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@florianfilmt. @stefanfotografiert. @captifproduziert. So beschreiben Florian Schwarz und Stefan Mayerhofer ihre gemeinsame Arbeit im Kollektiv, beheimatet im Quartier Studio Linz. In der neuen Ausgabe der Creative Coffee Break der CREATIVE REGION LINZ & UPPER AUSTRIA erzählen die beiden über Projekte wie ihre Kampagnen für den OÖ Tourismus und warum sich gerade Musikvideos – etwa jenes zum aktuellen Folkshilfe-Song „Simone“ – zu ihren Zugpferden entwickelt haben. Außerdem plaudern Florian und Stefan darüber, warum der Schritt in die Selbstständigkeit gar nicht so mutig war und warum sie ihr Quartier Studio ausgerechnet in Linz aufgezogen haben.

Creative Coffee Break #19 mit Captif zum Nachlesen

Georg von der CREATIVE REGION: Heute sind wir bei der Coffee Break bei Stefan und Flo von Captif. Sie werden uns in den nächsten Minuten einen Einblick geben, was sich bei ihnen im Film und Foto-Business in den letzten Jahren so getan hat. Also, hört und seht rein!

CREATIVE REGION: Was macht Captif Productions?

Stefan Mayerhofer: Florian filmt.

Florian Schwarz: Stefan fotografiert.

Stefan Mayerhofer: Und Captif produziert.

 Florian Schwarz: Kurz gesagt: Wir machen gemeinsam Foto- und Videoproduktionen. Oder, ich weiß nicht, kurz gesagt? Hat man das jetzt aus den Namen herausgehört?

Stefan Mayerhofer: Ich glaube schon, das passt.

Florian Schwarz: An diesem Punkt müssen wir wahrscheinlich noch ein bisschen weiter ausholen.

Stefan Mayerhofer: Wie das eigentlich entstanden ist … Der Gedanke kam vor ca. 8 Jahren auf, als ich mich als Fotograf, neben meinen damaligen Job, selbstständig gemacht habe. Und habe die Chance bekommen, bei einer großen, gemeinsamen Foto- und Videoproduktion, mit einem Videoteam und meinem kleinen Fototeam zusammenzuarbeiten.

Und ich habe damals einfach gemerkt, dass es irrsinnig viele Probleme geben kann, wenn der Videoproduktionsstrang ein eigener ist und der Fotoproduktionsstrang ebenfalls, und es keinen ordentlichen gemeinsamen Kopf und keinen Nenner gibt. Das hat am Set zu vielen Problemen geführt. Wir haben sehr viel Zeit und Energie darauf verwenden müssen, dass wir das bügeln und trotzdem ein qualitativ hochwertiges Produkt bekommen.

Da hat meine ursprüngliche Idee angeknüpft. Dann haben wir zwei uns getroffen, ein paar Jahre später. Und dann hat es gefunkt.

Florian Schwarz: Ja, das hat gut gepasst. Ich habe die Idee auch gleich gut gefunden. Jetzt arbeiten wir mittlerweile schon drei Jahre zusammen in dieser Konstellation.

CREATIVE REGION: Was hat euch veranlasst, den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?

Florian Schwarz: Den mutigen Schritt, wieso? Ich finde ihn eigentlich gar nicht so mutig. Ich glaube, man hat das in sich und einfach nur seinen Drang nachgeht. So war es zumindest bei mir. Ich habe eigentlich immer schon selbstständig gearbeitet. Das hat schon in der Schule angefangen, dann neben der Uni, ich habe nie ein richtiges Anstellungsverhältnisse gehabt. Ich bin aber dann trotzdem nach der Uni in ein Angestelltenverhältnis – vielleicht nicht gerutscht, aber – gekommen und habe das aber nach drei Jahren beendet, weil ich irgendwie in der Position nicht richtig glücklich war. Ich wollte wieder mehr Sachen entscheiden können. Das ist, glaube ich, das Ausschlaggebende.

Stefan Mayerhofer: Bei mir war es nicht unähnlich. Ich habe immer den Drang verspürt, dass ich meine eigenen Ideen umsetze. Nachdem die Konstante in meinem Leben, obwohl ich sehr viele Dinge ausprobiert habe, immer die Fotografie war, war es klar, dass es in diesen Bereich geht. Und wenn man seine Ideen umsetzen will, das hat ja Flo auch gesagt, dann muss man einfach.

Florian Schwarz: Dann gibt es keinen Weg vorbei. Das spürt man.

Stefan Mayerhofer: Ob das jetzt Mut ist? Oder, wie du sagst, man tut das Notwendige und macht sich als Unternehmer selbstständig.

CREATIVE REGION: Eure Arbeitsstätte ist das Quartier Studio Linz. Welche Services bietet ihr dort an?

Florian Schwarz: Wir sitzen gerade in unserem Studio, oder nicht wirklich „unser“ Studio …

Stefan Mayerhofer: … in dem Studio, das wir vor einiger Zeit gegründet haben.

Florian Schwarz: Side fact: …

Stefan Mayerhofer: … mit dem Hintergedanken, das Ganze zu „sharen“. Nicht nur wir sitzen hier mit unserer Produktion Captif, sondern auch andere artverwandte Leute. Als wir gegründet haben, haben wir andere Kreativschaffende angezogen, kleine Selbstständige. So sind wir auch heute hier noch aufgestellt, von Foto- und Filmproduktion über Grafik bis Design.

Florian Schwarz: Uns war es damals wichtig, als wir angefangen haben und ein Büro gebraucht haben, einen Raum für das Studio gesucht haben, dass wir auch umgeben von Kreativschaffenden sind.

Stefan Mayerhofer: Genau, das war ein Selbstläufer.

Florian Schwarz: … nicht einsperren in ein Büro, oder so.

Stefan Mayerhofer: Das hat gut funktioniert. Das was heute Captif ist, hat sicher total viel mit unserem Umfeld zu tun. Das ist vielleicht wichtig, das kann man vielleicht auch anderen mitgeben auf den Weg. Ich denke, dafür ist dieses Video auch da. Für uns war einer der ausschlaggebenden Punkte, dass wir immer jemanden habt haben zum Anhalten. Nicht unbedingt Idole, oder so, sondern einfach jemanden, der einen ähnlichen Prozess durchmacht. Vielleicht auch in einer anderen Branche. Jemand, der das Thema Selbstständigkeit oder Kreativität aus einem anderen Blickwinkel sieht, aber bei dem man sich ein Scheibchen abschneiden kann. Und umgekehrt genauso. Ich glaube, dass wir ohne Quartier, bei dem wir damals nicht genau wussten, wo die Reise damit hingeht, als Captif heute nicht das wären.

CREATIVE REGION: Weshalb habt ihr euch auf die Produktion von Musikvideos spezialisiert?

Florian Schwarz: Musiker als Kunden und die Projekte, die dabei entstanden sind, die Videos und die dazugehörenden Fotos, haben sich irrsinnig gut als Akquisetool herausgestellt. Es haben sich sehr viele Projekte infolge dessen ergeben, weil Leute das gesehen und es cool gefunden haben.

Stefan Mayerhofer: Das glaube ich auch. Musik spricht ein so breites Publikum an, Musik konsumiert man auch nebenbei. Das ist für uns „Bildgebende“ dazu ein Tür- und Toröffner in vielen Bereichen.

CREATIVE REGION: Stichwort Kundenakquise: Wie kommt ihr an neue Aufträge?

Stefan Mayerhofer: Das haben wir in der letzten Frage, mit den Musikprojekten, vielleicht schon beantwortet: Wenn dir etwas Spaß macht, kommt meistens etwas Gutes heraus. Und wenn du etwas Gutes in der Hand hältst, dann ist es meistens eine gute Visitenkarte und gleichzeitig ein Akquisetool. Wie wir unsere Kundenakquise machen, ist das was zu Beginn die Frage war. Wir machen das, was wir gerne machen. Dann machen wir es nur mit Leuten, die wir cool finden und dann kommt etwas Tolles heraus und das zeigen wir auch gerne her. Das ist unser bestes Akquisetool und so arbeiten wir.

CREATIVE REGION: Was macht Linz für euch beruflich als auch privat so spannend?

Florian Schwarz: Also, mir fällt da gleich ein Liedtext ein.

Stefan Mayerhofer: Ach so, sag!

Florian Schwarz: Ich bin ja Musiker. Dahoam is dahoam, wannst net fort muasst, so bleib. Oberösterreichische Landeshymne. Das hat auf mich immer zugetroffen. Ich habe hier immer alles gehabt, was ich brauche. Und Linz ist eine kleine Stadt mit einer überschaubaren Kreativszene. Das kann Nachteile und Vorteile haben. Für mich hat das immer Vorteile gehabt. Man kennt sich einfach, man ist gut vernetzt. Und mich hat nie etwas weggebracht aus Linz. Darum bin ich immer noch da.

Stefan Mayerhofer: Ich bin hergekommen und nicht mehr gegangen. Das, was Flo sagt. Mir ist einfach aufgefallen, als „Zuag‘roaster“ – ich bin eigentlich Niederösterreicher, mittlerweile seit 14 Jahren hier –, dass Linz sich irrsinnig gewandelt hat, in der Zeit, in der ich jetzt da bin. Die Kreativszene ist so gewachsen, wie ein Stern, in alle Richtungen. Wir sitzen irgendwo mitten drinnen, kennen viele Leute, sind ein Netzwerkpunkt. Und wir sind mittlerweile gut vernetzt Das macht Spaß, weil man sich austauschen kann. Es gibt viele Plattformen, es gibt die CREATIVE REGION, es gibt Eigeninitiativen, es gibt Netzwerke, die auch ohne klaren Titel auskommen, einfach da sind und sich zwischen und Kreative, auch im Quartier Studio, gebildet haben. Das schätze ich an der Stadt. Wir haben uns gewundert, was alles möglich ist.

CREATIVE REGION: Welchen Rat könnt ihr Personen geben, die sich in dieser Branche selbstständig machen wollen?

Stefan Mayerhofer: Der wichtigste Tipp ist, dass du eigentlich ein großes Netzwerk brauchst. Du kannst nicht heute beschließen, morgen Kreativschaffender oder Videofilmer oder Fotograf oder sonst etwas zu sein. Du musst dich an die Materie herantasten. Da geht es nicht nur um Kundenakquise, sondern um Teamakquise, um Netzwerke bilden, um in der Branche anzukommen. Du wirst nie einen Zugang finden, wenn du es zu technisch siehst und sagst: „Businessplan! Und morgen gehts los!“, sondern man wächst hinein. Man assistiert, usw. Wie war das bei dir?

Florian Schwarz: Bei mir war es auch so. Ich habe schon früh damit angefangen. Man muss sich ein Netzwerk aufbauen. Man lernt Leute kennen.

Stefan Mayerhofer: Über den lernst du wieder den nächsten kennen.

Florian Schwarz: Das ist das Um und Auf. Du kannst nicht von heut auf morgen sagen: „Jetzt starte ich durch.“

CREATIVE REGION: Welche Projekte können wir von Captif Productions in naher Zukunft erwarten?

Stefan Mayerhofer: Wir haben so viel über Oberösterreich jetzt geredet, da können wir die Brücke schlagen zu einem unserer wichtigsten Kunden im vergangenen Jahr und generell: Das ist Oberösterreich Tourismus. Da haben wir die tolle Chance bekommen, ein ganz großes Foto- und Videoprojekt zu realisieren.

Florian Schwarz: Das ist so unser Vorzeigeprojekt, da ist alles so gelaufen, wie wir uns das vorstellen.

Stefan Mayerhofer: Die Produktion war bei uns, Video- und Fotografie mit der gesamten Postproduktion. In dieses Projekt passt unser gesamtes Leistungsspektrum. Es ist die Naturräume-Kampagne des Oberösterreich Tourismus, die jetzt bald anläuft.

Florian Schwarz: Bei der Videoausstrahlung läuft sie wahrscheinlich schon.

Stefan Mayerhofer: Da haben wir wirklich mit einem großen Team von 15 bis 20 Leuten, wenn man den Cast, der mitgespielt hat bei den Videos und Fotos, mitzählt. Wir haben mit einem gebürtigen Linzer Regisseur Antonin Pevny, der sehr viele Werbevideos macht, zurzeit in Berlin zu Hause ist und in Deutschland und international arbeitet. Er war mit uns in der Produktion. Eine Produzentin aus Berlin war auch mit im Boot, die uns organisatorisch und auf der Produktionsseite unterstützt hat und auch das Bindeglied zwischen uns und der Regie. Eine oberösterreichische bzw. Linzer Agentur hat das Ganze geleitet, Fredmansky. Bei denen seid ihr auch schon gewesen (Hier geht’s lang zur –> Creative Coffee Break mit Fredmansky). So haben wir ein tolles Team für eine so riesige Kampagne aufgestellt.

CREATIVE REGION: Bei wem sollten wir unbedingt auf einen Creative Coffee Break vorbeikommen?

Florian Schwarz: Naheliegend ist natürlich, bzw. wenn ihr nicht weit gehen wollt, schaut euch bei uns im Studio um. Hier sitzt auch der ein oder andere Kreative.

Stefan Mayerhofer: Da findet sich sicher jemand.

Florian Schwarz: Die Offoras vielleicht. Ein Atelier, die machen Interior, Bürogestaltung, Design, usw. Wenn ihr doch ein wenig weitergehen wollt …

Stefan Mayerhofer: Mir fällt noch ein, Gletscher, da seid ihr auch noch nicht gewesen, Michi und Markus. Das ist noch ein Tipp von uns, für ein nettes Gespräch mit zwei ganz entspannten Jungs, die im coffee mug sicher keinen Coffee, sondern ein Bier haben werden.

Über die Creative Coffee Breaks

In regelmäßigen Abständen macht sich das Team der CREATIVE REGION Linz & Upper Austria auf, um junge Start-ups und in der Kreativwirtschaft Tätige aus Linz und Oberösterreich bei einer Tasse Kaffee vor die Kamera zu bitten. Alle bisherigen Videos findest du auf YouTube: CREATIVE COFFEE BREAKS

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