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Tipps für einen aussagekräftigen Förderantrag

Du bist davon überzeugt, dass deine Projektidee reif für eine Förderung ist? Du hast eine Förderung ins Auge gefasst, die du beantragen möchtest? Tu es! Wir liefern dir Tipps, wie dein Förderantrag gelingen kann.

 

Nach zahlreichen Förderberatungen, vier Förderbrunchs und zwei Förder-Bootcamps in Kooperation mit dem aws austria wirtschaftsservice (das dritte Bootcamp ist gerade angelaufen!) haben Verena Traunmüller und Wolfgang Gumpelmaier-Mach aus dem Team der Creative Region viele Insights in Sachen How To Förderantrag gewonnen. Du willst wissen, mit welchen Fragen du an deinen Förderantrag herangehen kannst, was du nicht übersehen und wofür du Zeit einplanen solltest? Here we go!

Grundsätzlich gibt es zwei Sets an Förderkriterien. Das eine sind die Formalkriterien – eine Checkliste an Anforderungen, die es zu erfüllen gilt, um für die Förderung ganz generell infrage zu kommen. Hier geht es um Zahlen, Limits, um messbare Größen. Das zweite Set an Kriterien richtet sich nach dem Schwerpunkt der Förderung und nimmt deine Projektidee unter die Lupe. Die Kriterien unterscheiden sich natürlich von Förderung zu Förderung – aber auf manche trifft man immer wieder. Der Klassiker: der Innovationsgehalt deiner Projektidee.

Was ist an meiner Idee innovativ?

In aller Munde, Bedingung für beinahe jede kreativwirtschaftliche Förderung und trotzdem schwer greifbar – Innovation. Gerade weil sie ein so prominentes Förderkriterium ist, solltest du dich in deinem Förderantrag ausführlich damit auseinandersetzen und den Innovationsgehalt deiner Idee „unter Beweis stellen“. Aber wann ist eine Idee innovativ?

Ein innovatives Produkt oder eine innovative Dienstleistung meint nicht unbedingt, dass du etwas vollkommen Neues erfunden hast. Innovation bedeutet auch, etwas Bestehendes neu zu durchdenken und erheblich zu verbessern.

Du hast an einem existierenden Produkt Schwächen erkannt und sagst: Hey, das kann ich besser! Ich habe eine Lösung für diese Schwäche gefunden. Mein Produkt bietet Vorteile gegenüber ähnlichen Produkten am Markt. Meine Dienstleistung richtet sich an eine bisher unberücksichtigte Zielgruppe. Ich kann damit geografisch betrachtet einen anderen Markt bedienen. Und – diese Innovation kann nur ich liefern, weil! Oder du hast einen Bedarf entdeckt, eine Lücke, für die es noch kein Angebot gibt. Bis jetzt! Denn deine Idee ist die Antwort darauf.

Neues birgt Risiko

Du hast etwas Neues vor und das alleine bringt Risiko mit sich. Steh dazu – und geh auf die Risiken und Schwächen deiner Idee im Förderantrag ein! Was könnte schiefgehen? Was fehlt noch für den sicheren Erfolg? Welche Kompetenzen könnt ihr im Projektteam nicht abdecken? Welche Ressourcen fehlen euch noch?

Karoline Berghuber, Leiterin des aws Creative Impact, bestätigt – ein offener Umgang mit den Risiken und Schwächen deines Projekts ist sehr wichtig. Was sind die Risiken und was sind potentielle Lösungsansätze? So zeigst du, dass du sie nicht einfach ignorierst. Ein guter Umgang mit den Risiken kann in manchen Fällen dein Alleinstellungsmerkmal sein und dich von der Konkurrenz abheben.

Wenn du dir der Schwachstellen in deinem Projekt bewusst bist, kannst du eine Förderung genau an dieser Stelle ansetzen. Nütze sie, um gezielt auf die Schwachpunkte zu reagieren: Wenn du z.B. keine Ahnung von Patenten hast, dann hol dir mithilfe einer bestehenden Förderung externe Unterstützung in Sachen Patent.

Was macht die Konkurrenz?

Was spätestens hier deutlich wird: Ohne Analyse des Mitbewerbs sind Aussagen dieser Art nicht möglich. Oder anders formuliert: Woher sollst du wissen, dass deine Idee innovativ ist, wenn du nicht genau schaust, was andere machen? Zwei Stunden Desktop-Recherche sind für eine gute Mitbewerberanalyse zu wenig.

Halte Augen und Ohren offen, wenn du mit einer Idee schwanger gehst! Lass dich zu 100 % darauf ein und entwickle eine gewisse Sensibilität, mit der du Verbindungen, Hinweise, Inputs zu deiner Idee im Alltag erkennen und wahrnehmen kannst, wenn sie sich anbieten.

Deine Fühler auszustrecken, um deine Idee auf ihren Innovationsgehalt, ihre Einzigartigkeit hin zu prüfen, schließt natürlich eine klassische Google-Recherche mit ein. Wichtig ist aber, dass es nicht nur dabei bleibt.

Stell dir einen Google-Alert ein, blättere Start-up-Magazine durch, bezieh Ausstehende mit ein, hol dir Feedback, erkläre dein Projekt anderen Leuten und hör dir an, welche Bezeichnungen sie dafür verwenden. Man muss auch außerhalb der gewohnten Sprache denken und vermeiden, mit immer den gleichen Begriffen zu recherchieren.

Apropros Sprache

Auf die eigene Sprache zu achten, ist nicht nur für die vorgelagerte Recherche und Mitbewerbsanalyse wichtig, sondern vor allem auch für den schriftlichen Förderantrag. Du musst schriftlich von deiner Idee überzeugen!

Da die ersten Bewertungen online stattfinden, gibt es im ersten Schritt auch keine Möglichkeiten, als AntragstellerIn Rückfragen der Jury zu beantworten.

Karoline Berghuber, aws Creative Impact

Ergänzende Erklärungen dazu, wie du etwas genau gemeint hast, kannst du im ersten Teil des Förderantrags nicht liefern. Sei dir darüber im Klaren, dass nicht alle Jury-Mitglieder zu 100 % mit deinem konkreten Projektthema vertraut sind. Achte auf deine Formulierungen und bring die Idee auf den Punkt. Das wird umso leichter, je detaillierter du dich mit deiner Idee auseinandergesetzt hast und je konkreter du weißt, was du willst.
Which brings us back to the start 🙂

 

Treffgenau und ansprechend zu formulieren, eine Story zu entwickeln und zu transportieren sind Thema unseres Creative Storytelling Workshops im April 2021. Tickets sind noch zu haben!

 

Faktor Zeit

Einen aussagekräftigen Förderantrag zu verfassen ist ein work in progress, der eher spiralförmig als linear verläuft und einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Feedback will ja auch eingearbeitet werden! Mach dir das, was andere zu deiner Idee sagen, zunutze!

David Kitzmüller, Co-Founder des Linzer Start-ups Oktav, hat bereits mehrmals erfolgreich Förderungen beantragt. In einem Interview, das wir mit ihm geführt haben, betont er die Wichtigkeit von Feedback und empfiehlt, sich für das Verfassen des Antrags, das Einholen von Feedback und fürs anschließende Überarbeiten des Förderantrags insgesamt mindestens sechs Wochen Zeit zu nehmen.

Wir beraten dich gerne

Du hast deinen Förderantrag verfasst und möchtest ihn checken lassen? Komm in unsere kostenlose Förderberatung oder schreib uns ein Mail! Wir werfen gerne vor Einreichung einen Blick drauf und geben dir Feedback. Mit unserem Newsletter bleibst du über aktuelle Förderausschreibungen und Beratungsformate auf dem Laufenden.

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