Wie müssen Städte künftig gestaltet sein, damit sie lebenswert sind? Wie funktionieren die Städte der Zukunft und was können Städtebau und Stadtentwicklung dazu beitragen, um liebens- und lebenswerte Wohn- und Arbeitsatmosphären zu schaffen?
Wie hat sich der Begriff „Arbeit“ in den vergangenen Jahren verändert? "Die Einstellung zur Arbeit und welchen Stellenwert sie für die Menschen hat, haben sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Corona war ein Booster für diesen Wertewandel."
Bühne und Sichtbarkeit, Kreativität und Regionalentwicklung
Ziel der Open Studios Steyr ist es, einen Einblick in innovative Arbeitsweisen der Kreativen zu erhalten, zu verstehen was sie bewegt und antreibt, die Persönlichkeiten hinter den Arbeiten kennen zu lernen und zu verstehen, wie ihre Arbeit den Alltag und die Region prägt.
Wie aus einer architektonischen Notwendigkeit ein cooles Produkt entstehen kann, zeigt die Lampe DARF von Philipp Weinberger und MARCH GUT, produziert von Wever & Ducré.
Christoph March und Marek Gut sind mit ihrer reduzierten Formensprache und klarer Ästhetik seit zehn Jahren fixer Bestandteil der heimischen Interior- und Möbeldesignszene. In der aktuellen Creative Coffee Break erzählen sie unter anderem davon, wie ihre kulturelle Herkunft die Arbeit beeinflusst, warum Deadlines gut sind und was ihr Erfolgsgeheimnis ist.
Design kann der Funktion folgen und auf ein Minimum reduziert sein, es aber auch schlicht sein und trotzdem sinnlich. Diesen Weg geht das Designstudio Lucy.D.
Barbara Ambrosz und Karin Santorso sind LUCY.D. Das Designerinnenduo sorgt mit ihren Designs regelmäßig für Aufsehen. Welche Bedeutung Awards für sie haben und wie sie trotz Deadlines kreativ und inspiriert bleiben, erzählen sie uns bei einer Tasse Kaffee.
AUSTRIANFASHION sucht bis 30.11.21 Künstler*innen, Designer*innen, Handwerker*innen sowie Produktionsstätten aus den Bereichen Mode, Textil, Produktdesign, Schmuck und Skulptur für die Entwicklung einer kollaborativen Produktlinie.
Der globale Massenmarkt hat Macht. Anlässlich der oö. Landesausstellung 2021 in Steyr „Arbeit Wohlstand Macht“ drehte sich beim dritten und letzten Open Studios Steyr Talk 2021 alles ums Thema Marktmacht und wie sie heimisches Produktdesign von morgen beeinflusst. Designer*innen und Produzent*innen, die die Möbel der Zukunft entwickeln, gestalten und herstellen, wollen sich mit gutem Design mutig dieser Macht stellen. Und das ist gar nicht so einfach, schon gar nicht, wenn in Serie und in Europa produziert werden soll.
Wie die Kreativszene und die hiesige Industrie den Spagat zwischen Nachhaltigkeit und Marktfähigkeit schaffen, darüber sprach Barbara Ambrosz, Kuratorin der Open Studios Steyr und Teil des Designer-Duos LUCY.D, mit Laura Wiesner vom Büromöbelhersteller Wiesner-Hager, Marek Gut von MARCH GUT, Sophie Wittmann von TREWIT und Franz Kühberger von Kühberger & Haas im Culturcontainer am Vorplatz des Museums Arbeitswelt.
Nachhaltigkeit durch Langlebigkeit
Der internationale Möbelmarkt ist umkämpft und seit Jahren von „Fast Furniture“ und Diskontmöbeln geprägt. Wie auch das Fast-Fashion-Pendant in der Mode schadet der maßlose Möbelkonsum Mensch und Umwelt massiv: Lacke, die teilweise nicht nur ungesund und umweltbelastend sind, sondern auch das Recycling verkomplizieren, Unmengen an Verpackungsmüll und die unkontrollierte Abholzung von Wäldern und Regenwäldern – die Auswirkungen sind auf vielen Ebenen dramatisch.
Der Statusbericht „Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich“, der im Mai 2021 vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie herausgegeben wurde und auf das Jahr 2019 referenziert, weist 276.686 Tonnen Sperrmüll aus österreichischen Haushalten und ähnlichen Einrichtungen aus. Das entspricht einer Zunahme von 5,1 % innerhalb eines Jahres. Seit 1991 hat sich das Aufkommen von Sperrmüll in Österreich stetig erhöht. Die Gründe dafür liegen neben der Bevölkerungszunahme und dem gestiegenen Lebensstandard auch in der Verringerung der Nutzungsdauer von Konsumgütern wie z. B. Möbeln. Sie sind neben Matratzen, Sanitäreinrichtungen, Holz und Holzwerkstoffen wesentliche Bestandteile des Sperrmülls in Österreich.
Sperrmüll aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen 1991–2019 (Quelle: www.bmk.gv.at, Statusbericht 2021, S. 32)
Im Sinne einer nachhaltigeren Zukunft muss der Trend also (wieder) weg von Fast Furniture hin zu Langlebigkeit bei der Möbelnutzung gehen. Bei der Gestaltung von Interieur legt man bei Kühberger & Haas genau darauf besonderen Wert. An den Möbeln sollten im besten Fall mehrere Generationen Freude haben. Franz Kühberger, Co-CEO bei Kühberger & Haas, der sich u. a. für die mobilen Fabspace-Hangars verantwortlich zeichnet, sieht Designer*innen in der Verantwortung, die Kund*innen dahingehend zu beraten und sie durch nachhaltige Konzepte in gewisser Weise zu führen – ausgehend von der Verwertung von Bestandseinrichtungen über den Einsatz und die Kombination von neuen Materialien bis hin zur regionalen Möbelproduktion.
Nachhaltigkeit durch Regionalität
Was bei Lebensmitteln schon in aller Munde ist, bleibt in der Möbelbranche noch weitestgehend unbedacht: Regionalität. Die Herkunft der Materialien (vom Holz bis zu den unsichtbaren Bauteilen) und auch der Produktionsstandort an sich sind bei den Konsument*innen oft nicht am Radar und weniger ausschlaggebend für den Kauf als der Preis.
„Vergleicht man Bio-Lebensmittel mit der Möbelindustrie, ist das Bewusstsein für Regionalität beim Möbelkauf nicht vorhanden. Regionalität wird als etwas Rustikales wahrgenommen, auch weil sie in der Werbung so dargestellt wird. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir die Konsument*innen motivieren, Interesse für die Herkunft der Möbel zu zeigen und Regionalität nachzufragen.“
Marek Gut von MARCH GUT
Marek Gut beim Talk in Steyr, credits Julia Ludwig
In Europa zu produzieren ist in der Möbel- und Interieurbranche nicht selbstverständlich, denn z. B. die Leuchtenindustrie oder Serienproduktionen sind besonders eng mit Asien verflechtet. Für Sophie Wittmann, die mit ihren Brüdern Max und Rudi den Familienbetrieb TREWIT in Scharnstein weiterführt, sind es vor allem Kooperationen, die den Erfolg heimischer Produktion sichern:
„Regionale Produktionsketten punkten durch kurze Distanzen bei Lieferungen und beim gegenseitigen Austausch. Dadurch funktionieren Geschäftsbeziehungen auf einer partnerschaftlichen Ebene und auf Augenhöhe. Unsere Lieferanten werden zu Kunden und wir zu Kunden unserer Lieferanten.“
Sophie Wittmann von TREWIT
Nachhaltigkeit durch Innovation und Design
Versucht man als Möbelproduzent*in ausschließlich aus heimischen Massivhölzern zu fertigen und rein ökologische Werkstoffe zu verwenden, stößt man schnell an Grenzen. Sophie Wittmann weiß das aus eigener Erfahrung, denn für bestimmte Möbelfunktionen gibt es kaum industriereife Werkstoffalternativen, vor allem bei nicht sichtbaren Materialien, aber auch bei der Verpackung.
„Geht man in die Tiefe eines Produkts, merkt man schnell, dass es gar nicht so einfach ist, ausschließlich ökologische Werkstoffe zu verwenden, weil es sie oft schlichtweg gar nicht gibt. Deshalb ist das Design gefordert, Alternativen zu finden.“
Sophie Wittmann
Sohpie Wittmann beim Talk in Steyr, credits Julia Ludwig
Designer*innen sind deshalb gefragt, nicht nur in alternativen Materialien zu denken, sondern auch gewisse Funktionalitätsanforderungen zu hinterfragen. Gespannte Stoffsitzflächen sind zum Beispiel ungefragt die bessere Wahl als Schaumstoffsitzpolster. Ein Möbelstück mit der gewünschten Funktion auszustatten, es nachhaltig und gleichermaßen ästhetisch zu gestalten und herzustellen, ist die große Kunst der Designer*innen und Produzent*innen der Zukunft.
„Schön ist etwas, wenn die Funktion keine Wünsche offenlässt und das Herz zu lachen beginnt. Die Funktion ist die Basis, die Qualität der Funktion ist ebenfalls eine Grundlage. Das, was an einem Möbel Freude macht, ist die Ästhetik.“
Franz Kühberger von Kühberger & Haas
Franz Kühberger, credits Hannes Ecker
Auch bei den Herstellungsverfahren ist Entwicklungspotenzial vorhanden. Marek Gut und das Team von MARCH GUT, die seit zehn Jahren fixer Bestandteil der heimischen Interieur- und Möbeldesignszene sind, nutzen schon bei der Produktentwicklung neue Technologien, um die Grenzen und Möglichkeiten von Designs auszuloten. So ist beispielsweise der 3D-Druck ein probates Hilfsmittel für die Prototypenentwicklung. Für eine positive Entwicklung in Richtung einer nachhaltigeren Möbelindustrie braucht es also fundamentale Kompetenzen aufseiten der Designer*innen und der Produzent*innen hinsichtlich Funktion und Ästhetik, technisches Know-how und nicht zuletzt reflektierte Konsument*innen.
„Ein nachhaltiges Morgen ist keine Option. Wir sind als Unternehmen in der Pflicht, den Nutzer*innen die Produkte und Lösungen dafür bereitzustellen und sie in dieser Lebenshaltung durch Weiterentwicklung zu inspirieren.“
Laura Wiesner von Wiesner-Hager
Laura Wiesner beim Talk in Steyr, credits Julia Ludwig
Für Laura Wiesner, die als zweite Geschäftsführerin von Wiesner-Hager seit Frühling 2021 neben ihrem Vater die Geschicke des Familienunternehmens lenkt, gilt das auch für Büromöbel. Wiesner-Hager ist spezialisiert auf Möbel für Kommunikationsräume, Objekt- und Büromöbel. Wie wir in Zukunft arbeiten werden, wird auch die Anforderungen an Arbeitsmöbel verändern. Auf Basis von New-Work-Ansätzen und neuen Arbeitsszenarien durch Corona werden sich Arbeitgeber*innen künftig noch genauer überlegen, wie Mitarbeiter*innen eigentlich arbeiten und welche Möblierung sie dafür brauchen.
Für eine nachhaltigere Zukunft in der Möbelbranche braucht es also neue Ideen, Engagement und den Mut der Kreativen und der Produzent*innen. Den Mut, neue Wege zu gehen und sich der Macht des Massenmarktes entgegenzustellen. Die Produkte, die wir morgen brauchen, entstehen durch das klare Bekenntnis zu mehr Nachhaltigkeit, durch kreative Ansätze im Design, das durch neue technologische Möglichkeiten Form erhält, mit dem Anspruch, funktionale und schöne Möbel herzustellen, die das Potenzial zum Erbstück haben.
Ob Verein, Gemeinde, Kulturprojekt oder Unternehmen: Alle stehen vor derselben Herausforderung. Aufmerksamkeit zu bekommen ist das eine. Menschen langfristig zu begeistern, das andere.Wie entsteht echte Beteiligung? Was motiviert Menschen, sich freiwillig einzubringen? Welche Rolle spielen Sinn, Gemeinschaft und Kommunikation? Und wie werden aus Interessierten Menschen, die Verantwortung übernehmen, mitgestalten oder eine Idee weitertragen?Gemeinsam werfen wir einen Blick auf erfolgreiche Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen und diskutieren, welche Prinzipien überall funktionieren – vom Ehrenamt über Bürger*innenbeteiligung bis hin zum Community Building rund um Unternehmen. Diese Veranstaltung ist spannend für: Unsere Inputgeber*innen Katharina Häckel-Schinkinger Katharina Häckel-Schinkinger ist Kommunikationsexpertin. Sie arbeitet dort, wo Worte Gewicht haben: in Krisen, in gesellschaftlichen Debatten und an den Bruchstellen des Zusammenlebens. Aktuell unterstützt sie Österreichs renommierteste Klimaanwältin Michaela Krömer und ihren Verein CLAW, Climate Law, in strategischer Kommunikation und Fundraising. Zuvor gründete sie das Social Business Habibi & Hawara mit, war 2020 Pressereferentin im Kabinett von Gesundheitsminister Rudi Anschober inmitten der größten Gesundheitskrise der Zweiten Republik und leitete mehr als vier Jahre Kommunikation und Fundraising der Caritas Österreich. Zuletzt verantwortete sie von September 2025 bis März 2026 die Krisenkommunikation von SOS-Kinderdorf. Zur Diskussion zu Gast: Michaela Reisenberger Michaela Reisenbergers Wirkungsräume sind seit jeher vielschichtig, überlappend und sich gegenseitig befruchtend. Ihre Ausbildungen in den Bereichen Kulturmanagement, Fotografie, Theater, Philosophie, und Publizistik bilden den Boden für ein wesentlich breiteres Feld, in dem sie beruflich tätig ist. 13 Jahre lang hat sie gemeinsam mit Anita Huber-Katzengruber das „Sommerfest Herrenstraße“ verantwortet und …
Ab 2. August 2026 gelten mit dem AI Act weitere Verpflichtungen – besonders relevant für Kreative sind die neuen Kennzeichnungs- und Transparenzpflichten für KI-generierte Inhalte. Doch was bedeutet das konkret für den Arbeitsalltag? Was muss gekennzeichnet werden, wie kann das in der Praxis aussehen und wo gibt es noch offene Fragen?
Innovation und Transformation, Kreativität und Regionalentwicklung
Ein Ort mit Geschichte und einem starken Wunsch nach Zukunft Der ehemalige ÖBB-Bahnhof am Landungsplatz in Ebensee ist einer von vielen in Europa mit reicher Geschichte. Einst ein Ort des Ankommens und Aufbrechens, heute leer, still und ungenutzt. Aber voller Potenzial. Genau hier haben wir angesetzt und Studierende der Kunstuniversität Linz, die Gemeinde Ebensee und ihre Bürger*innen, die Verantwortlichen der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH sowie lokale Institutionen und Gestalter*innen zusammengebracht, um den Ort neu zu denken. Die Züge der ÖBB halten nach wie vor am Landungsplatz, das Gebäude selbst steht jedoch leer. In der Bevölkerung wird er heute vor allem als Durchgangsraum wahrgenommen. In Gesprächen mit der Gemeinde und anderen Akteur*innen wurde schnell klar: der Wunsch nach einem offenen Treffpunkt, einem Ort für Begegnung, Kultur und gemeinschaftliche Aktivitäten ist groß. Vom Gespräch zum Prozess Das Projekt wurde als Semesterprojekt in den Architekturstudiengang der Kunstuniversität Linz (basehabitat) integriert und von nonconform, einem Büro mit Schwerpunkt auf partizipativer Planung, sowie dem Team von Aufbruch Salzkammergut begleitet. Den Auftakt bildete im Oktober 2025 eine Feldrecherche vor Ort: in Interviews, Workshops und der intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte setzten sich Studierende, Projektpartner*innen und lokale Akteur*innen gemeinsam mit dem Landungsplatz auseinander. „Es war eine sehr interessante Erfahrung, und ich bin froh, dass wir diesen Prozess durchlaufen haben. Wenn Wissen von außen auf Augenhöhe hereinkommt, ist das für uns sehr wichtig. Wir lassen uns nicht gerne von außen sagen, was wir tun sollen, aber wir sind sehr daran …
Neu dabei? Dann ist dieser Breakfast Club genau der richtige für dich! Bei Croissants und gutem Kaffee triffst du die anderen neuen Members. Ein gemütliches Frühstück zum Austauschen und gegenseitigen Kennenlernen. Der Breakfast Club ist bewusst klein gehalten. Ohne Vorträge, dafür mit guten Gesprächen, neuen Bekanntschaften für einem entspannten Start in den Tag. Die Veranstaltung ist kostenlos für Members der Creative Region. Bitte HIER anmelden!
Gerade für angehende Kreative – sei es als frischgebackener Absolventin einer kreativen Ausbildung oder als Start in die Selbstständigkeit – ist ein überzeugendes Portfolio oft die Eintrittskarte in die Welt der kreativen Berufe. Am 11. November geben dir erfahrene Creatives in unserem kostenlosen Talk wertvolle Tipps & Tricks aus der Praxis: Inhalte des Talks Was ist der Young Creative Club? Der Young Creative Club ist ein Get-Together-Format für Real Talks, Drinks und Themen, die uns manchmal nachts wachhalten: kreative Blockaden, Selbstzweifel, Skills, Geld, Mut. Der Club findet viermal im Jahr für junge Kreative in Linz statt. Zum Start gibt’s immer ein kurzes Impulsgespräch zum Thema Business, Psyche oder Skillset von spannenden Gäst*innen aus der Branche – danach Drinks, Gespräche und ehrlicher Austausch auf Augenhöhe. Im Young Creative Club triffst du Menschen, die gestalten, schreiben, filmen, fotografieren, designen oder kreativ denken – kurz: Menschen, die dieselbe Leidenschaft teilen wie du. Drinks sind inklusive. Haltung auch. Special Input – Erasmus für Jungunternehmer*innen Im Rahmen des Portfolio Talks wird das internationale Mentoring-Programm Erasmus für Jungunternehmen vorgestellt. Deine Vorteile als Jungunternehmen Als Jungunternehmer*innen kannst du…
Vernetzung und Kooperation, Weiterbildung und Wissenstransfer
Wie entwickelt man als Kreative*r einen eigenen Stil? Wie wird man sichtbar, ohne sich permanent auf Social Media zu verlieren? Und wie findet man den Mut, Fragen zu stellen, Grenzen zu setzen und den eigenen Wert klar zu kommunizieren? Diese Fragen standen im Zentrum des dritten Young Creative Club. Zu Gast war Illustratorin Carina Lindmeier, die im neuen Office von Fredmansky offen über ihren Weg in die Selbstständigkeit, über Stilfindung, Sichtbarkeit, Kund*innenarbeit und den Umgang mit AI sprach. Schnell wurde klar: Einen eigenen Stil findet man nicht über Nacht. Und schon gar nicht dadurch, dass man wartet, bis alles perfekt ist. Für Carina war der Weg dorthin ein Prozess aus Ausprobieren, Scheitern, Weiterentwickeln und immer wieder Neujustieren. „Man glaubt immer, man muss alles fertig haben – Website, Logo, Auftritt – und dann geht man raus in die Welt und alle buchen dich. So funktioniert es in der Regel nicht.“– Carina Lindmeier Gerade am Anfang, sagt Carina, sei es wichtig, Dinge auszuprobieren und den eigenen Auftritt wachsen zu lassen. Der eigene Stil entsteht nicht im stillen Kämmerchen, sondern durch Praxis: durch Projekte, Begegnungen, Umwege und manchmal auch durch Zufälle. Was heute klar und wiedererkennbar wirkt, war oft ein langer Weg. Carina erzählte, dass sie früher fast ausschließlich in Schwarz-Weiß gearbeitet hat und Farbe lange gemieden hat. Heute ist Farbe ein zentraler Teil ihrer Arbeit. Auch ihre Nische im Bereich Food- und Lifestyle-Illustration habe sich nicht strategisch von Anfang an ergeben, sondern Schritt für Schritt entwickelt. …
Allgemein, Vernetzung und Kooperation, Weiterbildung und Wissenstransfer
Wie entwickelt man eine Destinationsmarke für einen Ort, der sich nicht eindeutig in ein Bild übersetzen lässt? Diese Frage stand im Zentrum unseres Talks „Take a Risk, Visit Linz“ im Behrens Lab der Creative Region. Zu Gast waren Marie-Louise Schnurpfeil, Geschäftsführerin von Linz Tourismus, und Ino Karning, Geschäftsführer der Agentur Fredmansky, die gemeinsam Einblicke in den Markenprozess hinter dem aktuellen Auftritt von Linz Tourismus gegeben haben. Im Gespräch ging es nicht nur um das Ergebnis – den Claim und die visuelle Identität – sondern vor allem auch um den Weg dorthin: um Strategie, Zusammenarbeit und die Frage, wie viel Mut es braucht, um sich bewusst gegen klassische Tourismuslogiken zu entscheiden. Ausgangspunkt: Eine Stadt ohne klares Bild Ein zentraler Gedanke zu Beginn des Prozesses war die Frage, wofür Linz als Tourismusdestination eigentlich steht. Während andere Städte mit klaren Bildern oder Symbolen arbeiten, ist Linz weniger eindeutig positioniert. Genau darin lag jedoch auch die Chance für den neuen Markenauftritt. „Wenn man an Wien denkt, hat man sofort Bilder im Kopf. Bei Linz ist das weniger klar – und genau das war unser Ausgangspunkt.“ Statt zu versuchen, ein weiteres starkes Symbol zu definieren, wurde bewusst ein anderer Weg gewählt: Der Fokus sollte nicht auf einem festen Bild liegen, sondern auf der Erfahrung vor Ort. Der Claim: „Take a risk“ als strategische Entscheidung Der Claim „Take a risk, visit Linz“ ist direkt aus dieser Überlegung entstanden. Er basiert auf der Beobachtung, dass viele Besucher*innen …
Wie Unternehmen Kund*innenerlebnisse strategisch gestalten und wirksam nach außen tragen. Ein Produktkauf ist heute ein Erlebnis: die persönliche Nachricht beim Unboxing, von der man begeistert erzählt, ein Kund*innen-Service, der schnell weiterhilft, oder der witzige Post, den man auch wirklich resharen möchte. Gerade diese Interaktionen mit Kund*innen – von der ersten Wahrnehmung bis zum Service danach – sind zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor geworden. Hier liegen Chancen, sich als Unternehmen klar zu positionieren, Kund*innen zu binden und sich von Mitbewerber*innen abzuheben. Im 44er Haus sprechen wir darüber, warum diese Erfahrungen heute entscheidend sind und welche Strategien, Tools und Touchpoints den Unterschied machen können – bis hin zum Wow-Moment, der in Erinnerung bleibt. Ein kompakter Nachmittag für alle, die Kund*innenerlebnisse besser verstehen und deren Wirkung nach außen reflektieren möchten. 4×4 im 44er Haus schafft Raum für Begegnung und Erfahrungsaustausch Das regelmäßige Format steht für eine Kombination aus kompakten Impulsvorträgen, intensiven Diskussionen und einzigartigen Netzwerkmöglichkeiten – ein Muss für EPUs, Kreative und Unternehmen, die zukunftsorientiert denken und handeln. In Kooperation mit der Agentur für Standort und Wirtschaft Leonding. Inputvorträge von Expert*innen aus der Praxis sorgen für Einblicke in neueste Entwicklungen und verschiedene Herangehensweisen an relevante Themen, im Anschluss folgt ein Diskussionsformat angelehnt an die Fishbowl-Methode: der/die Vortragende und ein/e weitere Expert*in diskutieren über das Thema des Abends. Ein „freier Stuhl“ ermöglicht es den Teilnehmer*innen, jederzeit in die Diskussion einzusteigen. Unsere Inputgeberinnen Michaela Geiseder, VRESH Wer ich bin und was ich mache: Ich bin 2017 als erste …
Impulsgespräch „Agentur, Inhouse oder Selbstständigkeit?“ Nach dem Abschluss – oder schon mittendrin – stellt sich für viele Kreative die gleiche Frage: Wie möchte ich eigentlich arbeiten? Agentur, Inhouse oder selbstständig – jeder Weg bringt unterschiedliche Möglichkeiten, Herausforderungen und Arbeitsrealitäten mit sich. Beim Young Creative Club sprechen wir über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle und darüber, welche Entscheidungen den eigenen Weg prägen. Ein ehrlicher Austausch für alle, die ihren Platz in der Kreativbranche noch suchen – oder hinterfragen. Was ist der Young Creative Club? Der Young Creative Club ist ein Get-Together-Format für Real Talks, Drinks und Themen, die uns manchmal nachts wachhalten: kreative Blockaden, Selbstzweifel, Skills, Geld, Mut. Der Club findet viermal im Jahr für junge Kreative in Linz statt. Zum Start gibt’s immer ein kurzes Impulsgespräch zum Thema Business, Psyche oder Skillset von spannenden Gäst*innen aus der Branche – danach Drinks, Gespräche und ehrlicher Austausch auf Augenhöhe. Im Young Creative Club triffst du Menschen, die gestalten, schreiben, filmen, fotografieren, designen oder kreativ denken – kurz: Menschen, die dieselbe Leidenschaft teilen wie du. Drinks sind inklusive. Haltung auch.
In diesem Workshop lernst du, wie du Tools wie Midjourney und Nano Banana Pro nicht nur bedienst, sondern strategisch in deinen kreativen Workflow integrierst.
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie bauen Marken Zugehörigkeit auf – und warum funktioniert das bei einigen Marken, während andere trotz hoher Budgets kaum Resonanz erzeugen?
Irina Nalis, promovierte Psychologin und Forscherin, begleitet dich im Workshop dabei, deinen eigenen „Veränderungsmuskel“ gezielt zu trainieren: mit psychologisch fundierten Methoden, die nicht bei der Theorie stehen bleiben, sondern in deinen Arbeitsalltag übergehen.
Wie entstehen gute Ideen – und warum kommen sie oft genau dann, wenn man gerade nicht am Schreibtisch sitzt? Diese Frage stand im Zentrum des zweiten Young Creative Club. Zu Gast war Marco Steiner, der seit über 20 Jahren in der Kreativbranche tätig ist und offen über Ideenfindung, kreative Prozesse, Deadlines, KI und die Realität des Arbeitens in der Branche sprach. In seinem Talk wurde schnell klar: Kreativität ist für Marco nichts Mystisches und auch kein exklusives Talent, das manche haben und andere nicht. Vielmehr ist sie ein Zusammenspiel aus Übung, Erfahrung und Intuition. Kreative Ideen lassen sich nicht einfach planen oder auf Knopfdruck produzieren – sie brauchen Raum, Aufmerksamkeit und einen inneren Fundus, aus dem man schöpfen kann. Je mehr man einen Schatz an Interessen, Wissen und Erfahrungen in sich aufbaut, desto mehr kann man daraus schöpfen.“ – Marco Steiner Marco beschrieb Kreativität als etwas, das ständig in Bewegung ist: ein Prozess des Verknüpfens, Verschiebens und Neudenkens. Gute Ideen entstehen für ihn dort, wo plötzlich etwas aufgeht – wo ein Gedanke nicht nur logisch klingt, sondern emotional zündet und andere mitreißt. Besonders in Brainstormings zeige sich schnell, ob eine Idee Substanz hat: nämlich dann, wenn sie anschlussfähig wird und im Raum sofort weitere Gedanken auslöst. Ein besonders spannender Teil des Gesprächs war Marcos Zugang zum kreativen Arbeiten unter Druck. Gerade in der Kommunikationsbranche gehört es oft zum Alltag, unter Zeitdruck Lösungen zu entwickeln. Um damit umzugehen, hat er für …
Ein Gespräch mit Anita Huber-Katzengruber über Slow Fashion, stationären Handel und die Frage, wie kleine Stores mit Haltung, Beratung, Convenience und echter Experience relevant bleiben. Anita Huber-Katzengruber betreibt in der Linzer Herrenstraße die beiden Stores Kleider machen Leute und inthebox, dazu einen Webshop; ihre Arbeit verknüpft Fair Fashion, lokale Verankerung und digitale Präsenz.
Innovation und Transformation, Vernetzung und Kooperation
Kreativwirtschaft ist mehr als Gestaltung. Sie bringt neue Perspektiven in Prozesse, stellt Fragen, die sonst niemand stellt und macht aus einer Idee etwas, das am Markt besteht. Wenn Unternehmen und Kreative früh und auf Augenhöhe zusammenarbeiten, entstehen nicht nur schönere, sondern bessere, manchmal völlig neue Produkte und Services. Drei Projekte aus Oberösterreich zeigen, wie das konkret aussieht: was sie angetrieben hat, was sie gelernt haben und warum sie immer noch zusammenarbeiten. FalkenOhr: Wenn gemeinsames Tüfteln ein Produkt international macht Robert Mayr hatte eine klare Idee: ein Klangmöbel, das nicht nur schön ist, sondern wirklich funktioniert und Technologie, Handwerk und Design vereint. Ein HiFi-Rack für Menschen, die Audiosysteme im sechsstelligen Eurobereich betreiben und die wissen, dass das beste System nur so gut klingt wie das Möbel, auf dem es steht. Was er nicht hatte: das Material dafür. Es gab schlicht keines am Markt, das alle Anforderungen erfüllte. Die Lösung entstand gemeinsam mit Claudia Haslinger und der SFK Technologie Manufaktur in Kirchham, einer Tischlerei, die mit 5-Achs-CNC-Technologie alles von Holz bis Aluminium bearbeitet und Kund*innen von Designstudios bis zur Flugzeugindustrie bedient. Aus einem gemeinsamen Netzwerk zusammengefunden, haben die beiden über Jahre ein eigenes Verbundmaterial entwickelt, das es in dieser Form vorher nicht gab. Kein fertiger Plan, kein garantiertes Ergebnis, nur die gemeinsame Überzeugung, dass es eine Lösung geben muss. „Es hat nie geheißen: Wenn wir das probieren, kostet es. Sondern einfach: Okay, das ist die Aufgabenstellung, probieren wir es einfach. Die Kernthematik …