Außenansicht des ehemaligen ÖBB-Bahnhofsgebäudes Ebensee Landungsplatz, 2025Foto: Creative Region Linz & Upper Austria

Was passiert, wenn ein vergessener Ort wieder Bedeutung gewinnt?

Von Wolfgang Gumpelmaier-Mach, 31. März 2026

Ein Ort mit Geschichte und einem starken Wunsch nach Zukunft

Der ehemalige ÖBB-Bahnhof am Landungsplatz in Ebensee ist einer von vielen in Europa mit reicher Geschichte. Einst ein Ort des Ankommens und Aufbrechens, heute leer, still und ungenutzt. Aber voller Potenzial.

Genau hier haben wir angesetzt und Studierende der Kunstuniversität Linz, die Gemeinde Ebensee und ihre Bürger*innen, die Verantwortlichen der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH sowie lokale Institutionen und Gestalter*innen zusammengebracht, um den Ort neu zu denken.

Die Züge der ÖBB halten nach wie vor am Landungsplatz, das Gebäude selbst steht jedoch leer. In der Bevölkerung wird er heute vor allem als Durchgangsraum wahrgenommen.

In Gesprächen mit der Gemeinde und anderen Akteur*innen wurde schnell klar: der Wunsch nach einem offenen Treffpunkt, einem Ort für Begegnung, Kultur und gemeinschaftliche Aktivitäten ist groß.

Vom Gespräch zum Prozess

Das Projekt wurde als Semesterprojekt in den Architekturstudiengang der Kunstuniversität Linz (basehabitat) integriert und von nonconform, einem Büro mit Schwerpunkt auf partizipativer Planung, sowie dem Team von Aufbruch Salzkammergut begleitet.

Den Auftakt bildete im Oktober 2025 eine Feldrecherche vor Ort: in Interviews, Workshops und der intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte setzten sich Studierende, Projektpartner*innen und lokale Akteur*innen gemeinsam mit dem Landungsplatz auseinander.

„Es war eine sehr interessante Erfahrung, und ich bin froh, dass wir diesen Prozess durchlaufen haben. Wenn Wissen von außen auf Augenhöhe hereinkommt, ist das für uns sehr wichtig. Wir lassen uns nicht gerne von außen sagen, was wir tun sollen, aber wir sind sehr daran interessiert, gemeinsam daran zu arbeiten, unsere Gemeinde Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.“
– Sabine Promberger, Bürgermeisterin Ebensee


Fünf Szenarien für den Landungsplatz

Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelten die Studierenden im Wintersemester 2025/26 fünf prototypische Zukunftsszenarien für eine mögliche Zwischennutzung des Bahnhofsgebäudes und seines Umfelds. Eingebettet ist das Projekt in das EU-Projekt DECORATOR, in dessen Rahmen wir auf regionaler Ebene gemeinsam mit dem Building Innovation Cluster die Transformation hin zu einer zirkulären Bauweise vorantreibt und dabei technische, soziale und gestalterische Dimensionen zusammen denkt.

Die Ideen reichen von einem Materialcafé und Marktband, das Kreislaufwirtschaft erlebbar macht, über ein kleines Gemeindehaus als offenen Begegnungsort bis hin zu einem Kinder- und Jugendzentrum, neuen öffentlichen Treffpunkten im Ortskern oder einem Aussichtsturm mit Artist Residencies als kulturellem Impuls.

Allen Konzepten gemeinsam: Sie denken den Ort nachhaltig, ressourcenschonend und gemeinschaftlich weiter und bauen bewusst auf dem vorhandenen Bestand und den lokalen Strukturen auf.

Ergebnisse sichtbar machen

Am 6. März 2026 wurden die Ergebnisse in Ebensee im Beisein von Bürgermeisterin, Gemeinderat, ÖBB Immobilienmanagement und vor allem vielen interessierten Bürger*innen präsentiert. Das Motto des Nachmittags: Was könnte aus dem Landungsplatz werden?

Zum Abschluss übergaben die Studierenden ihre Modelle, Pläne und die gesamte Ausstellung offiziell an die Gemeinde. Noch bis Ende April ist sie im Gemeindeamt Ebensee zu sehen.

Was bleibt: neue Perspektiven, konkrete Ideen und Lust, weiterzumachen.

Tauche ein in den gesamten Prozess, von der ersten Recherche bis zu den fünf konkreten Zukunftsszenarien und entdecke alle Hintergründe und Details: Treffpunkt „Landungsplatz“ – A Participatory Design Approach for Temporary Use


„Treffpunkt Landungsplatz“ ist Teil des EU Projektes DECORATOR, das aus dem Programm Interreg Danube Transnational gefördert wird.

Ziel von DECORATOR ist es, die zirkuläre Transformation im Bausektor der Donauregion voranzutreiben. DECORATOR betrachtet die Donauregion als ein lebendiges Reallabor, in dem innovative Tools zur Erforschung und Erprobung bereitstehen, um die Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft zu bewältigen. Diese Aspekte umfassen ökologische, technologische, soziokulturelle und wirtschaftliche Aspekte – ein ganzheitlicher Ansatz für eine nachhaltige Zukunft.

Decorator wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission im Programm Interreg Danube Region finanziert.


Geschrieben von Wolfgang Gumpelmaier-Mach

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