Podcasts sind längst mehr als ein Trend. Gleichzeitig stehen viele Unternehmen, Selbstständige und Organisationen vor einer ganz praktischen Frage:
Lohnt sich der Aufwand, gerade wenn Zeit, Budget und Aufmerksamkeit begrenzt sind?
Im Vorfeld von WE ARE SO – In Your Feed haben wir Johannes Pracher drei Fragen gestellt: Warum Podcast trotz knapper Ressourcen Sinn machen kann, wie er zur Personal Brand beiträgt – und was man vor dem Start unbedingt mitdenken sollte.
1. Warum Podcast – trotz knapper Ressourcen?
Wenn Zeit, Budget und Aufmerksamkeit begrenzt sind, muss man sich für wenige Kanäle entscheiden.
Warum ist Podcast für dich trotzdem ein sinnvoller Kanal – und für wen eher nicht?
Was bringt er, was andere Formate nicht leisten?
„Ein Podcast macht dann Sinn, wenn du wirklich etwas zu erzählen hast: Geschichten, Learnings, Perspektiven. Ohne Storyline wird’s schnell nur „Gerede mit Mikrofon“. Wir haben damals in Corona gestartet ehrlich gesagt aus der Not heraus. Im Rückblick war das eine unserer besten Entscheidungen. Warum? Weil Podcast etwas schafft, das andere Formate selten hinbekommen: Bindung über Zeit. 30 bis 40 Minuten Aufmerksamkeit sind im Jahr 2026 ein kleiner Feiertag. Wer das schafft, baut Vertrauen auf. Und Vertrauen ist in Marketing und Vertrieb die härteste Währung. Dazu kommt: Ein Podcast ist nicht nur ein Kanal. Er ist ein Content-Motor. Aus einer Folge werden Snippets, Postings, Zitate, Newsletter, Reels, Website-Content. Einmal gut produziert, füttert er mehrere Plattformen.
Für uns ist er außerdem ein Türöffner:
• Wir kommen mit spannenden Menschen ins Gespräch.
• Wir können Kundinnen und Kunden eine Bühne geben.
• Und ja: Es ist auch ein smarter Weg für Beziehungsaufbau und Kundenakquise.
Für wen ist Podcast eher nichts?
Für alle, die keine Zeit für Kontinuität haben, keine Themen-Tiefe liefern können oder eigentlich nur „schnell Reichweite“ wollen. Podcast ist kein Sprint. Podcast ist Marathon.“
2. Podcast als Personal-Branding-Tool
„Ein Podcast ist mehr als Content – er zeigt Haltung, Denken und Persönlichkeit.
Wie kann ein Podcast gezielt dabei helfen, eine Personal Brand aufzubauen – auch ohne große Reichweite?
Woran erkennt man, ob er „wirkt“, jenseits von Klickzahlen?„
Ein Podcast baut Beziehungen auf, ohne dass man sich persönlich kennt. Deine Zielgruppe hat das Gefühl, regelmäßig mit dir „in Kontakt“ zu sein und genau das ist der Personal-Branding-Effekt.
Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Menschen mich auf den Podcast ansprechen und sagen: „Ich höre hin und wieder rein.“ Und ganz ehrlich: Das reicht oft schon. Wir freuen uns über jeden, der jede Folge hört, aber das muss nicht sein. Entscheidend ist, dass man immer wieder präsent ist.
Zusätzlich stärkt ein Podcast die Personal Brand auf zwei Ebenen:
• Haltung und Denken werden hörbar. Das kann kein Posting so gut.
• Du lernst selbst massiv dazu. Vorbereitung, Gesprächsführung, neue Perspektiven – das ist Weiterbildung mit Mikrofon.
Und dann passiert etwas sehr Praktisches: Du profitierst von der Kompetenz deiner Gästinnen und Gäste. Diese Autorität färbt ab – nicht künstlich, sondern durch den Kontext und die Tiefe des Gesprächs.
Woran merkt man, ob ein Podcast wirkt – jenseits von Klickzahlen?
• Menschen sprechen dich konkret auf Inhalte an („Die Folge mit X hat bei mir was verändert.“).
• Du bekommst bessere Gespräche, schnellere Vertrauensbildung, wärmere Leads.
• Dein Name wird mit einem Thema verbunden („Ah, du bist der mit dem Podcast zu …“).
3. Drei kurze Tipps für den Start:
„Was sind deine wichtigsten Learnings für alle, die überlegen, mit einem Podcast zu starten?
(Strategie, Routinen, realistische Erwartungen – was sollte man unbedingt mitdenken?)„
Ein Podcast allein reicht nicht.
Du brauchst eine Vermarktungsstrategie. Punkt.
Wo wird er ausgespielt? Mit welchen Botschaften? Welche Snippets? Welche Formate? Wer teilt was wann? Ohne Distribution bleibt’s ein Hobbyprojekt.
Regelmäßigkeit schlägt Perfektion.
Podcast ist ein langfristiges Investment. Kein Strohfeuer. Wer nach fünf Folgen aufhört, soll es gleich lassen.
Erwartungshaltung runter!
Glaub bitte nicht jede Zahl, die irgendwo herumgeistert. Wenn am Anfang 30 bis 40 Personen zuhören, ist das stark. 500 oder 1.000 sind richtig gute Zahlen.
Der eigentliche Wert liegt oft nicht in „viral“, sondern in:
• Wissensgewinn und Autorität
• Content für andere Kanäle
• Vertrauen und Beziehung
• im besten Fall: ein klares Alleinstellungsmerkmal für Kundinnen und Kunden und für die Kundenakquise
WE ARE SO in your feed
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Wann: 26. Februar 2026, 16:30 Uhr
Wo: Behrens Lab der Creative Region Tabakfabrik Linz