Du möchtest kreative und herausragende Employer Branding- und Recruiting-Kampagnen gestalten? Dann bist du im Workshop mit Kommunikationsprofi Robert Seeger richtig.
Wir gingen beim WE ARE SO employer branding am 15. Juni 2023 der Frage nach, was Employer Branding leisten kann und was Kreativagenturen im Speziellen zum Erfolg beitragen können.
brunbauer hat mit seiner Kampagne für den Oberösterreichischen Verkehrsverbund (OÖVV) den Spot On Call “Best Employer Branding” gewonnen. Der OÖVV wollte mit Einblicken in den Alltag von Buslenker*innen die Wertigkeit des Jobs bei potentiellen neuen Mitarbeiter*innen steigern und so dem akuten Personalmangel entgegenwirken. Das Besondere daran: Im kreativen Bereich war die Kampagne eine Kooperation mehrerer EPUs: Stefan Brunbauer (Strategie, Konzeption, Projektleitung), Sabine Kneidinger (Fotografie), Florian Schwarz (Video), Alma Ćatović (Grafikdesign).
Bühne und Sichtbarkeit, Vernetzung und Kooperation, Weiterbildung und Wissenstransfer
Über Geld spricht man nicht? Besonders in Österreich wird das Thema Gehalt oft als Tabu betrachtet – doch gerade in der Kreativwirtschaft ist die Frage nach fairer Bezahlung zentral. Einerseits für die kreative Arbeit selbst bei der Verrechnung beim Kunden in Form von Pricing, andererseits aber auch im Sinne von fairen Gehältern für Mitarbeiter*innen. Steigende Lebenshaltungskosten, ein wachsender Anspruch an Transparenz und der Wunsch nach klaren Karriereperspektiven machen deutlich: Faire Bezahlung von Mitarbeiter*innen ist nicht nur eine Frage der Zahlen, sondern auch der Kultur und des Miteinanders. In einem inspirierenden Vortrag gab Marlene Kapeller, People & Culture Lead bei Fredmansky, Einblicke, wie ihr Unternehmen diese Herausforderungen angeht: Die Herausforderung: Was bedeutet eigentlich „fair“ Für Marlene ist es ganz wichtig zu betonen, die Bedeutung von “fairen Löhnen und Gehältern” in die aktuelle Realität von Unternehmen zu übersetzen: Absolute Fairness existiert nicht – es ist immer eine subjektive Wahrnehmung, denn wer bewertet eigentlich was fair und was angemessen ist? Fair ist nicht gleich fair für alle – es geht darum, eine bessere Balance zu finden. Fairness bedeutet, das System gerechter und transparenter zu machen und nicht Perfektion zu erreichen. “Mein Credo oder mein Grundsatz bei dem Ganzen ist tatsächlich, so was wie absolute Fairness kann es nie geben.“ – Marlene Fredmansky hat diese Grundfrage der Fairness für sich genutzt, um eine systematische Herangehensweise im eigenen Unternehmen zu entwickeln, die individuelle Erwartungen und unternehmerische Ziele vereint, um Gehälter fairer zu gestalten. Ebenfalls wichtig …
Purpose in Unternehmen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Während einige Unternehmen bereits bei ihrer Gründung einen klaren Purpose verfolgen, arbeiten andere ihn erst im Laufe der Zeit heraus und bringen diesen zur Geltung. Es ist das zentrale Leitmotiv, das über die bloße Gewinnerzielung hinausgeht und beschreibt, welchen positiven Beitrag ein Unternehmen für seine Mitarbeiter*innen, Kund*innen, die Gesellschaft und die Umwelt leisten möchte. Er kann die Vision und Mission eines Unternehmens prägen und dient als Kompass für strategische Entscheidungen und tägliche Handlungen.
Im folgenden Artikel haben wir uns mit Expert*innen aus verschiedenen Bereichen über die wesentlichen Fragen rund um Purpose ausgetauscht und diskutiert, warum es entscheidend ist, Purpose klar zu kommunizieren. Die Gespräche verdeutlichten, dass Kreativität und authentische Kommunikation bei der Entwicklung und Umsetzung einer Purpose-Strategie eine zentrale Rolle spielen.
Emotionaler Purpose: Mehr als nur ein Gedanke
Als Organisationsentwicklerin und Expertin für Zukunftsthemen bei PLANET Architects beschäftigt sich Jeanny Gucher intensiv mit dem Konzept des „Purpose“ in Unternehmen. Sie legt dabei besonderen Wert auf das Erleben am Arbeitsplatz, insbesondere auf die „Workplace Experience“ und „Employee Experience“. Ihre Arbeit konzentriert sich darauf, wie tiefgreifende Unternehmenszwecke die tägliche Arbeitsumgebung und Mitarbeiter*innen-Interaktionen beeinflussen können.
Emotionale Tiefe des Purpose: Gucher betont, dass der Purpose weit über kognitive Überlegungen hinausgeht und als tiefes, emotionales Erlebnis erfahren werden muss. Er sollte also spürbar sein, um seine volle Wirkung entfalten zu können. Es ist eine emotionale Resonanz, die Menschen motiviert und inspiriert, über ihre Grenzen hinauszugehen und Herausforderungen zu bewältigen.
„Echter Purpose ist nicht nur ein Gedanke, sondern ein Gefühl, das man mit dem Körper und der Seele wahrnimmt – fast wie das Verliebtsein, das Schmetterlinge im Bauch erzeugt.“
Jeanny Gucher, Future Work Expertin
Jeanny Gucher bei WE ARE SO purpose; Foto: Claudia Kappl
Dynamische Entwicklung des Purpose: Der individuelle Purpose eines Menschen verändert sich im Laufe des Lebens und der Karriere. Dies ist eng mit der persönlichen Entwicklung und den unterschiedlichen Phasen im Leben verbunden. Während sich der Purpose in der Kindheit vielleicht auf Zugehörigkeit und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein, konzentriert, verschiebt sich der Fokus im Erwachsenenalter möglicherweise hin zu Klarheit, Ordnung und beruflichem Wachstum. Diese unterschiedlichen Phasen zeigen, dass Purpose nicht statisch ist, sondern sich kontinuierlich entwickelt und an neue Erfahrungen und Lebensphasen angepasst wird.
Integration von Purpose in die Organisationspraxis: Gucher betont, dass es nicht ausreicht, Purpose nur zu deklarieren; er muss in der Organisationspraxis verwirklicht werden. Das bedeutet, dass Unternehmen echte, spürbare Initiativen umsetzen müssen, die über bloße Absichtserklärungen hinausgehen. Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle dabei, den Purpose authentisch vorzuleben und sicherzustellen, dass er in den täglichen Aktivitäten der Organisation verankert ist. Nur wenn Führungskräfte den Purpose nicht nur intellektuell verstehen, sondern auch emotional leben, kann er glaubwürdig und effektiv vermittelt werden.
Ein wesentlicher Bestandteil von Guchers Ansatz ist die Integration von Purpose in die täglichen Abläufe und die Unternehmenskultur. Sie schlägt vor, Purpose etwa durch gezielte Onboarding-Prozesse und individuelle Entwicklungspläne in die Arbeitswelt zu integrieren. Diese sollten darauf abzielen, die persönlichen Werte und Ziele der Mitarbeiter*innen mit den Unternehmenszielen in Einklang zu bringen. Solche Maßnahmen fördern eine Unternehmenskultur, in der sich Mitarbeiter*innen wirklich mit den Zielen der Organisation identifizieren können und so die Motivation und Bindung an das Unternehmen gestärkt wird.
Purpose spielt auch eine bedeutende Rolle dabei, Orientierung in einer komplexen und informationsüberfluteten Welt zu bieten. Gucher zieht in ihrer Argumentation Parallelen zu einem Zitat von Friedrich Nietzsche, das die Notwendigkeit eines klaren „Warum“ für die Bewältigung von Herausforderungen und das Finden von Freude in schwierigen Situationen betont. Sie verknüpft dies mit der Idee, dass Purpose den individuellen und kollektiven Erfolg eines Unternehmens beeinflusst, indem er als Leitfaden dient, der über einfache geschäftliche Ziele hinausgeht.
Ein tief empfundener und authentisch gelebter Purpose ist, so Gucher, entscheidend für die Motivation und Bindung von Mitarbeiter*innen sowie für den langfristigen Erfolg von Organisationen. Sie fordert Unternehmen auf, sich nicht nur auf oberflächliche Marketingstrategien zu verlassen, sondern echten, emotionalen Purpose zu entwickeln, der spürbar und glaubwürdig ist. Dieser Purpose bietet nicht nur Orientierung in einer schnelllebigen Welt, sondern trägt auch zur Schaffung einer starken Unternehmenskultur bei, die den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt gewachsen ist.
Kreativität und Kommunikation: Der Schlüssel zu einem lebendigen Purpose
Mit über 20 Jahren Erfahrung im Bereich Digitalisierung und Kommunikation bringt Robert Seeger von der Agentur für Kommunikationskunst die Diskussion um Purpose auf eine praktische Ebene. Mit scharfer Kritik an unauthentischer Kommunikation verdeutlicht er, wie wichtig es ist, einen echten und emotionalen Purpose zu entwickeln und umzusetzen und bestätigt, dass dieser emotional erfahrbar sein sollte.
Robert Seeger bei WE ARE SO purpose; Foto: Claudia Kappl
Robert unterscheidet dabei drei Typen von Unternehmen in Bezug auf ihren Purpose:
Bullshit-Bullshit-Unternehmen: Diese Unternehmen präsentieren einen Purpose, der oft nur als Marketing-Gag dient und wenig Substanz hat. Robert nennt hier als Beispiel ein großes Mineralöl- und Erdgasunternehmen, dessen Purpose nicht ernsthaft verfolgt wird und eher wie eine leere Floskel wirkt. In solchen Unternehmen wird der Purpose häufig nur als oberflächliches Werbemittel verwendet, ohne dass er tatsächlich in der Unternehmensstrategie oder -kultur verankert ist.
Plus-Minus-Unternehmen: Bei diesen Unternehmen gibt es zwar einen klaren Purpose, doch das Arbeitsumfeld und die Unternehmenskultur stehen oft im Widerspruch dazu. Mitarbeiter*innen haben zwar eine klare Vorstellung von den Zielen des Unternehmens, finden jedoch die Arbeitsbedingungen oder die interne Struktur nicht förderlich für die Erreichung dieser Ziele. Seeger weist darauf hin, dass es frustrierender sein kann, in einem Umfeld zu arbeiten, in dem der Purpose nicht realisierbar ist, als in einem Unternehmen ohne klaren Purpose. In diesen Fällen ist die Diskrepanz zwischen dem gelebten Purpose und der tatsächlichen Arbeitsrealität besonders spürbar und demotivierend.
Purpose-Pleasure-Unternehmen: Diese seltenen Unternehmen vereinen einen authentischen Purpose mit einem Arbeitsumfeld, das es ermöglicht, diesen auch tatsächlich zu leben. Seeger hebt hervor, dass solche Unternehmen nicht nur ihren Mitarbeiter*innen eine klare Richtung geben, sondern auch ein Umfeld schaffen, in dem der Purpose spürbar und erfüllend ist. Der Purpose wird hier nicht nur kommuniziert, sondern auch durch die Unternehmenskultur und -praxis unterstützt, was zu einem hohen Maß an Mitarbeiter*innen-Engagement und Zufriedenheit führt.
Als Beispiel für eine gelungene Integration von Purpose in die Kommunikation nennt Robert etwa das Leichtathletik-Meeting Weltklasse Zürich. Die Herausforderung bestand hier darin, die Begeisterung für diesen Sport auch an Menschen zu vermitteln, die sich normalerweise nicht dafür interessieren. „Weltklasse“ bedeutet hier, sich jeden Tag ein Stückchen zu verbessern und nach kontinuierlicher Exzellenz zu streben. Dieses „Warum“ dient als Leitmotiv für alle kreativen und kommunikativen Maßnahmen rund um das Event. In der Kommunikation von Weltklasse Zürich wird dieser Ansatz genutzt, um ein breites Publikum anzusprechen. Emotionale Clips, die die Reise von Sportler*innen von der Kindheit bis zum Erfolg dokumentieren, machen den Weg zur Weltklasse greifbar und nachvollziehbar.
„Der einfachste Purpose entsteht aus dem, was du ohnehin tust. Schau dir genau an, was du machst, und erkenne daraus deinen Purpose. Er muss nicht immer etwas Großes wie die Welt retten sein.“
Robert Seeger, Kommunikationsexperte und Keynote-Speaker
Als Beispiel von Robert dient eine Kampagne von Raiffeisen-Vorsorgewohnungen. Sie nutzt auf Social Media Videos, in denen vergleichsweise langweile Situationen zu sehen sind und kombiniert diese humorvoll mit dem Claim „Die beste Vorsorge ist eine ohne Nervenkitzel.“ Auf diese Weise wird der Purpose des Unternehmens kreativ kommuniziert: „Stabilität und Verlässlichkeit“ in einer unsicheren Welt.
Foto: Screenshot
Ein zentrales Anliegen Robert Seegers ist die Bedeutung der internen Kommunikation. Der Purpose muss nicht nur nach außen kommuniziert werden, sondern auch innerhalb des Unternehmens gelebt und gespürt werden. Seeger betont, dass eine gute Kampagne so überzeugend sein sollte, dass die Mitarbeiter*innen selbst begeistert darüber sprechen. Nur wenn die eigenen Mitarbeiter*innen den Purpose als authentisch erleben, kann er effektiv nach außen getragen werden. Er empfiehlt, dass Unternehmen ihre interne Kommunikation stärken und den Purpose so integrieren, dass er sowohl in der täglichen Arbeit als auch in der externen Kommunikation klar und konsistent vertreten ist.
Als Beispiel nennt er hier als Purpose-Pleasure-Unternehmen das Familien- und Kinderhotel Moargut. Es zeigt, wie ein gut gelebter Purpose sowohl intern als auch extern effektiv umgesetzt werden kann. Der zentrale Purpose dieses Anwesens ist es, Kinderträume zu verwirklichen und Kinderaugen zum Strahlen zu bringen. Diese klare und emotionale Zielsetzung prägt jede Facette des Moorguts und motiviert die Mitarbeiter*innen täglich.
Purpose in der Praxis: Authentizität und Herausforderungen
Als Geschäftsführer des Eferdinger Büromöbelherstellers Hali beleuchtet Daniel Erlinger aus der Sicht eines mittelgroßen Industrieunternehmens, wie Purpose erfolgreich implementiert und gelebt werden kann. Erlinger hat als CFO nicht nur die Zahlen des Unternehmens im Blick, sondern sorgt auch dafür, dass der „Fun at Work“-Gedanke sowohl für die Kund*innen als auch für die Mitarbeiter*innen erlebbar wird. Er soll über den bloßen Spaß hinaus eine echte Freude am Arbeitsplatz fördern. Dieser Ansatz reflektiert sich nicht nur in den Möbeln, die Hali produziert, sondern auch in der Unternehmenskultur und den täglichen Arbeitsabläufen.
Ein entscheidender Schritt war laut Erlinger die Definition der Unternehmenswerte „frech“, „smart“ und „variantenreich“. Diese Werte wurden im Rahmen des „Fun at Work“-Prozesses entwickelt, der 2018 begann, als Hali von der BGO-Gruppe übernommen wurde. Dieser ermöglichte es den Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Abteilungen, aktiv an der Definition der Unternehmenswerte und des Purpose mitzuwirken. Dies geschah durch das Erstellen eines „Horizonts“, auf dem Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft des Unternehmens gesammelt wurden. Der „Horizont“ repräsentierte die Vision und die Wünsche der Mitarbeiter*innen und diente als Grundlage für die weitere Entwicklung der Unternehmenswerte.
Daniel Erlinger bei WE ARE SO purpose;Foto: Claudia Kappl
Auf dieser Reise gab es zahlreiche Erkenntnisse, die Daniel folgendermaßen zusammenfasst:
Regelmäßige Kommunikation: Die Einführung sogenannter Navi-Meetings, die alle sechs Wochen stattfinden, hat sich als effektives Mittel erwiesen, um den Purpose und die Werte im Unternehmen lebendig zu halten. Diese Treffen bieten einen Raum für offene Kommunikation zwischen Mitarbeiter*innen und Geschäftsführung und helfen dabei, die Unternehmenswerte kontinuierlich zu thematisieren und weiterzuentwickeln.
Harmonisierung der Wahrnehmung: Die Herausforderung, die interne Kultur mit der externen Wahrnehmung zu harmonisieren, ist ein zentraler Punkt. Es ist wichtig, die Unterschiede in der Wahrnehmung zwischen verschiedenen Mitarbeiter*innen-Gruppen zu erkennen und gezielt anzugehen, um eine einheitliche Unternehmenskultur zu fördern.
Verantwortlichkeiten und Integration: Klare Verantwortlichkeiten zu definieren und sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter*innen eingebunden sind, ist essenziell. Die kontinuierliche Kommunikation und Anpassung der Maßnahmen sind notwendig, um den Purpose des Unternehmens erfolgreich zu leben.
Nachhaltigkeit als Teil des Purpose: Initiativen wie die Pave-App, die nachhaltige Anreisen der Mitarbeiter*innen belohnt, stärken das Gefühl des Purpose und werden von ihnen positiv aufgenommen. Solche Maßnahmen tragen dazu bei, den Purpose in der täglichen Praxis zu verankern.
Wachstum durch Fluktuation: Die Betrachtung von Fluktuation als Teil des Wachstumsprozesses zeigt, dass Veränderungen und neue Perspektiven Chancen für Erneuerung und Weiterentwicklung bieten. Jeder Abgang kann als Gelegenheit für Fortschritt und Verbesserung genutzt werden.
Mitarbeiter*innen-Beteiligung: Die Einbeziehung der Mitarbeiter*innen in den Prozess der Werte- und Purpose-Definition ist entscheidend.
„Mitarbeiter*innen aktiv in die Entwicklung und Umsetzung des Unternehmenszwecks einzubeziehen, fördert ein Gefühl der Mitverantwortung und Identifikation mit den Unternehmenswerten.“
Daniel Erlanger, Co-Geschäftsführer und CFO von Hali
Daniel Erlinger betont, dass die vorgestellten Ansätze und Erfahrungen bei Hali nicht nur die Freude bei der Arbeit fördern, sondern auch als Inspiration für andere Unternehmen dienen können, ihren eigenen Purpose zu definieren und umzusetzen.
Ein starker Purpose steigert also die Motivation der Mitarbeiter*innen, stärkt die Kund*innenbindung und sichert langfristig den Erfolg. Zudem fördert er kreative und klare Kommunikation nach außen, hilft Unternehmen dabei, ihre Botschaften überzeugend zu vermitteln und eine tiefere Verbindung zu Kund*innen und Partner*innen aufzubauen. Darüber hinaus spielt er eine zentrale Rolle im Employer Branding, Recruiting und in der gesamten Kommunikationsstrategie.
Die Inhalte dieses Textes basieren auf Vorträgen und Diskussionen, die während der Veranstaltung WE ARE SO purpose am 4. Juli 2024 präsentiert wurden.
1 | 10
WE ARE SO purpose – Moderator Wolfgang Gumpelmaier-Mach
2 | 10
WE ARE SO purpose – Jeanny Gucher von PLANET Architects
3 | 10
WE ARE SO purpose – Robert Seeger
4 | 10
WE ARE SO purpose – Daniel Erlinger von Hali
5 | 10
WE ARE SO purpose – Unser Publikum
6 | 10
WE ARE SO purpose – mehr Publikumsfragen
7 | 10
WE ARE SO purpose – Robert Seeger – eben noch im Publikum
8 | 10
WE ARE SO purpose – Publikumsfrage
9 | 10
WE ARE SO purpose – Networking
10 | 10
WE ARE SO purpose – talk talk talk
Foto-Credits: Claudia Kappl, Creative Region Linz & Upper Austria
Die Vorträge wurden mit Whisper transkribiert, ChatGPT wurde zur Strukturierung und Zusammenfassung des Textes verwendet.
AI, Vernetzung und Kooperation, Weiterbildung und Wissenstransfer
Vor allem: Mensch sein. Wir können immer mehr produzieren, automatisieren und auslagern. Technologien entwickeln sich in einem Tempo, das selbst jene kaum mehr vorhersagen können, die sich täglich damit beschäftigen. Ideen und Inhalte lassen sich in Sekundenschnelle produzieren, Bilder generieren, Texte schreiben, Aufgaben delegieren. Aber wenn plötzlich fast alles möglich ist: Was wird dadurch eigentlich wichtiger? Worauf sollen wir uns fokussieren? Genau diese Frage zog sich beim ausverkauften Future m[eats] Creativity? 2026 fast überraschend deutlich durch alle fünf Impulse. Im Ars Electronica Center ging es um technologische Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen, um Individualismus und Community, um unsere Beziehung zu künstlicher Intelligenz, um starke Ideen und um Kuration. Fünf Perspektiven, die an sehr unterschiedlichen Punkten starteten und doch immer wieder bei ähnlichen Fragen ankamen: Was wollen wir mit all den neuen Möglichkeiten anfangen? Was verdient unsere Aufmerksamkeit? Was berührt Menschen wirklich? Und welche Rolle wollen wir selbst dabei spielen? Zwischen den Impulsen servierte das Team von Rossbarth ein fünfgängiges Menü mit Getränkebegleitung von Helena Jordan (Café Capra), die Gedanken aus den Vorträgen wurden anschließend direkt an den Tischen mit den Impulsgeber*innen weiterdiskutiert. „Ich glaube, dass der nächste große Trend etwas ganz Simples ist: Mensch sein.“ Tech-Analyst und ehemaliger Head of Digital Transformation bei Daimler, Sascha Pallenberg, eröffnete den Abend mit einem Blick auf internationale technologische Entwicklungen und darauf, wie radikal sich ein Wirtschaftsstandort innerhalb weniger Jahrzehnte verändern kann. Seine Wahlheimat Taiwan wurde durch langfristige Investitionen in Halbleiter, Consumer Electronics und entsprechende …
Bei dieser Ausgabe von In Good Company dreht sich alles um die Marketingplanung 2027. Welche Maßnahmen, Kampagnen und Kanäle haben 2026 tatsächlich Wirkung gezeigt? Welche Maßnahmen führen wir 2027 fort, welche bauen wir aus, reduzieren oder beenden wir bewusst?
Vernetzung und Kooperation, Weiterbildung und Wissenstransfer
Bei unserer letzten Ausgabe von In Good Company haben wir uns mit Marketingverantwortlichen aus Unternehmen über aktuelle Erfahrungen, Experimente und Herausforderungen mit Linkedin ausgetauscht. Fünf Themen haben die Diskussion besonders geprägt.
AI, Vernetzung und Kooperation, Weiterbildung und Wissenstransfer
Im Rahmen von „KI. Und jetzt?", einer Kooperation von Strategie Austria und Creative Region, erzählen fünf Expert*innen aus Telekommunikation, Industrie und Agentur aus ihrer eigenen Praxis und ihren Learnings im Umgang mit KI.
Freistädter Bier hat etwas, das sich nicht einfach neu erfinden lässt: 250 Jahre Geschichte, eine starke Verankerung im Mühlviertel und eine Community, die eng mit der Marke verbunden ist. Als Freistädter Bier und die Agentur Gruppe am Park ihre Zusammenarbeit starteten, ging es deshalb nicht um einen radikalen Neustart. Es ging um die Frage: Wie lässt sich eine starke Marke weiterentwickeln, ohne das zu verlieren, was sie besonders macht? Die Antwort darauf wurde „Wir sind so frei“. Ein Claim, der Unabhängigkeit, Regionalität und die Herstellungsprinzipien der Brauerei zu einer klaren Haltung verbindet und Freistädter damit bewusst von einem österreichischen Biermarkt abgrenzt, der stark von großen Konzernmarken geprägt ist. Frei von Gentechnik, frei von Zusätzen und ohne multinationalen Konzern im Rücken: Der Claim bringt auf den Punkt, was bereits Teil der Marke war, und schafft gleichzeitig Raum für ihre Weiterentwicklung. Mit reduzierten Plakaten, pointierten Botschaften und einem Auftritt mit Ecken und Kanten wird diese Haltung konsequent in Kommunikation übersetzt. Vor allem aber rückt „Wir sind so frei“ jene Menschen stärker ins Zentrum, die Freistädter Bier seit jeher prägen. Wir haben mit Paul Steininger von Freistädter Bier und Bernhard Buchegger von Gruppe am Park über behutsame Markenarbeit, gegenseitiges Vertrauen, mutige Entscheidungen und die Frage gesprochen, warum eine starke Community für eine regionale Brauerei weit mehr ist als ein Marketinginstrument. Weiterentwickeln statt neu erfinden Die Ausgangslage bedeutete für die Gruppe am Park: genau hinzusehen. Was funktioniert bereits? Was darf keinesfalls verloren gehen? Und …
Was passt besser zu mir: Agentur, Inhouse oder Selbstständigkeit? Wie viel kreative Freiheit habe ich wirklich? Wo gibt es mehr Sicherheit, wie spricht man über Geld – und muss man sich überhaupt für einen Weg entscheiden? Diese Fragen standen im Zentrum des letzten Young Creative Club. Zu Gast waren Anna Streitel von PunktFormStrich, Tanja Karlsböck von KEBA und Bettina Friedrich von Atelier April Studios, die drei ziemlich unterschiedliche Perspektiven auf das Arbeiten in der Kreativbranche mitgebracht haben. Schnell wurde klar: So eindeutig, wie die drei Modelle auf den ersten Blick wirken, sind sie gar nicht. Nicht jede Agentur bedeutet Überstunden und Dauerstress. Inhouse zu arbeiten heißt nicht automatisch, wenig kreativ sein zu können. Und Selbstständigkeit bringt zwar viel Freiheit, aber auch ziemlich viel Verantwortung mit sich. Viel wichtiger ist die Frage: Welche Art zu arbeiten passt eigentlich zu mir? Kreativer Freiraum hängt nicht am Jobmodell Eines der ersten Themen im Gespräch war der kreative Freiraum. Denn gerade rund um Agenturen, große Unternehmen und Selbstständigkeit halten sich einige Vorurteile ziemlich hartnäckig. Wie viel man tatsächlich gestalten kann, hängt aber oft stärker vom konkreten Umfeld ab als vom Arbeitsmodell selbst. In kleinen Agenturteams können Hierarchien sehr flach sein und Designer*innen Projekte von der Idee bis zur Umsetzung begleiten. Auch innerhalb eines großen Unternehmens kann viel Freiraum entstehen, wenn Teams selbstorganisiert arbeiten und Entscheidungen eigenständig treffen können. Und auf der anderen Seite heißt selbstständig zu sein nicht, bei jedem Auftrag völlig frei gestalten zu können. Kund*innen, Budgets, bestehende Marken …
Acht Räume, 1.200 Jahre Prager und tschechischer Geschichte, rund 250 Schritte: Mitten im ehemaligen Kaufhaus Máj entstand mit „Back in Time Prague“ eine multimediale Zeitreise, die historische Vermittlung, räumliche Inszenierung und Entertainment miteinander verbindet.
Doch wie gestaltet man eigentlich eine neue Banknotenserie für ganz Europa? Das Salzburger Branding- und Designstudio PunktFormStrich ist einer von zehn Finalisten im Wettbewerb der Europäischen Zentralbank für die Gestaltung der neuen Euro-Banknoten. Damit ist PunktFormStrich als einziges österreichisches Designstudio im internationalen Finale vertreten. Gemeinsam mit Hans-Christian Kogler (Creative Director) & Gregor Sams (Managing Director), Gründer von PunktFormStrich, schauen wir hinter die Kulissen dieses außergewöhnlichen Designprozesses: vom Briefing der Europäischen Zentralbank über die Entwicklung einer vollständigen Banknotenserie bis zum eingereichten Finalentwurf. Für das vorgegebene Thema „Rivers and Birds“ entwickelte PunktFormStrich ein visuelles Informationssystem rund um verschiedene europäische Vogelarten. Visualisierte Vogelrufe, charakteristische Merkmale und Fluggeschwindigkeiten werden dabei zu Gestaltungselementen. Denn bei einer Banknote ist Design weit mehr als Dekoration: Jedes Detail muss funktionieren, Information vermitteln und gleichzeitig Vertrauen schaffen. Im Talk sprechen wir darüber, wie Gestaltung für ein Medium funktioniert, das potenziell Millionen Menschen über Jahrzehnte begleitet. Wie viel gestalterische Eigenständigkeit verträgt eine Währung? Wie lassen sich Ästhetik, Information, Sicherheit und Barrierefreiheit miteinander verbinden? Und welche Verantwortung entsteht, wenn Design plötzlich gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung bekommt? Wir sprechen darüber, Ein Talk über Gestaltung, Verantwortung und die vielleicht außergewöhnlichste Designaufgabe überhaupt: das Geld, das wir täglich in der Hand halten. Über PunktFormStrich PunktFormStrich ist ein Branding- und Designstudio aus Salzburg. Das Studio entwickelt Markenidentitäten und visuelle Systeme, die Strategie in Gestaltung übersetzen und Orientierung schaffen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Wiedererkennbarkeit und Ästhetik, sondern die Frage, wie Design langfristig Wirkung entfalten und kulturelle Relevanz entwickeln kann.
Wie gelingt es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Menschen gerne Verantwortung übernehmen, sich als Teil des Teams fühlen und gemeinsam etwas voranbringen wollen? Gerade durch flexible Arbeitsmodelle, unterschiedliche Erwartungen und neue Ansprüche an Führung verändert sich das Miteinander in Unternehmen. Führungskräfte stehen vor der Frage, wie sie Orientierung geben und gemeinsame Ziele stärken können, ohne dabei auf Druck oder starre Vorgaben zu setzen. In diesem Member Circle sprechen wir darüber, was es für echtes Commitment braucht. Was fördert Zusammenhalt und Eigeninitiative? Wie entsteht echte Motivation? Und was können Führungskräfte konkret dazu beitragen, dass Mitarbeiter*innen nicht nur dabei sind, sondern sich aktiv einbringen und mitgestalten wollen? In moderierten Gesprächen entstehen neue Perspektiven und konkrete Lösungsansätze für die eigene Praxis. Der kleine Kreis von ca. 10 Teilnehmer*innen ermöglicht einen direkten, fokussierten Austausch und das Lernen aus den Erfahrungen anderer. Wir diskutieren zu den Fragen: Diese Veranstaltung ist für dich, wenn… Ablauf Die Erkenntnisse des Member Circles werden dir zusammengefasst in einem Sheet geschickt. Anmeldung Die Veranstaltung ist kostenlos für Members, aufgrund der wenigen Plätze ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte melde dich HIER an. Eindrücke vom Member Circle „Besser kommunizieren mit Kund*innen“, am 21. April 2026
Individuelle Beratung für deine Business-Herausforderungen Neue Impulse und frische Perspektiven Du stehst vor einer strategischen Entscheidung, suchst nach neuen Wachstumschancen oder brauchst einen ehrlichen Blick von außen? In einer 1:1-Session analysieren wir mit dir gemeinsam deine aktuelle Situation, reflektieren Herausforderungen und skizzieren konkrete Lösungswege. So funktioniert es: Falls dein Anliegen eine tiefere Fachexpertise benötigt, vernetzen wir dich mit passenden Expert*innen. Für wen ist das Format geeignet? Dieses Angebot richtet sich an Einzelunternehmer*innen und kleinere Unternehmen, die sich in einem oder mehreren dieser Punkte wiederfinden: Typische Themen, bei denen wir unterstützen: Unsere Expertise Als Organisation sind wir seit 2011 in der Kreativwirtschaft tätig, zudem bringen unsere Team-Mitglieder mehrjährige Berufserfahrung aus anderen Bereichen mit. Wir haben bereits zahlreiche erfolgreiche Projekte umgesetzt und viele Unternehmen vom Start weg begleitet. Unser tiefgehendes Know-how und Kenntnisse der Herausforderungen der Kreativwirtschaft ermöglichen es uns, praxisnahe und umsetzbare Empfehlungen zu geben. Mit diesem kompakten Format bieten wir dir eine effektive Beratung, die dich und dein Business direkt weiterbringt. Vereinbare einen Termin! Schreib eine E-Mail an kathrin@creativeregion.org mit deiner Telefonnummer.Wir rufen dich zurück und vereinbaren einen Termin. Wir freuen uns auf den Austausch mit dir! Members only – HIER findest du alle weiteren Vorteile der Membership. Bei Fragen wende dich bitte an kathrin@creativeregion.org
Was passiert, wenn Wissenschaft die Labor- und Konferenzwelt verlässt und auf Künstler*innen, Festivalpublikum und völlig neue Perspektiven trifft? Seit 2020 bringt der LIT Sonder-Call der Johannes Kepler Universität Linz genau diese Welten zusammen. Forschende und Studierende entwickeln gemeinsam mit Künstler*innen Projekte für das Ars Electronica Festival. Mit einem Anspruch, der über klassische Wissenschaftskommunikation hinausgeht. Denn hier geht es nicht darum, Forschung nachträglich hübsch zu verpacken. Es geht darum, etwas entstehen zu lassen, das keine der beteiligten Disziplinen alleine hätte entwickeln können. Wir haben mit Gregor Pechmann und Denise Atteneder, dem Team hinter dem LIT Sonder-Call darüber gesprochen, warum Wissenschaft den Elfenbeinturm verlassen muss, was Kunst dabei verändern kann und warum ein Festival mit einer unverrückbaren Deadline manchmal genau der richtige Ort für Experimente ist. Wissenschaft raus aus dem Labor Als der JKU Campus 2020 erstmals zu einem Hauptschauplatz des Ars Electronica Festivals wurde, sollte die Universität nicht nur Raum zur Verfügung stellen, sondern sich auch inhaltlich einbringen. Der LIT Sonder-Call entstand vor dem Hintergrund der sogenannten „Third Mission“ von Universitäten: Neben Forschung und Lehre gehört auch der Transfer von Wissen in die Gesellschaft zu ihren Aufgaben. Der Call sollte dafür eine neue Plattform schaffen. „Wissenschaft soll nicht einfach nur zum Selbstzweck da sein. Es geht sehr viel um die dritte Mission einer Universität. Die erste ist forschen, die zweite ist lehren, und die dritte: eben diesen Wissenstransfer an die Öffentlichkeit zu ermöglichen.“, so Gregor Pechmann. Dafür werden Wissenschaftler*innen und Studierende …
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie bauen Marken Zugehörigkeit auf – und warum funktioniert das bei einigen Marken, während andere trotz hoher Budgets kaum Resonanz erzeugen?
AI-generated images are everywhere, but do they actually change how architecture is designed? In most practices, AI is still used as a post-production tool. This workshop proposes a different approach: AI as an active design partner, embedded from early research and concept development to geometry, communication, and final presentation. Rather than focusing on image-making alone, the workshop explores how AI reshapes decision-making, iteration, and design thinking. Your Upgrade We move from “AI as renderer” to “AI as design intelligence.” Participants will learn how to integrate AI across: The goal is not better images, but optimized design processes. What We’ll Work On Part 1 — AI in the Creative & Concept Phase (Midjourney) Part 2 — AI in Architectural Communication (Claude) Part 3 — From Geometry to Production (ComfyUI) Part 4 — Reflection & Critical Discussion Who This Is For This workshop is primarily designed for architects, spatial designers, exhibition designers, and interior designers – professionals who work with space, atmosphere and built environments. The tools and workflows are equally relevant for creative professionals and art directors who want to build visual worlds and AI-supported presentation material. What You’ll Take Home What to Bring Please be aware that this workshop will be held in English so conversational skills are necessary. Date & Schedule 12 November 2026 Tickets & Prices Tickets for companies with up to 19 employees (including sole proprietors): €375 excl. VAT (€450 incl. VAT) – each valid for one …
Bühne und Sichtbarkeit, Kreativität und Regionalentwicklung
Sieben Jahre. So lange dauert es durchschnittlich, bis bei Betroffenen Endometriose diagnostiziert wird. Sieben Jahre voller Unsicherheit, Schmerzen und oft frustrierender Arztbesuche. Das Linzer Start-up Diamens möchte diesen Weg verkürzen. Die Gründerinnen entwickeln einen Test, der Endometriose anhand von Menstruationsblut diagnostizieren kann – einfach, niederschwellig und von zu Hause aus anwendbar. Doch hinter der Innovation steckt mehr als medizinische Forschung: Es geht auch um Design, Kommunikation und die Frage, wie man Frauen dort abholt, wo sie Antworten suchen. Wir haben mit Mitgründerin Angelika Lackner über die Entstehung von Diamens, die Bedeutung nutzer*innenzentrierter Entwicklung und den gesellschaftlichen Impact des Projekts gesprochen. „Wir haben festgestellt: Für Menstruationsblut gab es praktisch keine Standards.“ Wie ist die Idee zu Diamens entstanden? Diamens steht für „Diagnose aus Menstruationsblut“. Der Ursprung der Idee lag in der wissenschaftlichen Forschung: Im Rahmen einer bioinformatischen Biomarker-Identifikationspipeline konnten potenzielle Biomarker für Endometriose identifiziert werden. Daraus entstand die Frage, wie diese möglichst patientinnenfreundlich genutzt werden könnten. Das Gründerinnenteam beschäftigte sich daraufhin intensiv mit Menstruationsblut als diagnostischem Probenmaterial – und stellte fest, dass es hierfür praktisch keine etablierten Verfahren gab. „Für Hautproben, Haarproben oder verschiedenste Gewebearten gibt es standardisierte Laborprotokolle. Für Menstruationsblut gab es praktisch nichts.“ Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Diagnostiklösung, die dort ansetzt, wo die Erkrankung ihren Ursprung hat: beim Menstruationszyklus selbst. Aus der Kombination dieser beiden Erkenntnisse entstand die Idee, Menstruationsblut als bislang kaum genutztes diagnostisches Probenmaterial zu erschließen. Aufgrund seiner engen biologischen Verbindung zum …
Als Peter Bangelmeier 2020 nach Linz zurückkehrte, hatte er eigentlich nur einen Auftrag: das Familienunternehmen Eiler schließen. „Der Grund meiner Rückkehr war eigentlich die Aufgabe, dass ich den Eiler schließe. Das war die einzige Aufgabe, die ich damals hatte, zurückzukommen und schlussendlich alle Mietverträge zu kündigen, alle Arbeitsverträge zu kündigen.“ Wenige Jahre später wurde der eiler als bestes Schuhhandelsunternehmen im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Dazwischen liegen mutige Entscheidungen, kreative Zusammenarbeit und die Überzeugung, dass Tradition und Veränderung kein Widerspruch sein müssen. Darüber sprachen Peter Bangelmeier von der eiler und Wolfgang Ortner von Ortner etc. bei einem Talk im Nordico Stadtmuseum Linz im Rahmen der Ausstellung „Made in Linz“ im Gespräch mit Michaela Scharrer (Creative Region). Als Schließung geplant, als Neustart umgesetzt Für Bangelmeier war die Rückkehr nach Linz zunächst kein Herzensprojekt, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Doch statt die Türen endgültig zu schließen, begann er, Möglichkeiten auszuloten. Pop-up-Stores wurden eröffnet, neue Konzepte getestet und bewusst Signale gesetzt, dass etwas in Bewegung ist. Aus dem bisherigen Unternehmen wurde schließlich eine Neugründung. Aus „dem Eiler von früher“ sollte eine Marke entstehen, die ihre Geschichte bewahrt und gleichzeitig in der Gegenwart angekommen ist. Kann ein Schuhgeschäft eine Marke sein? Eine Frage beschäftigte den Geschäftsführer dabei besonders: „Kann ein Schuhgeschäft eine Marke sein?“ Die Inspiration kam aus Gesprächen mit Kund*innen. Immer wieder hörte er Sätze wie: „Ich trage Eiler Schuhe.“ Obwohl die Schuhe von unterschiedlichsten Herstellern stammten, verbanden die Kund*innen ihr Einkaufserlebnis so stark mit dem …