachim Dieplinger: Da, gleich ums Eck. Die Kollegen, die bei uns hier mit im Boot sind, in diesem Büro. Gerold und Sabine. Studio Gunst.

Clemens Gaisbauer: Die haben gerade gegründet. Sind ganz frisch in Linz.

Joachim Dieplinger: Sie machen auch Motion Design und Animation, ähnlich wie wir – nur anders halt.

Clemens Gaisbauer: Wir haben dann auch gleich gesagt, das ist cool. Wir haben noch ein Büro frei, machen wir doch hier irgendwie einen Standort für fancy Animation in Linz.

Joachim Dieplinger: Wo ihr auch vorbeikommen solltet, ist LM Media, die Jungs sind toll, die machen tolle Sachen. Ich weiß nicht, ob ihr schon bei Siniša schon gewesen seid – FORAFILM, Dinko ist auch dabei. Und Mutor, die taugen uns auch recht, die zwei Herrschaften. Ich glaube, das sind mehrere, mit Hans Peter, die sind in Wels, Interactive und Branding.

Über die Creative Coffee Breaks

In regelmäßigen Abständen macht sich das Team der CREATIVE REGION Linz & Upper Austria auf, um junge Start-ups und in der Kreativwirtschaft Tätige aus Linz und Oberösterreich bei einer Tasse Kaffee vor die Kamera zu bitten. Alle bisherigen Videos findest du auf YouTube: CREATIVE COFFEE BREAKS

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