Ein Gespräch mit OFFORA und MIC über das Design des neuen Firmengebäudes – nicht einfach nur ein Büro, sondern ein durchdachter Raum mit Fokus auf die Menschen darin.
Vernetzung und Kooperation, Weiterbildung und Wissenstransfer
Wie lassen sich Materialien, Bestand, Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle konkret zusammenbringen, wenn es um die Zukunft des Bauens geht? In Linz haben wir dazu zuletzt beispielhafte Projekte besucht, die zeigen, wie Bauen im Bestand, ressourcenschonende Materialien und innovative Planungskonzepte ineinandergreifen können – vom sorgfältig sanierten Altstadtgebäude über experimentelle Kreislaufarchitektur bis zum modernen Holz-Hybrid-Büro. Diese Beispiele machen deutlich, welche Hebel für den Wandel tatsächlich wirken. Bestand als Ressource denken – nicht als Problem Der Gebäudebestand ist einer der größten Rohstoffspeicher unserer Städte. Doch während wir über Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sprechen, wird vielerorts noch immer zu schnell der Abrissbagger geholt. Dabei liegt gerade im Weiterbauen, Umnutzen und klugen Sanieren das größte Potenzial für ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Bauen. Wer im Bestand arbeitet, weiß: Es braucht Erfahrung, Genauigkeit und den Mut, mit vorhandenen Strukturen umzugehen. Minimalinvasive Eingriffe, kluge Planung und lokale Materialien wie Lehm, Holz, Kalk oder Zellulose bieten konkrete Lösungen. Dabei entstehen nicht nur ökologisch bessere, sondern auch räumlich und atmosphärisch qualitätsvolle Orte. Wie sich das in der Praxis zeigt, macht Tp3 Architekten an mehreren Beispielen in der Linzer Altstadt deutlich: Mit behutsamen Eingriffen, kluger Lichtführung und natürlichen Materialien wie Kalkputz, Zellulosedämmung und Holz werden historische Gebäude für eine zeitgemäße Nutzung weiterentwickelt. Dabei entsteht nicht nur klimafreundlicher Wohnraum, sondern auch neuer Raum für Lebensqualität im Bestand – ressourcenschonend, präzise und mit Respekt vor dem Vorhandenen. „Bauen im Bestand ist immer auch eine Auseinandersetzung mit dem, was schon da ist. Es geht darum, mit Respekt …
Die Arbeitswelt hat in den vergangenen Jahren eine tiefgreifende Transformation erlebt. Homeoffice und hybride Arbeitsmodelle sind für viele Menschen zur neuen Normalität geworden. Damit einher geht ein grundlegender Wandel in der Beziehung zum physischen Arbeitsplatz: Wo früher Präsenz selbstverständlich war, steht heute die Frage im Raum, welchen Mehrwert das Büro wirklich bieten kann.
Was motiviert Menschen, gerne ins Büro zu kommen? Welche emotionalen, sozialen oder funktionalen Faktoren spielen dabei eine Rolle? Und wie können Räume, Unternehmenskultur, rechtliche Rahmenbedingungen und Mitgestaltungsmöglichkeiten so zusammengedacht werden, dass sie eine neue, sinnvolle Bürokultur ermöglichen?
In vier Perspektiven zeigt dieser Beitrag, wie neue Arbeitswelten gestaltet werden können – emotional relevant, rechtlich klar und mit Raum für echte Begegnung.
Vom Zwang zur Büroliebe
Caroline Sturm von M.O.O.CON, einem Beratungsunternehmen für Arbeitswelten und Organisationskultur, beschreibt das post-Covid-Dilemma vieler Unternehmen: Während viele Arbeitgeber*innen die Rückkehr ins Büro forcieren wollen, wünschen sich Mitarbeitende vor allem Flexibilität, hybride Modelle und eine ausgewogene Work-Life-Balance.
Caroline Sturm macht in ihrer Arbeit regelmäßig Live-Umfragen in unterschiedlichsten Kontexten und kann die Ergebnisse durch ihre Erfahrung aus der Praxis bestätigen: Der Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, mehr Autonomie im Alltag sowie flexible Arbeitsmodelle sind zentrale Faktoren, die beeinflussen, ob Menschen gerne ins Büro kommen. Als wichtigste Treiber gelten dabei:
Work-Life-Balance
Hybrides Arbeiten
Flexibilität
Wenn durch Büropräsenz das Gefühl entsteht, etwas zu verlieren – etwa Autonomie, Selbstbestimmung oder die gewonnene Tagesstruktur aus dem Homeoffice – wiegt dieser Verlust emotional oft schwerer als jedes Benefit-Argument. Mitarbeitende nehmen Einschränkungen intensiver wahr als zusätzliche Angebote, wenn sie sich nicht freiwillig für den Arbeitsort entscheiden können.
Statt auf Druck zu setzen, empfiehlt Caroline Sturm daher, gezielte Pull-Effekte zu entwickeln: Was könnte Menschen freiwillig ins Büro ziehen? Welche Räume, Begegnungen oder Erlebnisse sind so wertvoll, dass sie Präsenz lohnenswert machen? Erst wenn dieses „Warum“ geklärt ist, können Raumkonzepte, Kulturangebote oder Arbeitsmodelle wirksam gestaltet werden.
Caroline Sturm bringt es auf den Punkt:
„Wenn ich in ein Büro komme, das leer ist, frage ich mich: Wozu bin ich eigentlich hier? Es geht darum, wieder zusammenzukommen, sich zu sehen, sich zu begegnen – das ist etwas extrem Positives.“
Foto: Hanna Burgstaller
Raumgestaltung, die Identität stiftet
Wie aber können Büros zu Orten werden, mit denen sich Menschen identifizieren? Martin Haller (Caramel architektInnen zt-gmbh) beschreibt anhand mehrerer realisierter Projekte eine Architekturphilosophie, die Beteiligung und Wandel ins Zentrum stellt. Caramel ist ein Wiener Architekturbüro, das für experimentelle, zugleich funktionale und überraschende Raumkonzepte bekannt ist – mit einem starken Fokus auf die Aneignung von Räumen und soziale Dimension.
Beispielhaft nennt er das Adidas HQ, wo modulare Systeme und wiederverwendbare Elemente ein dauerhaft anpassbares Arbeitsumfeld ermöglichen. Noch näher liegt das eigene Büro von Caramel, die Carage: eine Mischung aus Werkstatt, Bandproberaum, Rückzugsraum, Schlaflandschaft und sozialem Treffpunkt. Hier wird das, was viele Büros nur behaupten, tatsächlich gelebt: Offenheit, Alltagstauglichkeit, Authentizität.
Wesentliche Prinzipien:
Partizipation: Nutzer*innen werden frühzeitig einbezogen, Raum entsteht im Dialog.
Anpassbarkeit: Modulare Möbel und flexible Raumkonzepte erlauben Umnutzung und Weiterentwicklung.
Reuse statt neu: Materialien und Möbel mit Geschichte erzeugen Kontext, Identität – und reduzieren den ökologischen Fußabdruck.
Vielfalt statt Einheitsbüro: Vom Partykeller bis zur Werkbank, von der Bibliothek bis zur Schlaflandschaft entstehen differenzierte „Lebenswelten“ für unterschiedliche Bedürfnisse.
Sein Appell: Wenn Räume nicht nur funktionale Orte für Meetings und Bildschirmarbeit sind, sondern vielfältige Situationen ermöglichen, in denen Menschen sich wohlfühlen, Verantwortung übernehmen und sich selbst wiederfinden können, dann werden sie zu etwas, das wir aktiv mitgestalten wollen.
„Die Conclusio von all dem, was wir bis dorthin so erfahren haben, ist, dass eine individuell aneignbare Lebenswelt eines Bürogebäudes die Bedürfnisse der Büronutzer*nnen zufriedenstellen kann – aber nur dann, wenn sie gemeinsam mit ihnen geplant ist.“
Martin Haller, Caramel architektInnen
Foto: Hanna Burgstaller
Mitarbeitende als Co-Designer*innen Wie sieht ein Büro aus, das konsequent mit den Nutzer*innen entwickelt wurde? Bei Canon Austria wurde der Umzug ins neue Büro im Euro Plaza Wien als partizipativer Prozess gestaltet – mit klaren Prinzipien, die weit über Raumästhetik hinausgehen.
Alexandra Leitenberger-May war Teil des mehrstufigen Projekts namens „Project Move“, das den Umzug von Canon Austria in neue Büroräume im Euro Plaza Wien begleitete – mit einem klaren Fokus auf die aktive Einbindung der Mitarbeitenden von Beginn an. Unterstützt wurde Canon Austria dabei von M.O.O.CON und den Architekt*innen von PLANET Architects.
Bedürfnisanalyse: Über interne Umfragen, Nutzer*innen-Gruppen und Workshops wurden zentrale Wünsche gesammelt – etwa bessere Erreichbarkeit, mehr Meetingräume und klare Abgrenzung zu Großraumbüros.
Co-Kreation: Mitarbeitende wurden aktiv in die Gestaltung eingebunden, etwa über Moodboards oder Materialentscheidungen.
Räumliche Qualität: Entstanden ist eine Atmosphäre, die auf Rückzug, Begegnung und persönliche Aneignung setzt – mit Farbakzenten, Pflanzen, offenen Flächen und einer vielfältigen Zonierung.
Wohlbefinden im Fokus: Höhenverstellbare Tische, Bewegungsangebote und sogar eine Abstimmung über den „Kaffee des Hauses“ zeigen: Beteiligung hört nicht bei der Möblierung auf.
Das Ergebnis: ein Raum, der Vielfalt zulässt, zur Zusammenarbeit motiviert und Identifikation fördert – auch für neue Mitarbeitende. Oder wie es Alexandra Leitenberger-May formuliert:
„Wir wollten ein Büro, das Lust macht, wieder reinzukommen – ohne es zu müssen.“
Foto: Hanna Burgstaller
Rechtlicher Rahmen und Flexibilität Homeoffice, hybride Arbeitsmodelle und Workation sind gekommen, um zu bleiben – doch sie werfen rechtliche Fragen auf, die nicht ignoriert werden dürfen. Irmgard Pracher von LeitnerLaw ordnet die wichtigsten Punkte aus juristischer Sicht ein:
Homeoffice braucht klare, freiwillige Vereinbarungen, insbesondere zur Arbeitszeit, Ausstattung und dem Ort der Leistungserbringung. Auch Datenschutz und Unfallversicherung müssen geregelt sein – idealerweise in einer eigenen Homeoffice-Vereinbarung.
Arbeitszeitaufzeichnungen sind weiterhin verpflichtend – auch im Homeoffice. Vertrauensarbeitszeit funktioniert rechtlich nur unter sehr spezifischen Voraussetzungen, etwa für leitende Angestellte mit weitreichender Eigenverantwortung.
Workation ist grundsätzlich möglich, aber mit steuer-, arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Hürden verbunden. Entscheidend ist, ob die Tätigkeit tatsächlich temporär im Ausland erbracht wird, ob ein fester Wohnsitz besteht und ob daraus eine Betriebsstätte entsteht. Hier ist rechtliche Beratung empfehlenswert.
Ihr Fazit: Flexibilität ist machbar, braucht aber transparente Regeln, saubere schriftliche Vereinbarungen und klare Kommunikation – sowohl mit den Mitarbeitenden als auch mit Behörden oder Sozialversicherungsträgern.
Foto: Hanna Burgstaller
Fazit: Das Büro als Möglichkeitsraum – und Gemeinschaftsversprechen
Die Beiträge zeigen deutlich: Das Büro hat seine Selbstverständlichkeit verloren – und damit auch die Pflicht zur aktiven Gestaltung gewonnen. Wer möchte, dass Menschen gerne (wieder) ins Büro kommen, muss ihnen gute Gründe dafür geben. Diese Gründe lassen sich nicht verordnen, sondern nur ermöglichen: durch Räume mit Aufenthaltsqualität, durch Strukturen, die Flexibilität wirklich zulassen, durch Kultur, die Identifikation schafft.
Was dabei zählt:
Büros müssen emotional relevant sein. Erst wenn das Büro als Ort der Begegnung, Inspiration und Zugehörigkeit erlebt wird, gewinnt es wieder an Bedeutung.
Architektur kann Identität stiften. Wenn Mitarbeitende sich Räume aneignen, sie mitgestalten und weiterentwickeln können, entsteht Bindung – nicht nur Funktion.
Partizipation wirkt. Wer früh eingebunden ist, fühlt sich gehört und handelt verantwortungsvoll – das gilt für räumliche wie für kulturelle Entscheidungen.
Rechtlicher Rahmen und Flexibilität sind kein Widerspruch. Klar definierte Vereinbarungen machen hybride Modelle erst praktikabel – für Unternehmen und Mitarbeitende gleichermaßen.
Die Zukunft des Büros ist weder reines Präsenzmodell noch rein digital. Sie liegt im Dazwischen: in durchdacht gestalteten Möglichkeitsräumen, die Raum geben für konzentriertes Arbeiten, kreativen Austausch, soziale Verbundenheit – und für das, was jede Organisation daraus machen will.
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WE ARE SO back bei Leitner Leitner
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WE ARE SO back bei Leitner Leitner
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WE ARE SO back_08
Die Inhalte dieses Textes basieren auf Vorträgen und Diskussionen, die während der Veranstaltung WE ARE SO back … to the office stattfanden. WE ARE SO back ist Teil des EU Projektes DECORATOR, das aus dem Programm Interreg Danube Transnational gefördert wird.
Vor dem Live-Talk begrüßten uns Maria Schlagnitweit, Partnerin bei LeitnerLeitner und Lothar Egger, Partner bei LeitnerLeitner und gaben uns im Rahmen einer Führung Einblicke in das neue Büro im ehemaligen Kapuzinerkloster in Linz, das Geschichte und Moderne perfekt verbindet.
AI, Vernetzung und Kooperation, Weiterbildung und Wissenstransfer
Im Rahmen von „KI. Und jetzt?", einer Kooperation von Strategie Austria und Creative Region, erzählen fünf Expert*innen aus Telekommunikation, Industrie und Agentur aus ihrer eigenen Praxis und ihren Learnings im Umgang mit KI.
Vernetzung und Kooperation, Weiterbildung und Wissenstransfer
Bei unserer letzten Ausgabe von In Good Company haben wir uns mit Marketingverantwortlichen aus Unternehmen über aktuelle Erfahrungen, Experimente und Herausforderungen mit Linkedin ausgetauscht. Fünf Themen haben die Diskussion besonders geprägt.
Was als entspannter gemeinsamer Abend für unsere Members gestartet ist, hat sich mittlerweile zu einem Fixpunkt im Creative Region Kalender entwickelt. Auch heuer wieder: Zusammenkommen, bekannte Gesichter wiedersehen, neue kennenlernen, Ideen austauschen – und schauen, was daraus entsteht. Denn ein gutes Netzwerk lebt nicht von Visitenkarten und steifem Smalltalk, sondern von Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen. Mittlerweile sind rund 140 Unternehmen Creative Region Members und damit part of the WE. Beim not another get together bringen wir dieses Netzwerk zusammen – unkompliziert, persönlich und im gewohnten Creative Region Vibe. Was dich erwartet: Keine Vorträge. Kein Pflichtprogramm. Kein awkward Networking. Einfach ein Abend zum Reden, Kennenlernen, Wiedersehen, Austauschen und Zusammensein. Hard Facts Die Teilnahme ist für Creative Region Members kostenlos. Bitte sichere dir trotzdem HIER dein Gratis-Ticket, damit wir wissen, mit wie vielen Menschen wir rechnen dürfen. Du bist noch kein Member?Dann ist das vielleicht die perfekte Gelegenheit, einmal reinzuschnuppern, die Community kennenzulernen und herauszufinden, ob du part of the WE werden möchtest. Melde dich dafür einfach bei Kathrin unter kathrin@creativeregion.org. Wo: Cafeteria Frédéric, Hauptplatz 6, 4020 Linz Wann: 26. November 2026, ab 17.00 Uhr HIER findest du alle Infos zur Membership Impressionen vom letztem Jahr:
Doch wie gestaltet man eigentlich eine neue Banknotenserie für ganz Europa? Das Salzburger Branding- und Designstudio PunktFormStrich ist einer von zehn Finalisten im Wettbewerb der Europäischen Zentralbank für die Gestaltung der neuen Euro-Banknoten. Damit ist PunktFormStrich als einziges österreichisches Designstudio im internationalen Finale vertreten. Gemeinsam mit Hans-Christian Kogler (Creative Director) & Gregor Sams (Managing Director), Gründer von PunktFormStrich, schauen wir hinter die Kulissen dieses außergewöhnlichen Designprozesses: vom Briefing der Europäischen Zentralbank über die Entwicklung einer vollständigen Banknotenserie bis zum eingereichten Finalentwurf. Für das vorgegebene Thema „Rivers and Birds“ entwickelte PunktFormStrich ein visuelles Informationssystem rund um verschiedene europäische Vogelarten. Visualisierte Vogelrufe, charakteristische Merkmale und Fluggeschwindigkeiten werden dabei zu Gestaltungselementen. Denn bei einer Banknote ist Design weit mehr als Dekoration: Jedes Detail muss funktionieren, Information vermitteln und gleichzeitig Vertrauen schaffen. Im Talk sprechen wir darüber, wie Gestaltung für ein Medium funktioniert, das potenziell Millionen Menschen über Jahrzehnte begleitet. Wie viel gestalterische Eigenständigkeit verträgt eine Währung? Wie lassen sich Ästhetik, Information, Sicherheit und Barrierefreiheit miteinander verbinden? Und welche Verantwortung entsteht, wenn Design plötzlich gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung bekommt? Wir sprechen darüber, Ein Talk über Gestaltung, Verantwortung und die vielleicht außergewöhnlichste Designaufgabe überhaupt: das Geld, das wir täglich in der Hand halten. Über PunktFormStrich PunktFormStrich ist ein Branding- und Designstudio aus Salzburg. Das Studio entwickelt Markenidentitäten und visuelle Systeme, die Strategie in Gestaltung übersetzen und Orientierung schaffen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Wiedererkennbarkeit und Ästhetik, sondern die Frage, wie Design langfristig Wirkung entfalten und kulturelle Relevanz entwickeln kann.
Was passt besser zu mir: Agentur, Inhouse oder Selbstständigkeit? Wie viel kreative Freiheit habe ich wirklich? Wo gibt es mehr Sicherheit, wie spricht man über Geld – und muss man sich überhaupt für einen Weg entscheiden? Diese Fragen standen im Zentrum des letzten Young Creative Club. Zu Gast waren Anna Streitel von PunktFormStrich, Tanja Karlsböck von KEBA und Bettina Friedrich von Atelier April Studios, die drei ziemlich unterschiedliche Perspektiven auf das Arbeiten in der Kreativbranche mitgebracht haben. Schnell wurde klar: So eindeutig, wie die drei Modelle auf den ersten Blick wirken, sind sie gar nicht. Nicht jede Agentur bedeutet Überstunden und Dauerstress. Inhouse zu arbeiten heißt nicht automatisch, wenig kreativ sein zu können. Und Selbstständigkeit bringt zwar viel Freiheit, aber auch ziemlich viel Verantwortung mit sich. Viel wichtiger ist die Frage: Welche Art zu arbeiten passt eigentlich zu mir? Kreativer Freiraum hängt nicht am Jobmodell Eines der ersten Themen im Gespräch war der kreative Freiraum. Denn gerade rund um Agenturen, große Unternehmen und Selbstständigkeit halten sich einige Vorurteile ziemlich hartnäckig. Wie viel man tatsächlich gestalten kann, hängt aber oft stärker vom konkreten Umfeld ab als vom Arbeitsmodell selbst. In kleinen Agenturteams können Hierarchien sehr flach sein und Designer*innen Projekte von der Idee bis zur Umsetzung begleiten. Auch innerhalb eines großen Unternehmens kann viel Freiraum entstehen, wenn Teams selbstorganisiert arbeiten und Entscheidungen eigenständig treffen können. Und auf der anderen Seite heißt selbstständig zu sein nicht, bei jedem Auftrag völlig frei gestalten zu können. Kund*innen, Budgets, bestehende Marken …
Individuelle Beratung für deine Business-Herausforderungen Neue Impulse und frische Perspektiven Du stehst vor einer strategischen Entscheidung, suchst nach neuen Wachstumschancen oder brauchst einen ehrlichen Blick von außen? In einer 1:1-Session analysieren wir mit dir gemeinsam deine aktuelle Situation, reflektieren Herausforderungen und skizzieren konkrete Lösungswege. So funktioniert es: Falls dein Anliegen eine tiefere Fachexpertise benötigt, vernetzen wir dich mit passenden Expert*innen. Für wen ist das Format geeignet? Dieses Angebot richtet sich an Einzelunternehmer*innen und kleinere Unternehmen, die sich in einem oder mehreren dieser Punkte wiederfinden: Typische Themen, bei denen wir unterstützen: Unsere Expertise Als Organisation sind wir seit 2011 in der Kreativwirtschaft tätig, zudem bringen unsere Team-Mitglieder mehrjährige Berufserfahrung aus anderen Bereichen mit. Wir haben bereits zahlreiche erfolgreiche Projekte umgesetzt und viele Unternehmen vom Start weg begleitet. Unser tiefgehendes Know-how und Kenntnisse der Herausforderungen der Kreativwirtschaft ermöglichen es uns, praxisnahe und umsetzbare Empfehlungen zu geben. Mit diesem kompakten Format bieten wir dir eine effektive Beratung, die dich und dein Business direkt weiterbringt. Vereinbare einen Termin! Schreib eine E-Mail an kathrin@creativeregion.org mit deiner Telefonnummer.Wir rufen dich zurück und vereinbaren einen Termin. Wir freuen uns auf den Austausch mit dir! Members only – HIER findest du alle weiteren Vorteile der Membership. Bei Fragen wende dich bitte an kathrin@creativeregion.org
480 Kubikmeter Holz wurden für das Baumwerk in Freistadt verbaut. Entstanden sind 28 Mietwohnungen, die klimabewusste Bauweise, hohe Wohnqualität und ortsübliche Mietpreise miteinander verbinden. Ein Projekt der Landwirtschaftskammer Oberösterreich mit Tp3 Architekten und regionalen Unternehmen.
AI-generated images are everywhere, but do they actually change how architecture is designed? In most practices, AI is still used as a post-production tool. This workshop proposes a different approach: AI as an active design partner, embedded from early research and concept development to geometry, communication, and final presentation. Rather than focusing on image-making alone, the workshop explores how AI reshapes decision-making, iteration, and design thinking. Your Upgrade We move from “AI as renderer” to “AI as design intelligence.” Participants will learn how to integrate AI across: The goal is not better images, but optimized design processes. What We’ll Work On Part 1 — AI in the Creative & Concept Phase (Midjourney) Part 2 — AI in Architectural Communication (Claude) Part 3 — From Geometry to Production (ComfyUI) Part 4 — Reflection & Critical Discussion Who This Is For This workshop is primarily designed for architects, spatial designers, exhibition designers, and interior designers – professionals who work with space, atmosphere and built environments. The tools and workflows are equally relevant for creative professionals and art directors who want to build visual worlds and AI-supported presentation material. What You’ll Take Home What to Bring Please be aware that this workshop will be held in English so conversational skills are necessary. Date & Schedule 12 November 2026 Tickets & Prices Tickets for companies with up to 19 employees (including sole proprietors): €375 excl. VAT (€450 incl. VAT) – each valid for one …
Wie gelingt es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Menschen gerne Verantwortung übernehmen, sich als Teil des Teams fühlen und gemeinsam etwas voranbringen wollen? Gerade durch flexible Arbeitsmodelle, unterschiedliche Erwartungen und neue Ansprüche an Führung verändert sich das Miteinander in Unternehmen. Führungskräfte stehen vor der Frage, wie sie Orientierung geben und gemeinsame Ziele stärken können, ohne dabei auf Druck oder starre Vorgaben zu setzen. In diesem Member Circle sprechen wir darüber, was es für echtes Commitment braucht. Was fördert Zusammenhalt und Eigeninitiative? Wie entsteht echte Motivation? Und was können Führungskräfte konkret dazu beitragen, dass Mitarbeiter*innen nicht nur dabei sind, sondern sich aktiv einbringen und mitgestalten wollen? In moderierten Gesprächen entstehen neue Perspektiven und konkrete Lösungsansätze für die eigene Praxis. Der kleine Kreis von ca. 10 Teilnehmer*innen ermöglicht einen direkten, fokussierten Austausch und das Lernen aus den Erfahrungen anderer. Wir diskutieren zu den Fragen: Diese Veranstaltung ist für dich, wenn… Ablauf Die Erkenntnisse des Member Circles werden dir zusammengefasst in einem Sheet geschickt. Anmeldung Die Veranstaltung ist kostenlos für Members, aufgrund der wenigen Plätze ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte melde dich HIER an. Eindrücke vom Member Circle „Besser kommunizieren mit Kund*innen“, am 21. April 2026
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie bauen Marken Zugehörigkeit auf – und warum funktioniert das bei einigen Marken, während andere trotz hoher Budgets kaum Resonanz erzeugen?
Acht Räume, 1.200 Jahre Prager und tschechischer Geschichte, rund 250 Schritte: Mitten im ehemaligen Kaufhaus Máj entstand mit „Back in Time Prague“ eine multimediale Zeitreise, die historische Vermittlung, räumliche Inszenierung und Entertainment miteinander verbindet.
Als Peter Bangelmeier 2020 nach Linz zurückkehrte, hatte er eigentlich nur einen Auftrag: das Familienunternehmen Eiler schließen. „Der Grund meiner Rückkehr war eigentlich die Aufgabe, dass ich den Eiler schließe. Das war die einzige Aufgabe, die ich damals hatte, zurückzukommen und schlussendlich alle Mietverträge zu kündigen, alle Arbeitsverträge zu kündigen.“ Wenige Jahre später wurde der eiler als bestes Schuhhandelsunternehmen im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Dazwischen liegen mutige Entscheidungen, kreative Zusammenarbeit und die Überzeugung, dass Tradition und Veränderung kein Widerspruch sein müssen. Darüber sprachen Peter Bangelmeier von der eiler und Wolfgang Ortner von Ortner etc. bei einem Talk im Nordico Stadtmuseum Linz im Rahmen der Ausstellung „Made in Linz“ im Gespräch mit Michaela Scharrer (Creative Region). Als Schließung geplant, als Neustart umgesetzt Für Bangelmeier war die Rückkehr nach Linz zunächst kein Herzensprojekt, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Doch statt die Türen endgültig zu schließen, begann er, Möglichkeiten auszuloten. Pop-up-Stores wurden eröffnet, neue Konzepte getestet und bewusst Signale gesetzt, dass etwas in Bewegung ist. Aus dem bisherigen Unternehmen wurde schließlich eine Neugründung. Aus „dem Eiler von früher“ sollte eine Marke entstehen, die ihre Geschichte bewahrt und gleichzeitig in der Gegenwart angekommen ist. Kann ein Schuhgeschäft eine Marke sein? Eine Frage beschäftigte den Geschäftsführer dabei besonders: „Kann ein Schuhgeschäft eine Marke sein?“ Die Inspiration kam aus Gesprächen mit Kund*innen. Immer wieder hörte er Sätze wie: „Ich trage Eiler Schuhe.“ Obwohl die Schuhe von unterschiedlichsten Herstellern stammten, verbanden die Kund*innen ihr Einkaufserlebnis so stark mit dem …
Was passiert, wenn Wissenschaft die Labor- und Konferenzwelt verlässt und auf Künstler*innen, Festivalpublikum und völlig neue Perspektiven trifft? Seit 2020 bringt der LIT Sonder-Call der Johannes Kepler Universität Linz genau diese Welten zusammen. Forschende und Studierende entwickeln gemeinsam mit Künstler*innen Projekte für das Ars Electronica Festival. Mit einem Anspruch, der über klassische Wissenschaftskommunikation hinausgeht. Denn hier geht es nicht darum, Forschung nachträglich hübsch zu verpacken. Es geht darum, etwas entstehen zu lassen, das keine der beteiligten Disziplinen alleine hätte entwickeln können. Wir haben mit Gregor Pechmann und Denise Atteneder, dem Team hinter dem LIT Sonder-Call darüber gesprochen, warum Wissenschaft den Elfenbeinturm verlassen muss, was Kunst dabei verändern kann und warum ein Festival mit einer unverrückbaren Deadline manchmal genau der richtige Ort für Experimente ist. Wissenschaft raus aus dem Labor Als der JKU Campus 2020 erstmals zu einem Hauptschauplatz des Ars Electronica Festivals wurde, sollte die Universität nicht nur Raum zur Verfügung stellen, sondern sich auch inhaltlich einbringen. Der LIT Sonder-Call entstand vor dem Hintergrund der sogenannten „Third Mission“ von Universitäten: Neben Forschung und Lehre gehört auch der Transfer von Wissen in die Gesellschaft zu ihren Aufgaben. Der Call sollte dafür eine neue Plattform schaffen. „Wissenschaft soll nicht einfach nur zum Selbstzweck da sein. Es geht sehr viel um die dritte Mission einer Universität. Die erste ist forschen, die zweite ist lehren, und die dritte: eben diesen Wissenstransfer an die Öffentlichkeit zu ermöglichen.“, so Gregor Pechmann. Dafür werden Wissenschaftler*innen und Studierende …
Freistädter Bier hat etwas, das sich nicht einfach neu erfinden lässt: 250 Jahre Geschichte, eine starke Verankerung im Mühlviertel und eine Community, die eng mit der Marke verbunden ist. Als Freistädter Bier und die Agentur Gruppe am Park ihre Zusammenarbeit starteten, ging es deshalb nicht um einen radikalen Neustart. Es ging um die Frage: Wie lässt sich eine starke Marke weiterentwickeln, ohne das zu verlieren, was sie besonders macht? Die Antwort darauf wurde „Wir sind so frei“. Ein Claim, der Unabhängigkeit, Regionalität und die Herstellungsprinzipien der Brauerei zu einer klaren Haltung verbindet und Freistädter damit bewusst von einem österreichischen Biermarkt abgrenzt, der stark von großen Konzernmarken geprägt ist. Frei von Gentechnik, frei von Zusätzen und ohne multinationalen Konzern im Rücken: Der Claim bringt auf den Punkt, was bereits Teil der Marke war, und schafft gleichzeitig Raum für ihre Weiterentwicklung. Mit reduzierten Plakaten, pointierten Botschaften und einem Auftritt mit Ecken und Kanten wird diese Haltung konsequent in Kommunikation übersetzt. Vor allem aber rückt „Wir sind so frei“ jene Menschen stärker ins Zentrum, die Freistädter Bier seit jeher prägen. Wir haben mit Paul Steininger von Freistädter Bier und Bernhard Buchegger von Gruppe am Park über behutsame Markenarbeit, gegenseitiges Vertrauen, mutige Entscheidungen und die Frage gesprochen, warum eine starke Community für eine regionale Brauerei weit mehr ist als ein Marketinginstrument. Weiterentwickeln statt neu erfinden Die Ausgangslage bedeutete für die Gruppe am Park: genau hinzusehen. Was funktioniert bereits? Was darf keinesfalls verloren gehen? Und …
Bühne und Sichtbarkeit, Kreativität und Regionalentwicklung
Sieben Jahre. So lange dauert es durchschnittlich, bis bei Betroffenen Endometriose diagnostiziert wird. Sieben Jahre voller Unsicherheit, Schmerzen und oft frustrierender Arztbesuche. Das Linzer Start-up Diamens möchte diesen Weg verkürzen. Die Gründerinnen entwickeln einen Test, der Endometriose anhand von Menstruationsblut diagnostizieren kann – einfach, niederschwellig und von zu Hause aus anwendbar. Doch hinter der Innovation steckt mehr als medizinische Forschung: Es geht auch um Design, Kommunikation und die Frage, wie man Frauen dort abholt, wo sie Antworten suchen. Wir haben mit Mitgründerin Angelika Lackner über die Entstehung von Diamens, die Bedeutung nutzer*innenzentrierter Entwicklung und den gesellschaftlichen Impact des Projekts gesprochen. „Wir haben festgestellt: Für Menstruationsblut gab es praktisch keine Standards.“ Wie ist die Idee zu Diamens entstanden? Diamens steht für „Diagnose aus Menstruationsblut“. Der Ursprung der Idee lag in der wissenschaftlichen Forschung: Im Rahmen einer bioinformatischen Biomarker-Identifikationspipeline konnten potenzielle Biomarker für Endometriose identifiziert werden. Daraus entstand die Frage, wie diese möglichst patientinnenfreundlich genutzt werden könnten. Das Gründerinnenteam beschäftigte sich daraufhin intensiv mit Menstruationsblut als diagnostischem Probenmaterial – und stellte fest, dass es hierfür praktisch keine etablierten Verfahren gab. „Für Hautproben, Haarproben oder verschiedenste Gewebearten gibt es standardisierte Laborprotokolle. Für Menstruationsblut gab es praktisch nichts.“ Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Diagnostiklösung, die dort ansetzt, wo die Erkrankung ihren Ursprung hat: beim Menstruationszyklus selbst. Aus der Kombination dieser beiden Erkenntnisse entstand die Idee, Menstruationsblut als bislang kaum genutztes diagnostisches Probenmaterial zu erschließen. Aufgrund seiner engen biologischen Verbindung zum …