So vielseitig sich das entsprechende Angebot zwischen Böhmerwald, Dachstein, Sensengebirge und Ibmer Moor auch präsentiert, ist für eine gute neue Idee immer noch reichlich Platz.
Wenn man zwei unterschiedliche Museumstypen unter ein gemeinsames Dach bringen will, ohne dass dabei die Ausrichtung und Typologie beider Häuser verloren geht, dann ist gestalterisches Feingefühl vonnöten. OrtnerSchinko hat das mit dem Neuauftritt des Lentos und des Nordico bewiesen.
Nach einem Neupositionierungsprozess der Linzer Stadtmuseen Lentos und Nordico schrieb die Linz Stadtmuseum GmbH einen Gestaltungswettbewerb für die beiden Häuser aus, den das Linzer Studio OrtnerSchinko klar gewann. Die Aufgabe dabei war, ein gemeinsames Erscheinungsbild zu schaffen, das die Unterschiedlichkeit der beiden Museen signalisiert und trotzdem eine gewisse Homogenität nach außen trägt. Wolfgang Ortner, Kira Schinko und Simon Walterer, der als externer Gestalter und Projektpartner zu diesem Prozess hinzugezogen wurde, hinterfragten in unzähligen Diskussionen und Entwurfssessions diese Aufgabe, reduzierten Schritt für Schritt die Gestaltung und lösten das Ganze typografisch.
„Wir haben in der konzeptionellen Phase unseres Prozesses zwei stellvertretende Bilder bestimmt: das Lentos als White Cube und das Nordico als Setzkasten“, erklärt Kira Schinko ihr Vorgehen. „Unser Gestaltungsansatz orientiert sich zum einen an der klaren und fordernden Formgebung des Lentos, zum anderen geht er auf die jeweils unterschiedliche Art der Präsentation von Inhalten und Werken in den zwei Museen ein.“
White Cube versus Setzkasten
Das Lentos ist das Kunstmuseum der Stadt Linz und bildet durch die schlichte Architektur eine Landmark am Ufer der Donau. Der Inhalt ist durch abwechselnde themenspezifische Ausstellungen, künstlerische Einzelpositionen und Personalien sowie die Sammlung des Museums geprägt – ein Museum mit internationaler Ausprägung.
Das Nordico hingegen ist ein eher unscheinbarer Museumsbau an der Dametzstraße – doch nur nach außen hin. Inhaltlich orientiert sich das Nordico an interessanten Geschichten und Themen aus Linz und Umgebung. Jede Ausstellung ist durch ein eigenes Narrativ geprägt, das sich auch räumlich widerspiegelt. Der Besucher und die Besucherin wird von Raum zu Raum, von Exponat zu Exponat immer näher an das jeweilige Thema geführt und niederschwellig und unterhaltsam mit Informationen versorgt. Unterschiedlicher können Museen also nicht sein. OrtnerSchinko ist es trotzdem gelungen, beide unter einem Auftritt zu vereinen.
Typografie und Raster verbinden beide Häuser.
credits: Florian Voggeneder
Sieht man sich die bisherigen Arbeiten von OrtnerSchinko an, wird man ein hohes Maß an typografischem Feingespür in jedem Projekt erkennen – auch in diesem Fall. Bei der Vorort-Recherche zu diesem Projekt hatte Wolfgang Ortner festgestellt, dass sechs verschiedene Schriftschnitte im Haus im Einsatz waren. Damit sollte in Zukunft radikal aufgeräumt werden. Nur mehr eine Schrift in einem Schnitt, die immer und überall optimal funktioniert, war das definierte Ziel. In diesem Fall wurde letztendlich ein vereinender Medium-Schriftschnitt gewählt.
Im Gespräch bezeichnet Wolfgang das Lentos als „typografisches Objekt“, das sich durch die Architektur auszeichnet, und das sollte sich auch in der Kommunikation zeigen. Kira präzisiert: „Unter dem Arbeitstitel ‚White Cube‘ war es das Ziel, das Werk beziehungsweise die Kunst prominenter darzustellen. Das Programm und eine einzelne Ausstellung sollten plakativer werden. Der klare, zurückhaltende Einsatz und Umgang mit der Schrift erinnern an eine Bildunterschrift. Die Aufmerksamkeit soll präzise auf das Werk gelenkt werden. Der maßgebliche Teil der Information wird unterhalb der Bildebene verortet und der Absender Lentos bildet die Klammer.“
Im Gegensatz dazu das Nordico: Es offenbart schon auf der Ebene des Plakats mehr. Unter dem Arbeitstitel „Setzkasten“ haben Wolfgang Ortner und Simon Walterer ein System entwickelt, das durch verschiedene Formen und unterschiedliche Farbgebungen ein divergentes Spannungsfeld erzeugen kann. Die Linzer Subkultur sowie die Maler*innen aus dem Großbürgertum finden hier Platz. Das Nordico erzählt Geschichten aus dem regionalen Kunst- und Kulturbetrieb, wozu auch das Plakat auf einer reduzierteren Ebene schon in der Lage sein soll.
Vom Branding zu Website und Kampagne
Basierend auf dem Branding wurde OrtnerSchinko in weiterer Folge mit der Neugestaltung der Webseiten der beiden Museen beauftragt. Auch hier zieht sich das Brandingkonzept klar durch, wobei der Sammlung des Lentos großer Raum gegeben wurde. Schließlich ist das Ausleihen von Kunstwerken ein Teil des Geschäftsmodells des Hauses. Auch fremde Kurator*innen sehen sich gerne das Archiv an, um Inspirationen für die eigene Arbeit zu finden. Lentos und Nordico werden so zu hybriden Museen, die im echten Leben und in den Weiten des Internets leicht zugänglich und aufmerksamkeitsstark um die Gunst der Besucher werben. Dies führte letztendlich auch zu einer Mini-Out-Of-Home-Kampagne im öffentlichen Raum, für die Aufsteller an ungewöhnlichen Orten für die Webseiten der beiden Häuser warben.
Strikt simpel und doch manchmal auch durchgeknallt
OrtnerSchinko ist ein Studio für Grafikdesign und Art Direction, das 2015 von Kira Schinko und Wolfgang Ortner gegründet wurde. Das Team um die beiden entwickelt Gestaltungen und Markenstrategien für Unternehmen und im Bereich Kunst und Kultur. Die Arbeit des Studios ist einerseits den Traditionen des klassischen europäischen Grafikdesigns verpflichtet, überrascht aber anderseits mit unerwarteten Elementen wie dem Magazin der Healthy-Boy-Band.
Acht Räume, 1.200 Jahre Prager und tschechischer Geschichte, rund 250 Schritte: Mitten im ehemaligen Kaufhaus Máj entstand mit „Back in Time Prague“ eine multimediale Zeitreise, die historische Vermittlung, räumliche Inszenierung und Entertainment miteinander verbindet.
Ob Verein, Gemeinde, Kulturprojekt oder Unternehmen: Alle stehen vor derselben Herausforderung. Aufmerksamkeit zu bekommen ist das eine. Menschen langfristig zu begeistern, das andere.Wie entsteht echte Beteiligung? Was motiviert Menschen, sich freiwillig einzubringen? Welche Rolle spielen Sinn, Gemeinschaft und Kommunikation? Und wie werden aus Interessierten Menschen, die Verantwortung übernehmen, mitgestalten oder eine Idee weitertragen?Gemeinsam werfen wir einen Blick auf erfolgreiche Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen und diskutieren, welche Prinzipien überall funktionieren – vom Ehrenamt über Bürger*innenbeteiligung bis hin zum Community Building rund um Unternehmen. Diese Veranstaltung ist spannend für: Unsere Inputgeber*innen Katharina Häckel-Schinkinger Katharina Häckel-Schinkinger, Leiterin der Abteilung Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und ForschungKatharina ist Kommunikationsexpertin. Sie arbeitet dort, wo Worte Gewicht haben: in Krisen, in gesellschaftlichen Debatten und an den Bruchstellen des Zusammenlebens. Aktuell unterstützt sie Österreichs renommierteste Klimaanwältin Michaela Krömer und ihren Verein CLAW, Climate Law, in strategischer Kommunikation und Fundraising. Zuvor gründete sie das Social Business Habibi & Hawara mit, war 2020 Pressereferentin im Kabinett von Gesundheitsminister Rudi Anschober inmitten der größten Gesundheitskrise der Zweiten Republik und leitete mehr als vier Jahre Kommunikation und Fundraising der Caritas Österreich. Zuletzt verantwortete sie von September 2025 bis März 2026 die Krisenkommunikation von SOS-Kinderdorf. Zur Diskussion zu Gast: Michaela Reisenberger Michaela Reisenbergers Wirkungsräume sind seit jeher vielschichtig, überlappend und sich gegenseitig befruchtend. Ihre Ausbildungen in den Bereichen Kulturmanagement, Fotografie, Theater, Philosophie, und Publizistik bilden den Boden für ein wesentlich breiteres Feld, in dem sie beruflich tätig ist. 13 Jahre …
480 Kubikmeter Holz wurden für das Baumwerk in Freistadt verbaut. Entstanden sind 28 Mietwohnungen, die klimabewusste Bauweise, hohe Wohnqualität und ortsübliche Mietpreise miteinander verbinden. Ein Projekt der Landwirtschaftskammer Oberösterreich mit Tp3 Architekten und regionalen Unternehmen.
Doch wie gestaltet man eigentlich eine neue Banknotenserie für ganz Europa? Das Salzburger Branding- und Designstudio PunktFormStrich ist einer von zehn Finalisten im Wettbewerb der Europäischen Zentralbank für die Gestaltung der neuen Euro-Banknoten. Damit ist PunktFormStrich als einziges österreichisches Designstudio im internationalen Finale vertreten. Gemeinsam mit Hans-Christian Kogler, Gründer und Creative Director von PunktFormStrich, schauen wir hinter die Kulissen dieses außergewöhnlichen Designprozesses: vom Briefing der Europäischen Zentralbank über die Entwicklung einer vollständigen Banknotenserie bis zum eingereichten Finalentwurf. Für das vorgegebene Thema „Rivers and Birds“ entwickelte PunktFormStrich ein visuelles Informationssystem rund um verschiedene europäische Vogelarten. Visualisierte Vogelrufe, charakteristische Merkmale und Fluggeschwindigkeiten werden dabei zu Gestaltungselementen. Denn bei einer Banknote ist Design weit mehr als Dekoration: Jedes Detail muss funktionieren, Information vermitteln und gleichzeitig Vertrauen schaffen. Im Talk sprechen wir darüber, wie Gestaltung für ein Medium funktioniert, das potenziell Millionen Menschen über Jahrzehnte begleitet. Wie viel gestalterische Eigenständigkeit verträgt eine Währung? Wie lassen sich Ästhetik, Information, Sicherheit und Barrierefreiheit miteinander verbinden? Und welche Verantwortung entsteht, wenn Design plötzlich gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung bekommt? Wir sprechen darüber, Ein Talk über Gestaltung, Verantwortung und die vielleicht außergewöhnlichste Designaufgabe überhaupt: das Geld, das wir täglich in der Hand halten. Über PunktFormStrich PunktFormStrich ist ein Branding- und Designstudio aus Salzburg. Das Studio entwickelt Markenidentitäten und visuelle Systeme, die Strategie in Gestaltung übersetzen und Orientierung schaffen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Wiedererkennbarkeit und Ästhetik, sondern die Frage, wie Design langfristig Wirkung entfalten und kulturelle Relevanz entwickeln kann.
AI-generated images are everywhere, but do they actually change how architecture is designed? In most practices, AI is still used as a post-production tool. This workshop proposes a different approach: AI as an active design partner, embedded from early research and concept development to geometry, communication, and final presentation. Rather than focusing on image-making alone, the workshop explores how AI reshapes decision-making, iteration, and design thinking. Your Upgrade We move from “AI as renderer” to “AI as design intelligence.” Participants will learn how to integrate AI across: The goal is not better images, but optimized design processes. What We’ll Work On Part 1 — AI in the Creative & Concept Phase (Midjourney) Part 2 — AI in Architectural Communication (Claude) Part 3 — From Geometry to Production (ComfyUI) Part 4 — Reflection & Critical Discussion Who This Is For This workshop is primarily designed for architects, spatial designers, exhibition designers, and interior designers – professionals who work with space, atmosphere and built environments. The tools and workflows are equally relevant for creative professionals and art directors who want to build visual worlds and AI-supported presentation material. What You’ll Take Home What to Bring Please be aware that this workshop will be held in English so conversational skills are necessary. Date & Schedule 12 November 2026 Tickets & Prices Tickets for companies with up to 19 employees (including sole proprietors): €375 excl. VAT (€450 incl. VAT) – each valid for one …
Am 1. Oktober ordnest du mit Sascha Pallenberg Trends für deinen eigenen Kontext ein. Gemeinsam leitet ihr erste Handlungsoptionen und Ansätze für deine eigene Roadmap ab, mit viel Raum für Fragen, Diskussionen und Austausch auf Augenhöhe.
Bühne und Sichtbarkeit, Kreativität und Regionalentwicklung
Sieben Jahre. So lange dauert es durchschnittlich, bis bei Betroffenen Endometriose diagnostiziert wird. Sieben Jahre voller Unsicherheit, Schmerzen und oft frustrierender Arztbesuche. Das Linzer Start-up Diamens möchte diesen Weg verkürzen. Die Gründerinnen entwickeln einen Test, der Endometriose anhand von Menstruationsblut diagnostizieren kann – einfach, niederschwellig und von zu Hause aus anwendbar. Doch hinter der Innovation steckt mehr als medizinische Forschung: Es geht auch um Design, Kommunikation und die Frage, wie man Frauen dort abholt, wo sie Antworten suchen. Wir haben mit Mitgründerin Angelika Lackner über die Entstehung von Diamens, die Bedeutung nutzer*innenzentrierter Entwicklung und den gesellschaftlichen Impact des Projekts gesprochen. „Wir haben festgestellt: Für Menstruationsblut gab es praktisch keine Standards.“ Wie ist die Idee zu Diamens entstanden? Diamens steht für „Diagnose aus Menstruationsblut“. Der Ursprung der Idee lag in der wissenschaftlichen Forschung: Im Rahmen einer bioinformatischen Biomarker-Identifikationspipeline konnten potenzielle Biomarker für Endometriose identifiziert werden. Daraus entstand die Frage, wie diese möglichst patientinnenfreundlich genutzt werden könnten. Das Gründerinnenteam beschäftigte sich daraufhin intensiv mit Menstruationsblut als diagnostischem Probenmaterial – und stellte fest, dass es hierfür praktisch keine etablierten Verfahren gab. „Für Hautproben, Haarproben oder verschiedenste Gewebearten gibt es standardisierte Laborprotokolle. Für Menstruationsblut gab es praktisch nichts.“ Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Diagnostiklösung, die dort ansetzt, wo die Erkrankung ihren Ursprung hat: beim Menstruationszyklus selbst. Aus der Kombination dieser beiden Erkenntnisse entstand die Idee, Menstruationsblut als bislang kaum genutztes diagnostisches Probenmaterial zu erschließen. Aufgrund seiner engen biologischen Verbindung zum …
Freistädter Bier hat etwas, das sich nicht einfach neu erfinden lässt: 250 Jahre Geschichte, eine starke Verankerung im Mühlviertel und eine Community, die eng mit der Marke verbunden ist. Als Freistädter Bier und die Agentur Gruppe am Park ihre Zusammenarbeit starteten, ging es deshalb nicht um einen radikalen Neustart. Es ging um die Frage: Wie lässt sich eine starke Marke weiterentwickeln, ohne das zu verlieren, was sie besonders macht? Die Antwort darauf wurde „Wir sind so frei“. Ein Claim, der Unabhängigkeit, Regionalität und die Herstellungsprinzipien der Brauerei zu einer klaren Haltung verbindet und Freistädter damit bewusst von einem österreichischen Biermarkt abgrenzt, der stark von großen Konzernmarken geprägt ist. Frei von Gentechnik, frei von Zusätzen und ohne multinationalen Konzern im Rücken: Der Claim bringt auf den Punkt, was bereits Teil der Marke war, und schafft gleichzeitig Raum für ihre Weiterentwicklung. Mit reduzierten Plakaten, pointierten Botschaften und einem Auftritt mit Ecken und Kanten wird diese Haltung konsequent in Kommunikation übersetzt. Vor allem aber rückt „Wir sind so frei“ jene Menschen stärker ins Zentrum, die Freistädter Bier seit jeher prägen. Wir haben mit Paul Steininger von Freistädter Bier und Bernhard Buchegger von Gruppe am Park über behutsame Markenarbeit, gegenseitiges Vertrauen, mutige Entscheidungen und die Frage gesprochen, warum eine starke Community für eine regionale Brauerei weit mehr ist als ein Marketinginstrument. Weiterentwickeln statt neu erfinden Die Ausgangslage bedeutete für die Gruppe am Park: genau hinzusehen. Was funktioniert bereits? Was darf keinesfalls verloren gehen? Und …
Am 2. Oktober tauchen wir mit Dörte Spengler-Ahrens konkreter und tiefer in ihre Arbeit ein: Anhand ausgewählter Cases gibt sie Einblicke in Kampagnen, Markenprozesse und die Entscheidungen, die hinter erfolgreichen Arbeiten stehen.
Was passt besser zu mir: Agentur, Inhouse oder Selbstständigkeit? Wie viel kreative Freiheit habe ich wirklich? Wo gibt es mehr Sicherheit, wie spricht man über Geld – und muss man sich überhaupt für einen Weg entscheiden? Diese Fragen standen im Zentrum des letzten Young Creative Club. Zu Gast waren Anna Streitel von PunktFormStrich, Tanja Karlsböck von KEBA und Bettina Friedrich von Atelier April Studios, die drei ziemlich unterschiedliche Perspektiven auf das Arbeiten in der Kreativbranche mitgebracht haben. Schnell wurde klar: So eindeutig, wie die drei Modelle auf den ersten Blick wirken, sind sie gar nicht. Nicht jede Agentur bedeutet Überstunden und Dauerstress. Inhouse zu arbeiten heißt nicht automatisch, wenig kreativ sein zu können. Und Selbstständigkeit bringt zwar viel Freiheit, aber auch ziemlich viel Verantwortung mit sich. Viel wichtiger ist die Frage: Welche Art zu arbeiten passt eigentlich zu mir? Kreativer Freiraum hängt nicht am Jobmodell Eines der ersten Themen im Gespräch war der kreative Freiraum. Denn gerade rund um Agenturen, große Unternehmen und Selbstständigkeit halten sich einige Vorurteile ziemlich hartnäckig. Wie viel man tatsächlich gestalten kann, hängt aber oft stärker vom konkreten Umfeld ab als vom Arbeitsmodell selbst. In kleinen Agenturteams können Hierarchien sehr flach sein und Designer*innen Projekte von der Idee bis zur Umsetzung begleiten. Auch innerhalb eines großen Unternehmens kann viel Freiraum entstehen, wenn Teams selbstorganisiert arbeiten und Entscheidungen eigenständig treffen können. Und auf der anderen Seite heißt selbstständig zu sein nicht, bei jedem Auftrag völlig frei gestalten zu können. Kund*innen, Budgets, bestehende Marken …
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie bauen Marken Zugehörigkeit auf – und warum funktioniert das bei einigen Marken, während andere trotz hoher Budgets kaum Resonanz erzeugen?
Als Peter Bangelmeier 2020 nach Linz zurückkehrte, hatte er eigentlich nur einen Auftrag: das Familienunternehmen Eiler schließen. „Der Grund meiner Rückkehr war eigentlich die Aufgabe, dass ich den Eiler schließe. Das war die einzige Aufgabe, die ich damals hatte, zurückzukommen und schlussendlich alle Mietverträge zu kündigen, alle Arbeitsverträge zu kündigen.“ Wenige Jahre später wurde der eiler als bestes Schuhhandelsunternehmen im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Dazwischen liegen mutige Entscheidungen, kreative Zusammenarbeit und die Überzeugung, dass Tradition und Veränderung kein Widerspruch sein müssen. Darüber sprachen Peter Bangelmeier von der eiler und Wolfgang Ortner von Ortner etc. bei einem Talk im Nordico Stadtmuseum Linz im Rahmen der Ausstellung „Made in Linz“ im Gespräch mit Michaela Scharrer (Creative Region). Als Schließung geplant, als Neustart umgesetzt Für Bangelmeier war die Rückkehr nach Linz zunächst kein Herzensprojekt, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Doch statt die Türen endgültig zu schließen, begann er, Möglichkeiten auszuloten. Pop-up-Stores wurden eröffnet, neue Konzepte getestet und bewusst Signale gesetzt, dass etwas in Bewegung ist. Aus dem bisherigen Unternehmen wurde schließlich eine Neugründung. Aus „dem Eiler von früher“ sollte eine Marke entstehen, die ihre Geschichte bewahrt und gleichzeitig in der Gegenwart angekommen ist. Kann ein Schuhgeschäft eine Marke sein? Eine Frage beschäftigte den Geschäftsführer dabei besonders: „Kann ein Schuhgeschäft eine Marke sein?“ Die Inspiration kam aus Gesprächen mit Kund*innen. Immer wieder hörte er Sätze wie: „Ich trage Eiler Schuhe.“ Obwohl die Schuhe von unterschiedlichsten Herstellern stammten, verbanden die Kund*innen ihr Einkaufserlebnis so stark mit dem …
Was passiert, wenn Wissenschaft die Labor- und Konferenzwelt verlässt und auf Künstler*innen, Festivalpublikum und völlig neue Perspektiven trifft? Seit 2020 bringt der LIT Sonder-Call der Johannes Kepler Universität Linz genau diese Welten zusammen. Forschende und Studierende entwickeln gemeinsam mit Künstler*innen Projekte für das Ars Electronica Festival. Mit einem Anspruch, der über klassische Wissenschaftskommunikation hinausgeht. Denn hier geht es nicht darum, Forschung nachträglich hübsch zu verpacken. Es geht darum, etwas entstehen zu lassen, das keine der beteiligten Disziplinen alleine hätte entwickeln können. Wir haben mit Gregor Pechmann und Denise Atteneder, dem Team hinter dem LIT Sonder-Call darüber gesprochen, warum Wissenschaft den Elfenbeinturm verlassen muss, was Kunst dabei verändern kann und warum ein Festival mit einer unverrückbaren Deadline manchmal genau der richtige Ort für Experimente ist. Wissenschaft raus aus dem Labor Als der JKU Campus 2020 erstmals zu einem Hauptschauplatz des Ars Electronica Festivals wurde, sollte die Universität nicht nur Raum zur Verfügung stellen, sondern sich auch inhaltlich einbringen. Der LIT Sonder-Call entstand vor dem Hintergrund der sogenannten „Third Mission“ von Universitäten: Neben Forschung und Lehre gehört auch der Transfer von Wissen in die Gesellschaft zu ihren Aufgaben. Der Call sollte dafür eine neue Plattform schaffen. „Wissenschaft soll nicht einfach nur zum Selbstzweck da sein. Es geht sehr viel um die dritte Mission einer Universität. Die erste ist forschen, die zweite ist lehren, und die dritte: eben diesen Wissenstransfer an die Öffentlichkeit zu ermöglichen.“, so Gregor Pechmann. Dafür werden Wissenschaftler*innen und Studierende …
Wie gelingt es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Menschen gerne Verantwortung übernehmen, sich als Teil des Teams fühlen und gemeinsam etwas voranbringen wollen? Gerade durch flexible Arbeitsmodelle, unterschiedliche Erwartungen und neue Ansprüche an Führung verändert sich das Miteinander in Unternehmen. Führungskräfte stehen vor der Frage, wie sie Orientierung geben und gemeinsame Ziele stärken können, ohne dabei auf Druck oder starre Vorgaben zu setzen. In diesem Member Circle sprechen wir darüber, was es für echtes Commitment braucht. Was fördert Zusammenhalt und Eigeninitiative? Wie entsteht echte Motivation? Und was können Führungskräfte konkret dazu beitragen, dass Mitarbeiter*innen nicht nur dabei sind, sondern sich aktiv einbringen und mitgestalten wollen? In moderierten Gesprächen entstehen neue Perspektiven und konkrete Lösungsansätze für die eigene Praxis. Der kleine Kreis von ca. 10 Teilnehmer*innen ermöglicht einen direkten, fokussierten Austausch und das Lernen aus den Erfahrungen anderer. Wir diskutieren zu den Fragen: Diese Veranstaltung ist für dich, wenn… Ablauf Die Erkenntnisse des Member Circles werden dir zusammengefasst in einem Sheet geschickt. Anmeldung Die Veranstaltung ist kostenlos für Members, aufgrund der wenigen Plätze ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte melde dich HIER an. Eindrücke vom Member Circle „Besser kommunizieren mit Kund*innen“, am 21. April 2026
Innovation und Transformation, Vernetzung und Kooperation
Kreativwirtschaft ist mehr als Gestaltung. Sie bringt neue Perspektiven in Prozesse, stellt Fragen, die sonst niemand stellt und macht aus einer Idee etwas, das am Markt besteht. Wenn Unternehmen und Kreative früh und auf Augenhöhe zusammenarbeiten, entstehen nicht nur schönere, sondern bessere, manchmal völlig neue Produkte und Services. Drei Projekte aus Oberösterreich zeigen, wie das konkret aussieht: was sie angetrieben hat, was sie gelernt haben und warum sie immer noch zusammenarbeiten. FalkenOhr: Wenn gemeinsames Tüfteln ein Produkt international macht Robert Mayr hatte eine klare Idee: ein Klangmöbel, das nicht nur schön ist, sondern wirklich funktioniert und Technologie, Handwerk und Design vereint. Ein HiFi-Rack für Menschen, die Audiosysteme im sechsstelligen Eurobereich betreiben und die wissen, dass das beste System nur so gut klingt wie das Möbel, auf dem es steht. Was er nicht hatte: das Material dafür. Es gab schlicht keines am Markt, das alle Anforderungen erfüllte. Die Lösung entstand gemeinsam mit Claudia Haslinger und der SFK Technologie Manufaktur in Kirchham, einer Tischlerei, die mit 5-Achs-CNC-Technologie alles von Holz bis Aluminium bearbeitet und Kund*innen von Designstudios bis zur Flugzeugindustrie bedient. Aus einem gemeinsamen Netzwerk zusammengefunden, haben die beiden über Jahre ein eigenes Verbundmaterial entwickelt, das es in dieser Form vorher nicht gab. Kein fertiger Plan, kein garantiertes Ergebnis, nur die gemeinsame Überzeugung, dass es eine Lösung geben muss. „Es hat nie geheißen: Wenn wir das probieren, kostet es. Sondern einfach: Okay, das ist die Aufgabenstellung, probieren wir es einfach. Die Kernthematik …