Im Rahmen des Crossing Europe Filmfestivals in Linz haben wir mit den Filmschaffenden Claudia Wohlgenannt und Markus Bauer über Vereinbarkeit und Work-Life-Balance gesprochen.
Bühne und Sichtbarkeit, Weiterbildung und Wissenstransfer
Im Rahmen des CROSSING EUROPE Filmfestival Linz haben wir mit der Filmemacherin Lena Weiss und dem Videoproduzenten Manuel Bauer über Nachhaltigkeit und Fairness im Filmbusiness gesprochen.
Leistungsdruck, Stress und prekäre Arbeitsverhältnisse sind in der Film- und Kreativwirtschaft leider zu oft die Regel. Während viele Vertreter*innen der „Work Hard, Play Hard-Generation“ vor oder bereits mitten im Burn-out stehen, scheuen junge Kreative zunehmend den Einstieg in die Branche, da sie nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance streben.
Wie können diese Herausforderungen angegangen werden, um eine zukunftsfähige Branche zu fördern? Welche neuen Ansätze und Arbeitsmodelle gibt es hier und wie schafft man künftig eine bessere Vereinbarkeit zwischen Privat- und Berufsleben?
Darüber haben wir im Rahmen des Crossing Europe Filmfestivals in Linz gesprochen. Die Filmschaffenden Claudia Wohlgenannt von Plan C Film Produktion und Markus Bauer von LM.Media GmbH diskutierten mit Wolfgang Gumpelmaier-Mach über ihre Erfahrungen und Herausforderungen. Sie beleuchteten nicht nur die Schwierigkeiten in der Branche, sondern präsentierten auch konkrete Lösungsvorschläge, die zur Verbesserung der Work-Life-Balance und Arbeitsbedingungen beitragen können.
Ziel der jährlich stattfindenden Reihe ist es, praxisnahe Einblicke in filmrelevante Themen zu bieten und zu diskutieren, was in der Branche funktioniert und was nicht. Nach dem letztjährigen Fokus auf Ressourcen und Nachhaltigkeit lag der Schwerpunkt in diesem Jahr auf der „Ressource Mensch“, die im Filmbereich stark gefordert wird und oft an die Grenzen gehen muss. Work-Life-Balance und Resilienz sind daher zentrale Elemente für die Zukunft der Filmbranche.
Persönliche Erfahrungen und Herausforderungen
Claudia Wohlgenannt ist seit 1997 in der Filmbranche tätig und leitet seit 2012 ihre eigene Produktionsfirma, Plan C Film. Am Beginn ihrer Karriere arbeitete sie am Filmset, wo sie die harte Realität der Branche mit langen Arbeitszeiten und hohem Druck erlebte. Diese intensiven Arbeitsbedingungen stellten sie vor große Herausforderungen, insbesondere als sie Mutter wurde.
„Ich musste feststellen, dass die Anforderungen am Set nicht mehr mit meinem Familienleben vereinbar waren.“
Claudia Wohlgenannt, Plan C
Claudia Wohlgenannt; Credit: AOEF Akademie des Öst. FilmsFoto: AOEF Akademie des Öst. Films
Durch Zufall kam sie zum Dokumentarfilm, der flexiblere Arbeitszeiten ermöglichte und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bot. Claudia betont die Wichtigkeit von Work-Life-Balance und engagiert sich in branchenpolitischen Netzwerken für Geschlechtergerechtigkeit und Diversität, u.a. im Berufsgruppenausschuss für Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion.
Markus Bauer ist Gründer und Geschäftsführer des Linzer Videoproduktionsstudios LM.Media GmbH – Studio für bewegende Bilder. Seit über zehn Jahren produziert er Branded Content, Werbespots, Imagefilme und Dokumentarfilme. Am Beginn seiner Karriere fand Markus über ein Praktikum bei Red Bull Media House den Zugang zur Filmproduktion und entschied sich bald, eine eigene Produktionsfirma zu gründen, da er sich in klassischen Anstellungsverhältnissen nicht wohlfühlte.
„Wir haben früh erkannt, wie wichtig es ist, die Work-Life-Balance zu steuern.“
Markus Bauer, LM Media
Sie hinterfragen bewusst, ob Drehs z.B. wirklich am Wochenende stattfinden müssen, und versuchen, solche Arbeitszeiten zu minimieren.
Beide Filmschaffenden betonen, dass es entscheidend ist, bewusste Entscheidungen für eine bessere Work-Life-Balance zu treffen und sich aktiv um die eigene Resilienz zu kümmern. Ihre Erfahrungen zeigen, dass trotz der Herausforderungen in der Filmbranche Wege gefunden werden können, um eine gesunde Balance zwischen Beruf und Privatleben zu erreichen.
Daraus geht hervor, dass Frauen in der Filmbranche oft vor zusätzlichen Herausforderungen stehen, insbesondere wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Viele Menschen mit Betreuungspflichten berichteten, dass sie aufgrund der intensiven Arbeitszeiten und des hohen Drucks Schwierigkeiten haben, ihre beruflichen und familiären Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen. Zudem zeigt die Studie, dass die fehlende Planbarkeit und die unregelmäßigen Arbeitszeiten oft zu einer erhöhten Belastung führen.
Ein vielversprechendes Modell, das aus dieser Studie hervorgegangen ist, ist das Jobsharing. Beim Jobsharing teilen sich zwei oder mehr Personen eine Vollzeitstelle, wodurch die Arbeitslast auf mehrere Schultern verteilt wird. Dies ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und reduziert den Stress, der durch lange Arbeitszeiten und hohe Arbeitsbelastung entsteht. Claudia hebt hervor, dass dieses Modell flexibel gestaltet werden kann, indem die Arbeitszeiten tageweise, halbtägig oder wochenweise aufgeteilt werden.
„Durch diese Flexibilität können sich die Beteiligten besser auf ihre privaten Verpflichtungen und Bedürfnisse einstellen.“
Claudia Wohlgenannt, Plan C
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Bereitstellung von Kinderbetreuungseinrichtungen am Set als wichtige Maßnahmen angesehen werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Eine Forderung hier ist die Nutzung des freiwilligen Zuschuss zur Kinderbetreuung durch Arbeitgeber*innen.
Darüber hinaus wurde hervorgehoben, dass eine größere Unterstützung und Förderung von Diversität in der Branche notwendig ist, um ein inklusiveres Arbeitsumfeld zu schaffen. Maßnahmen wie Mentoring-Programme und Netzwerke für Frauen und unterrepräsentierte Gruppen können dazu beitragen, Barrieren abzubauen und Chancengleichheit zu fördern.
Das bei LM.Media erfolgreich eingeführt Sabbatical ist ein weiteres innovatives Arbeitsmodell. Markus Bauer erklärt:
„Das Sabbatical-Modell ermöglicht es unseren Teammitgliedern, für eine bestimmte Zeit freigestellt zu werden, um sich zu erholen und neue Energie zu tanken.“
Diese Auszeiten tragen nicht nur zur persönlichen Erholung bei, sondern fördern auch neue Perspektiven und kreative Ideen. Markus berichtet, dass die positiven Effekte des Sabbaticals sowohl auf individueller als auch auf Teamebene spürbar sind, da die Mitarbeiter mit frischer Motivation und Inspiration zurückkehren.
Die praktische Umsetzung dieser Modelle in der Filmproduktion kann jedoch mit Herausforderungen verbunden sein. Zum einen erfordert Jobsharing eine gute Abstimmung und Kommunikation zwischen den beteiligten Personen, um einen reibungslosen Ablauf der Arbeit sicherzustellen. Zum anderen muss das Management bereit sein, flexible Arbeitsmodelle zu unterstützen und die notwendigen organisatorischen Strukturen zu schaffen.
Für das Sabbatical-Modell ist es wichtig, dass die Arbeitslast während der Abwesenheit eines Teammitglieds gut verteilt wird und keine Engpässe entstehen. Dies kann durch eine sorgfältige Planung und frühzeitige Kommunikation erreicht werden. Es ist auch wichtig, dass die finanzielle Stabilität des Unternehmens gewährleistet bleibt, um solche Auszeiten ermöglichen zu können.
Ein starkes Netzwerk und gezielte Unterstützungsangebote sind essenziell für Filmschaffende, um den Herausforderungen der Branche erfolgreich zu begegnen. Initiativen wie das Schweizer Modell FOCAL bieten wertvolle Unterstützung und könnten auch in Österreich umgesetzt werden. FOCAL stellt jungen Filmschaffenden Ausbildungsplätze zur Verfügung und vermittelt sie an verschiedene Filmproduktionen, während sie bei FOCAL angestellt bleiben. Dieses Modell schafft stabile Rahmenbedingungen und ermöglicht den Nachwuchstalenten einen strukturierten Einstieg in die Branche.
Die Übertragbarkeit eines solchen Modells auf Österreich könnte einen großen Mehrwert bieten. Indem junge Kreative durch ein zentrales Institut wie FOCAL betreut und ausgebildet werden, könnte eine kontinuierliche Förderung und Begleitung sichergestellt werden. Dies würde nicht nur die Qualität der Ausbildung erhöhen, sondern auch den jungen Filmschaffenden die Möglichkeit bieten, praktische Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig in einem geschützten Umfeld zu arbeiten.
Zusätzlich zu solchen Initiativen sind auch regionale Netzwerke und Austauschplattformen von großer Bedeutung. Organisationen wie die Creative Region Linz and Upper Austria oder der Fachverband Film- und Musikwirtschaft der WKOÖ bieten zahlreiche Möglichkeiten für Weiterbildung, Vernetzung und Austausch. Markus Bauer betont die Wichtigkeit solcher Netzwerke aus eigener Erfahrung:
„Ein starkes Netzwerk hilft, Herausforderungen gemeinsam zu meistern und kreative Lösungen zu finden.“
Selbstausbeutung und faire Bezahlung
Ein zentrales Problem in der Film- und Kreativwirtschaft ist die Selbstausbeutung, oft verbunden mit niedrigen Honoraren, besonders im kreativen und künstlerischen Bereich. Viele Filmschaffende arbeiten aus Leidenschaft und neigen dazu, ihre eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen, was zu Burnout und langfristiger Erschöpfung führen kann. Insbesondere junge Kreative und Frauen sind hiervon häufig betroffen.
Um dieser Problematik entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Strategien und Angebote. Claudia Wohlgenannt betont die Bedeutung von Achtsamkeit auf die eigenen Ressourcen und Energien. An der Filmakademie Wien werden beispielsweise Lehrveranstaltungen angeboten, die den Studierenden vermitteln, wie sie ihre Arbeit nachhaltig gestalten können, ohne ihre Gesundheit zu gefährden. Zudem rät Claudia, ehrlich über Herausforderungen zu sprechen und nicht nur Erfolge zu feiern.
Markus Bauer hebt hervor, wie wichtig es ist, bewusst Projekte auszuwählen und notfalls auch einmal „Nein“ zu sagen. Er berichtet, dass einer seiner wichtigsten Schritte war, ein Projekt abzulehnen, das nicht den Wert seiner Arbeit widerspiegelte. Diese Entscheidung hat ihm geholfen, seinen eigenen Wert besser zu erkennen und langfristig besser bezahlte Projekte anzunehmen.
Ein weiteres wichtiges Instrument sind Seminare und Beratungsangebote, die Filmschaffende dabei unterstützen, ihren eigenen Wert richtig einzuschätzen und faire Honorare zu verhandeln. Der Fachverband Film- und Musikwirtschaft bietet regelmäßig solche Seminare an, um Kreative zu empowern und zu verhindern, dass sie sich unter Wert verkaufen. Diese Weiterbildungen helfen, die eigenen Leistungen korrekt zu kalkulieren und die finanziellen Anforderungen des Lebens in der Kreativbranche zu meistern.
Zusätzlich zur Weiterbildung ist der Austausch in Netzwerken und Verbänden essentiell. Plattformen wie Dok.at der Verband Filmregie und der Kameraverband AAC bieten wertvolle Unterstützung und ermöglichen es, Erfahrungen und Best Practices zu teilen. Solche Netzwerke
tragen dazu bei, dass Filmschaffende sich gegenseitig stärken und gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung eintreten.
Diese Maßnahmen und Angebote sind ein wichtiger Schritt, um die Selbstausbeutung in der Film- und Kreativbranche zu verringern und langfristig faire Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Vernetzung und Kooperation, Weiterbildung und Wissenstransfer
Bei unserer letzten Ausgabe von In Good Company haben wir uns mit Marketingverantwortlichen aus Unternehmen über aktuelle Erfahrungen, Experimente und Herausforderungen mit Linkedin ausgetauscht. Fünf Themen haben die Diskussion besonders geprägt.
AI, Vernetzung und Kooperation, Weiterbildung und Wissenstransfer
Im Rahmen von „KI. Und jetzt?", einer Kooperation von Strategie Austria und Creative Region, erzählen fünf Expert*innen aus Telekommunikation, Industrie und Agentur aus ihrer eigenen Praxis und ihren Learnings im Umgang mit KI.
Freistädter Bier hat etwas, das sich nicht einfach neu erfinden lässt: 250 Jahre Geschichte, eine starke Verankerung im Mühlviertel und eine Community, die eng mit der Marke verbunden ist. Als Freistädter Bier und die Agentur Gruppe am Park ihre Zusammenarbeit starteten, ging es deshalb nicht um einen radikalen Neustart. Es ging um die Frage: Wie lässt sich eine starke Marke weiterentwickeln, ohne das zu verlieren, was sie besonders macht? Die Antwort darauf wurde „Wir sind so frei“. Ein Claim, der Unabhängigkeit, Regionalität und die Herstellungsprinzipien der Brauerei zu einer klaren Haltung verbindet und Freistädter damit bewusst von einem österreichischen Biermarkt abgrenzt, der stark von großen Konzernmarken geprägt ist. Frei von Gentechnik, frei von Zusätzen und ohne multinationalen Konzern im Rücken: Der Claim bringt auf den Punkt, was bereits Teil der Marke war, und schafft gleichzeitig Raum für ihre Weiterentwicklung. Mit reduzierten Plakaten, pointierten Botschaften und einem Auftritt mit Ecken und Kanten wird diese Haltung konsequent in Kommunikation übersetzt. Vor allem aber rückt „Wir sind so frei“ jene Menschen stärker ins Zentrum, die Freistädter Bier seit jeher prägen. Wir haben mit Paul Steininger von Freistädter Bier und Bernhard Buchegger von Gruppe am Park über behutsame Markenarbeit, gegenseitiges Vertrauen, mutige Entscheidungen und die Frage gesprochen, warum eine starke Community für eine regionale Brauerei weit mehr ist als ein Marketinginstrument. Weiterentwickeln statt neu erfinden Die Ausgangslage bedeutete für die Gruppe am Park: genau hinzusehen. Was funktioniert bereits? Was darf keinesfalls verloren gehen? Und …
Am 2. Oktober tauchen wir mit Dörte Spengler-Ahrens konkreter und tiefer in ihre Arbeit ein: Anhand ausgewählter Cases gibt sie Einblicke in Kampagnen, Markenprozesse und die Entscheidungen, die hinter erfolgreichen Arbeiten stehen.
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie bauen Marken Zugehörigkeit auf – und warum funktioniert das bei einigen Marken, während andere trotz hoher Budgets kaum Resonanz erzeugen?
Acht Räume, 1.200 Jahre Prager und tschechischer Geschichte, rund 250 Schritte: Mitten im ehemaligen Kaufhaus Máj entstand mit „Back in Time Prague“ eine multimediale Zeitreise, die historische Vermittlung, räumliche Inszenierung und Entertainment miteinander verbindet.
Am 1. Oktober ordnest du mit Sascha Pallenberg Trends für deinen eigenen Kontext ein. Gemeinsam leitet ihr erste Handlungsoptionen und Ansätze für deine eigene Roadmap ab, mit viel Raum für Fragen, Diskussionen und Austausch auf Augenhöhe.
Was passt besser zu mir: Agentur, Inhouse oder Selbstständigkeit? Wie viel kreative Freiheit habe ich wirklich? Wo gibt es mehr Sicherheit, wie spricht man über Geld – und muss man sich überhaupt für einen Weg entscheiden? Diese Fragen standen im Zentrum des letzten Young Creative Club. Zu Gast waren Anna Streitel von PunktFormStrich, Tanja Karlsböck von KEBA und Bettina Friedrich von Atelier April Studios, die drei ziemlich unterschiedliche Perspektiven auf das Arbeiten in der Kreativbranche mitgebracht haben. Schnell wurde klar: So eindeutig, wie die drei Modelle auf den ersten Blick wirken, sind sie gar nicht. Nicht jede Agentur bedeutet Überstunden und Dauerstress. Inhouse zu arbeiten heißt nicht automatisch, wenig kreativ sein zu können. Und Selbstständigkeit bringt zwar viel Freiheit, aber auch ziemlich viel Verantwortung mit sich. Viel wichtiger ist die Frage: Welche Art zu arbeiten passt eigentlich zu mir? Kreativer Freiraum hängt nicht am Jobmodell Eines der ersten Themen im Gespräch war der kreative Freiraum. Denn gerade rund um Agenturen, große Unternehmen und Selbstständigkeit halten sich einige Vorurteile ziemlich hartnäckig. Wie viel man tatsächlich gestalten kann, hängt aber oft stärker vom konkreten Umfeld ab als vom Arbeitsmodell selbst. In kleinen Agenturteams können Hierarchien sehr flach sein und Designer*innen Projekte von der Idee bis zur Umsetzung begleiten. Auch innerhalb eines großen Unternehmens kann viel Freiraum entstehen, wenn Teams selbstorganisiert arbeiten und Entscheidungen eigenständig treffen können. Und auf der anderen Seite heißt selbstständig zu sein nicht, bei jedem Auftrag völlig frei gestalten zu können. Kund*innen, Budgets, bestehende Marken …
Als Peter Bangelmeier 2020 nach Linz zurückkehrte, hatte er eigentlich nur einen Auftrag: das Familienunternehmen Eiler schließen. „Der Grund meiner Rückkehr war eigentlich die Aufgabe, dass ich den Eiler schließe. Das war die einzige Aufgabe, die ich damals hatte, zurückzukommen und schlussendlich alle Mietverträge zu kündigen, alle Arbeitsverträge zu kündigen.“ Wenige Jahre später wurde der eiler als bestes Schuhhandelsunternehmen im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Dazwischen liegen mutige Entscheidungen, kreative Zusammenarbeit und die Überzeugung, dass Tradition und Veränderung kein Widerspruch sein müssen. Darüber sprachen Peter Bangelmeier von der eiler und Wolfgang Ortner von Ortner etc. bei einem Talk im Nordico Stadtmuseum Linz im Rahmen der Ausstellung „Made in Linz“ im Gespräch mit Michaela Scharrer (Creative Region). Als Schließung geplant, als Neustart umgesetzt Für Bangelmeier war die Rückkehr nach Linz zunächst kein Herzensprojekt, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Doch statt die Türen endgültig zu schließen, begann er, Möglichkeiten auszuloten. Pop-up-Stores wurden eröffnet, neue Konzepte getestet und bewusst Signale gesetzt, dass etwas in Bewegung ist. Aus dem bisherigen Unternehmen wurde schließlich eine Neugründung. Aus „dem Eiler von früher“ sollte eine Marke entstehen, die ihre Geschichte bewahrt und gleichzeitig in der Gegenwart angekommen ist. Kann ein Schuhgeschäft eine Marke sein? Eine Frage beschäftigte den Geschäftsführer dabei besonders: „Kann ein Schuhgeschäft eine Marke sein?“ Die Inspiration kam aus Gesprächen mit Kund*innen. Immer wieder hörte er Sätze wie: „Ich trage Eiler Schuhe.“ Obwohl die Schuhe von unterschiedlichsten Herstellern stammten, verbanden die Kund*innen ihr Einkaufserlebnis so stark mit dem …
Was als entspannter gemeinsamer Abend für unsere Members gestartet ist, hat sich mittlerweile zu einem Fixpunkt im Creative Region Kalender entwickelt. Auch heuer wieder: Zusammenkommen, bekannte Gesichter wiedersehen, neue kennenlernen, Ideen austauschen – und schauen, was daraus entsteht. Denn ein gutes Netzwerk lebt nicht von Visitenkarten und steifem Smalltalk, sondern von Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen. Mittlerweile sind rund 140 Unternehmen Creative Region Members und damit part of the WE. Beim not another get together bringen wir dieses Netzwerk zusammen – unkompliziert, persönlich und im gewohnten Creative Region Vibe. Was dich erwartet: Keine Vorträge. Kein Pflichtprogramm. Kein awkward Networking. Einfach ein Abend zum Reden, Kennenlernen, Wiedersehen, Austauschen und Zusammensein. Hard Facts Die Teilnahme ist für Creative Region Members kostenlos. Bitte sichere dir trotzdem HIER dein Gratis-Ticket, damit wir wissen, mit wie vielen Menschen wir rechnen dürfen. Du bist noch kein Member?Dann ist das vielleicht die perfekte Gelegenheit, einmal reinzuschnuppern, die Community kennenzulernen und herauszufinden, ob du part of the WE werden möchtest. Melde dich dafür einfach bei Kathrin unter kathrin@creativeregion.org. Wo: Cafeteria Frédéric, Hauptplatz 6, 4020 Linz Wann: 26. November 2026, ab 17.00 Uhr HIER findest du alle Infos zur Membership Impressionen vom letztem Jahr:
Individuelle Beratung für deine Business-Herausforderungen Neue Impulse und frische Perspektiven Du stehst vor einer strategischen Entscheidung, suchst nach neuen Wachstumschancen oder brauchst einen ehrlichen Blick von außen? In einer 1:1-Session analysieren wir mit dir gemeinsam deine aktuelle Situation, reflektieren Herausforderungen und skizzieren konkrete Lösungswege. So funktioniert es: Falls dein Anliegen eine tiefere Fachexpertise benötigt, vernetzen wir dich mit passenden Expert*innen. Für wen ist das Format geeignet? Dieses Angebot richtet sich an Einzelunternehmer*innen und kleinere Unternehmen, die sich in einem oder mehreren dieser Punkte wiederfinden: Typische Themen, bei denen wir unterstützen: Unsere Expertise Als Organisation sind wir seit 2011 in der Kreativwirtschaft tätig, zudem bringen unsere Team-Mitglieder mehrjährige Berufserfahrung aus anderen Bereichen mit. Wir haben bereits zahlreiche erfolgreiche Projekte umgesetzt und viele Unternehmen vom Start weg begleitet. Unser tiefgehendes Know-how und Kenntnisse der Herausforderungen der Kreativwirtschaft ermöglichen es uns, praxisnahe und umsetzbare Empfehlungen zu geben. Mit diesem kompakten Format bieten wir dir eine effektive Beratung, die dich und dein Business direkt weiterbringt. Vereinbare einen Termin! Schreib eine E-Mail an kathrin@creativeregion.org mit deiner Telefonnummer.Wir rufen dich zurück und vereinbaren einen Termin. Wir freuen uns auf den Austausch mit dir! Members only – HIER findest du alle weiteren Vorteile der Membership. Bei Fragen wende dich bitte an kathrin@creativeregion.org
Bühne und Sichtbarkeit, Kreativität und Regionalentwicklung
Sieben Jahre. So lange dauert es durchschnittlich, bis bei Betroffenen Endometriose diagnostiziert wird. Sieben Jahre voller Unsicherheit, Schmerzen und oft frustrierender Arztbesuche. Das Linzer Start-up Diamens möchte diesen Weg verkürzen. Die Gründerinnen entwickeln einen Test, der Endometriose anhand von Menstruationsblut diagnostizieren kann – einfach, niederschwellig und von zu Hause aus anwendbar. Doch hinter der Innovation steckt mehr als medizinische Forschung: Es geht auch um Design, Kommunikation und die Frage, wie man Frauen dort abholt, wo sie Antworten suchen. Wir haben mit Mitgründerin Angelika Lackner über die Entstehung von Diamens, die Bedeutung nutzer*innenzentrierter Entwicklung und den gesellschaftlichen Impact des Projekts gesprochen. „Wir haben festgestellt: Für Menstruationsblut gab es praktisch keine Standards.“ Wie ist die Idee zu Diamens entstanden? Diamens steht für „Diagnose aus Menstruationsblut“. Der Ursprung der Idee lag in der wissenschaftlichen Forschung: Im Rahmen einer bioinformatischen Biomarker-Identifikationspipeline konnten potenzielle Biomarker für Endometriose identifiziert werden. Daraus entstand die Frage, wie diese möglichst patientinnenfreundlich genutzt werden könnten. Das Gründerinnenteam beschäftigte sich daraufhin intensiv mit Menstruationsblut als diagnostischem Probenmaterial – und stellte fest, dass es hierfür praktisch keine etablierten Verfahren gab. „Für Hautproben, Haarproben oder verschiedenste Gewebearten gibt es standardisierte Laborprotokolle. Für Menstruationsblut gab es praktisch nichts.“ Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Diagnostiklösung, die dort ansetzt, wo die Erkrankung ihren Ursprung hat: beim Menstruationszyklus selbst. Aus der Kombination dieser beiden Erkenntnisse entstand die Idee, Menstruationsblut als bislang kaum genutztes diagnostisches Probenmaterial zu erschließen. Aufgrund seiner engen biologischen Verbindung zum …
Was passiert, wenn Wissenschaft die Labor- und Konferenzwelt verlässt und auf Künstler*innen, Festivalpublikum und völlig neue Perspektiven trifft? Seit 2020 bringt der LIT Sonder-Call der Johannes Kepler Universität Linz genau diese Welten zusammen. Forschende und Studierende entwickeln gemeinsam mit Künstler*innen Projekte für das Ars Electronica Festival. Mit einem Anspruch, der über klassische Wissenschaftskommunikation hinausgeht. Denn hier geht es nicht darum, Forschung nachträglich hübsch zu verpacken. Es geht darum, etwas entstehen zu lassen, das keine der beteiligten Disziplinen alleine hätte entwickeln können. Wir haben mit Gregor Pechmann und Denise Atteneder, dem Team hinter dem LIT Sonder-Call darüber gesprochen, warum Wissenschaft den Elfenbeinturm verlassen muss, was Kunst dabei verändern kann und warum ein Festival mit einer unverrückbaren Deadline manchmal genau der richtige Ort für Experimente ist. Wissenschaft raus aus dem Labor Als der JKU Campus 2020 erstmals zu einem Hauptschauplatz des Ars Electronica Festivals wurde, sollte die Universität nicht nur Raum zur Verfügung stellen, sondern sich auch inhaltlich einbringen. Der LIT Sonder-Call entstand vor dem Hintergrund der sogenannten „Third Mission“ von Universitäten: Neben Forschung und Lehre gehört auch der Transfer von Wissen in die Gesellschaft zu ihren Aufgaben. Der Call sollte dafür eine neue Plattform schaffen. „Wissenschaft soll nicht einfach nur zum Selbstzweck da sein. Es geht sehr viel um die dritte Mission einer Universität. Die erste ist forschen, die zweite ist lehren, und die dritte: eben diesen Wissenstransfer an die Öffentlichkeit zu ermöglichen.“, so Gregor Pechmann. Dafür werden Wissenschaftler*innen und Studierende …
480 Kubikmeter Holz wurden für das Baumwerk in Freistadt verbaut. Entstanden sind 28 Mietwohnungen, die klimabewusste Bauweise, hohe Wohnqualität und ortsübliche Mietpreise miteinander verbinden. Ein Projekt der Landwirtschaftskammer Oberösterreich mit Tp3 Architekten und regionalen Unternehmen.
Wie gelingt es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Menschen gerne Verantwortung übernehmen, sich als Teil des Teams fühlen und gemeinsam etwas voranbringen wollen? Gerade durch flexible Arbeitsmodelle, unterschiedliche Erwartungen und neue Ansprüche an Führung verändert sich das Miteinander in Unternehmen. Führungskräfte stehen vor der Frage, wie sie Orientierung geben und gemeinsame Ziele stärken können, ohne dabei auf Druck oder starre Vorgaben zu setzen. In diesem Member Circle sprechen wir darüber, was es für echtes Commitment braucht. Was fördert Zusammenhalt und Eigeninitiative? Wie entsteht echte Motivation? Und was können Führungskräfte konkret dazu beitragen, dass Mitarbeiter*innen nicht nur dabei sind, sondern sich aktiv einbringen und mitgestalten wollen? In moderierten Gesprächen entstehen neue Perspektiven und konkrete Lösungsansätze für die eigene Praxis. Der kleine Kreis von ca. 10 Teilnehmer*innen ermöglicht einen direkten, fokussierten Austausch und das Lernen aus den Erfahrungen anderer. Wir diskutieren zu den Fragen: Diese Veranstaltung ist für dich, wenn… Ablauf Die Erkenntnisse des Member Circles werden dir zusammengefasst in einem Sheet geschickt. Anmeldung Die Veranstaltung ist kostenlos für Members, aufgrund der wenigen Plätze ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte melde dich HIER an. Eindrücke vom Member Circle „Besser kommunizieren mit Kund*innen“, am 21. April 2026