KI wird oft als Effizienzmaschine diskutiert: schneller arbeiten, Prozesse automatisieren, mehr Output generieren. Doch der eigentliche Effekt geht oft tiefer. Wenn repetitive Aufgaben verschwinden, entsteht plötzlich Raum – für bessere Fragen, strategisches Denken und kreative Arbeit. Gleichzeitig zeigt sich schnell, wie gut Organisationen wirklich darauf vorbereitet sind, KI sinnvoll einzusetzen.
Im Vorfeld unseres Workshops „No More Bullshit Tasks mit Agentic AI“ haben wir unserem Vortragenden Andreas Fraunberger drei Fragen gestellt: darüber, was sich in Organisationen verändert, wenn KI Routinearbeit übernimmt, warum AI-Fitness mehr ist als ein Tool zu bedienen – und welcher persönliche „Bullshit Task“ bei ihm mittlerweile verschwunden ist.
Was verändert sich in Organisationen, wenn repetitive Arbeit systematisch von KI übernommen wird?
„Die meisten denken bei dem Thema sofort an Effizienz. Schneller, billiger, mehr Output. Das stimmt auch, aber das ist nur die halbe Geschichte.
Was ich in Workshops immer wieder sehe: Sobald Leute merken, dass die KI ihnen den ganzen Verwaltungskram abnimmt, passiert etwas Unerwartetes. Die fangen an, sich Fragen zu stellen, für die vorher nie Zeit war. Was wollen wir eigentlich wirklich erzählen? Wie soll sich unser Kunde fühlen? Was ist unser eigentlicher Wert?
Und da kommt ein Thema rein, das die meisten noch gar nicht am Schirm haben: Context Engineering und Daten Management. Also die Frage, wie gut ich meine KI mit den richtigen Informationen füttere. Das wird der entscheidende Qualitäts-Layer. Wer das sauber aufsetzt, kann Bullshit Tasks in rauen Mengen beim Fenster raus kippen.
Die Organisation wird nicht einfach schneller. Sie wird gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Und das ist oft unbequem, aber genau da passiert das Interessante.“
Ist AI-Kompetenz heute schon ein Wettbewerbsfaktor oder unterschätzen viele Unternehmen noch, was „AI Fitness“ bedeutet
„Ehrlich gesagt, ja und ja. Es ist schon ein Wettbewerbsfaktor, und gleichzeitig unterschätzen die meisten noch massiv, was das eigentlich heißt.
Viele Unternehmen glauben, AI Fitness bedeutet, dass die Mitarbeitenden ChatGPT bedienen können. Das ist ungefähr so, als würdest du sagen: Wir sind digital fit, weil alle eine E-Mail-Adresse haben.
AI Fitness heißt: Verstehen, wo KI wirklich Wert schafft und wo nicht. Wissen, welche Prozesse sich lohnen zu automatisieren. Und vor allem – die eigenen Leute mitnehmen, statt ihnen ein Tool vor die Nase zu setzen und zu hoffen, dass es schon irgendwie klappt.
Die Unternehmen, die das jetzt ernst nehmen, werden in zwei Jahren einen Vorsprung haben, den die anderen nicht mehr aufholen.“
Was war dein größter „Bullshit Task“, den dir die KI mittlerweile abnimmt?
„Also, es ist oft einfacher als man glaubt, aber was mir wirklich sehr hilft, ist dass ich viel, viel weniger die Tastatur verwende muss seitdem ich ein spezielles AI tool verwende, die meine Sprache kennt und fast alles sauber transkribieren kann, was ich sage.
Auf der anderen Seite verbringe ich nun viel mehr Zeit damit, tatsächlich zu schreiben, und zwar mit Füllfeder auf schönem Papier.“
Der Workshop „No More Bullshit Tasks“ am 25.3. und 17.4. zeigt, wie sich solche Ansätze konkret in Arbeitsprozesse integrieren lassen – und wie Teams mithilfe von KI wieder mehr Zeit für strategische und kreative Aufgaben gewinnen können.