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Iris Mayr - freie Kuratorin und Projektmanagerin - schildert in diesem Gastbeitrag ihre Erlebnisse beim dritten Tag des C hoch 3-Workshops 2019 in Linz.

Schnellen Schrittes eile ich zur Tabakfabrik – voller Vorfreude – doch auch fast zu spät … In letzter Minute betrete ich den Seminarraum. Unsere beiden TrainerInnen finden das gar nicht so lustig – was mir nicht aufgefallen war – dass in der ganzen Gruppe irgendwie der Schlendrian eingezogen ist. Naja – anscheinend braucht es immer wieder mal einen Rüffel um an Pünktlichkeit verbunden mit Benimm erinnert zu werden – woran das wohl liegt – tja – das wäre einen Exkurs wert – aber es geht ja um etwas ganz anderes … nämlich um die Ausgabe von C hoch 3 in Oberösterreich und wir nähern uns schon der Halbzeit!!! Nach diesem heutigen Tag ist die Hälfte des Kreativwirtschaftscoachings auch schon wieder vorbei!

Immer wenn man solche Zeitmesser hat – kommt es mir vor – als verginge die Zeit noch schneller – doch es ist wohl nur das Bewusstmachen.

Der ganze Vormittag – bzw. ursprünglich nur ein Teil des Vormittags – ist unseren Kooperationsprojekten gewidmet. Ich liebe Kooperationsprojekte – eigentlich – doch irgendwie sind wir schon letztes Mal nicht so richtig in die Gänge gekommen und heute empfinde ich es als Muss-Übung und tue mir so richtig schwer damit.

Auch wenn ich die Wichtigkeit von dieser Art an Projekten verstehe, ist doch so viel Druck damit entstanden. Wir haben uns sichtlich schwergetan, irgendetwas Sinnvolles zu finden, das sich auch kommerziell verwerten ließe. Ich kann gar nicht anders, als zu sagen, dass ich richtig erleichtert war, als der Vormittag überstanden war.

Die Mittagspause hat uns mehr als entschädigt und ich kann allen nur raten – nutzt die Chance, wenn ihr Zugang zu Rajaa’s Food habt – einfach genial! Er liefert auch und so gingen wir frisch und gesund gestärkt in den Nachmittag.

Am Nachmittag dreht sich alles um das Verhandeln, Lösen von Konflikten, Konfrontationen usw. Ich klinge negativ – ja ich mag diese Rollenspiele eigentlich gar nicht – aber jedes Mal, wenn ich die Hürde nehme und mich doch darauf einlasse – lerne ich so viel mehr als ich immer glauben will.

Und ja – wir hatten ein Rollenspiel nach dem anderen zu Themen: Verhandeln, Konfrontationen, Konflikte, … Und viele, viele Erkenntnisse – eigentlich sollten wir EPU uns gegenseitig verkaufen – dann hätten wir den ganzen Stress des sich-selbst-Verkaufens mit einem Schlag erledigt. Give me five!!! Wäre vielleicht ein gutes Geschäftsmodell und ev. auch ein cooles Kooperationsprojekt.

Eine „Hausaufgabe“ war es auch Personas zu erfinden für das eigene Unternehmen….und wer das noch nie gemacht hat – der sollte das unbedingt mal ausprobieren! Ich nutze und praktiziere dieses Modell schon einige Jahre und es ist immer wieder verblüffend, wie sehr man damit seine Idealkunden definieren kann. Und es macht einfach Spaß! Wie gut man damit dann auch weiterarbeiten kann z.B. bei der Texterstellung, bei der Gestaltung von Flyern, bei der Farbwahl usw. Die virtuellen Personen helfen ungemein, bei der richtigen Formulierung, bei der Analyse von Bedürfnissen und beim Erstellen des Angebotes erstellen.

Conclusio des Tages: Es darf Geld fließen – auch bei Kooperationsprojekten. Die große Kunst des sich immer wieder Einlassens auf Neues, aber auch bereits Bekanntes, um aus seinem Komfortbereich auszusteigen. Jeder darf und soll Verantwortung für sich selbst übernehmen. Und: Es bedarf auch des Mutes, eine Enttäuschung an- und damit auszusprechen. Danke dafür!

Iris Mayr arbeitet als freie Kuratorin und Projektmanagerin und bezeichnet sich gerne als „mesh worker“ als Verbinderin von Menschen, Themen und Orten. Zu choch3 ist sie gekommen, weil dieses Netzwerk genau ihrem Motto entspricht und weil es Zeit für eine Zäsur in ihrem Arbeitsleben ist. www.irismayr.at

 

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